Steinsetzung

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Als Steinsetzungen werden in der Archäologie Rahmenanordnungen mehrerer größerer Steine (in der Regel Megalithen) aber auch Steinpflaster verstanden, die von der Jungsteinzeit an bis in die Eisenzeit in verschiedenen Regionen Europas als Grabmarkierung oder Grabüberbau entstanden. Sie kommen von der Bronze- bis zur Eisenzeit und bestehen als Pflaster oft aus in wenigen Schichten, oft kreisförmig gepackten Steinen.

Steinsetzungen treten in den unterschiedlichsten Formen auf. Als geometrische Formen (Kreise und Quadrate und Rechtecke), als U-förmige Setzungen wie Achavanich, als Treudds (dreieckig) oder Schiffssetzungen Muster darstellend, die eigene Gattungen bilden.

Steinkreis der Merry Maidens in Cornwall
Steinsetzung von Galrum auf Gotland
Der Treudd Torsa stenar in Schweden

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelne Menhire, Monolithen oder Findlinge, wie der Tirslundstein bei Brørup auf Jütland, sind keine Steinsetzungen. Keine Steinsetzungen - in diesem Sinne - sind auch Hügeleinfassungen oder Baulichkeiten ähnlicher Art, die keinen Selbstzweck erfüllen. Ihre Größe sollte nicht unter Kopfgröße absinken (wie bei Radgräbern). Niedrige Steine zeichnen z. B. die Steinkreise von Beaghmore im County Tyrone in Nordirland aus. Sie liegen am unteren Ende der Skala. Die Steine dürfen auch nicht mauerartig geschichtet sein.

Steinsetzungen bei Gräbern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schweden wurden während der römischen Eisenzeit Steinsetzungen über Brandgräbern errichtet. Ausgewertet wurden bislang die Gräber am Mälaren. Sie waren für Frauen und Männer unterschiedlich. Für Frauengräber wurden ausschließlich runde Steinsetzungen verwendet, für Männer gab es viele Variationen, Dreiecke und Rechtecke.[1] Wie weit diese Sitte verbreitet war, ist noch nicht erforscht. Aber im norwegischen Østfold wurden dererlei Unterschiede ebenfalls festgestellt.[2] Bei den Gräbern der älteren Eisenzeit sind in der Zeit von 300 bis 150 v. Chr. häufig fundleere Steinsetzungen zu finden, die als Kenotaphe oder Kindergräber gedeutet werden.

Steinsetzungen bei Megalithanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Nekropole von Bougon gehören neben einer Gruppe von Tumuli auch lineare Setzungen, deren älteste Teile auf 4700 v. Chr. datiert werden. Sie befindet sich im Département Deux-Sèvres, in der Nähe von Poitiers im mittleren Westen Frankreichs. Die Kombination von Großsteingrab und Steinsetzung (Steinreihe) gibt es in Deutschland bei der Anlage von Hekese.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Agneta Lagerlöf: Gravskicksförändringar = religiösa förändringar = samhällsförändringar? (Änderung der Begräbnissitten = Religiöse Veränderungen = Gesellschaftliche Veränderungen?) In: Nordisk hedendom. Et Symposium. Odense 1991. S. 207–215.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steingräber auf Gotland – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lagerlöf, S. 209.
  2. T. Løken: The correlation between tha shape of grave monuments and sex in the iron age, based on material from Østfold. In: J.-R. Naess: Were they all men? Stavanger arkologiska museum. 1987.