Steinweichsel

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Steinweichsel
Steinweichsel (Prunus mahaleb)

Steinweichsel (Prunus mahaleb)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Steinobstgewächse (Amygdaloideae)
Gattung: Prunus
Art: Steinweichsel
Wissenschaftlicher Name
Prunus mahaleb
L.

Die Steinweichsel, Felsen- oder Weichselkirsche (Prunus mahaleb) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

Aussehen, Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinweichsel ist ein kleiner, 2–6 (bis 10 m) hoher Baum oder großer Strauch. Die 4–8 cm langen Blätter sind glatt, glänzend, eirundlich mit aufgesetzter Spitze und kurzen stumpfen Zähnen. Die weißen, etwa 1 cm breiten Blüten stehen zu 4–12 in einer Schirmtraube. Die Steinfrüchte der Steinweichsel sind klein, eiförmig und schwarz, der Steinkern ist glatt. Die Steinweichsel blüht etwa im April bis Mai.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

Vorkommen und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinweichsel kommt von Marokko, Spanien und Frankreich entlang der nördlichen Mittelmeergebietes, auf dem Balkan bis Klein- und Vorderasien vor. Die mitteleuropäischen Vorkommen beschränken sich ursprünglich auf die wärmebegünstigten Regionen wie z. B. Kaiserstuhl, Altmühltal und Nahegebiet, in Österreich Thermenlinie und Weinviertel. Die Steinweichsel wächst in trockenen, sonnigen Gebüschen, Hecken und Flaumeichenwäldern, sie ist kalkhold und wärmeliebend. Durch die Verwendung als Zierstrauch und Propfunterlage ist sie über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus auch an anderen Stellen anzutreffen.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weichselrohrkultur

Die Steinweichsel wurde früher vor allem in Ostösterreich, Ungarn und den Vogesen wegen ihres duftenden Holzes für Pfeifenrohre und Gehstöcke verwendet und dazu auch kultiviert. Die Kulturmethode wurde im frühen 19. Jahrhundert in Baden bei Wien entwickelt und zu einer regional bedeutsamen Sonderkultur. Die arbeitsaufwändige Produktion von Ausschlagruten erfolgte mit 4-jähriger Umtriebszeit auf wenige hundert Quadratmeter großen Parzellen. Letzte Reste dieser Kopfbaum-Kulturen existieren noch im nördlichen Burgenland im Raum Mattersburg. Heute wird die Art vor allem als Ziergehölz gepflanzt und als Veredelungsunterlage für die Kultur von Sauerkirschen in trocken-warmen Gegenden verwendet. Die Früchte der Steinweichsel sind nicht genießbar, allerdings werden im westasiatischen Raum die gemahlenen Kerne unter dem Namen Mahlab als Gewürz verwendet, worauf auch der wissenschaftliche Name der Art Bezug nimmt.

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit der Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus), von dieser unterscheidet sie sich durch die glatten Blätter, die kürzere Blütentraube und den glatten Steinkern. Die Traubenkirsche bevorzugt darüber hinaus deutlich feuchtere Standorte als die Steinweichsel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regionale Gehölzvermehrung (Hrsg.): Die Steinweichsel - Prunus mahaleb, St. Pölten, 2007, ISBN 3-901542-26-4
  • Thomas Schauer und Claus Caspari: Der BLV Pflanzenführer für untwegs, BLV Buchverlag, München 2005, ISBN 3-405-16908-9
  • Werner Rothmaler, Eckehart J. Jäger, und Klaus Werner: Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 17. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg – Berlin, 1999 ISBN 978-3827416001

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 574.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prunus mahaleb – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien