Stempel (Botanik)

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Skizze eines Stempels mit Pollen (p) auf den Narben (n) und Pollenschläuchen (ps) mit Griffel (g) und (fs) stielartige Basis des Fruchtknotens Coenocarpes Gynoeceum (Stempel) mit mehreren Griffeln von Linum
Skizze eines Stempels mit Pollen (p) auf den Narben (n) und Pollenschläuchen (ps) mit Griffel (g) und (fs) stielartige Basis des Fruchtknotens
Coenocarpes Gynoeceum (Stempel) mit mehreren Griffeln von Linum

Als Stempel oder Pistill bezeichnet man in der Botanik ein Einzelnes, als auch die miteinander zu einem coenokarpen Gynoeceum verwachsenen Fruchtblätter der Blüte mancher Bedecktsamer.[1] Allerdings werden von einigen Autoren nur verwachsene Fruchtblätter als Stempel bezeichnet. Die Namensgebung erfolgte aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Pistill als Werkzeug, mit dem Reibegut in einer starkwandigen Reibschale zerkleinert wird.

Der Stempel gliedert sich in einen unteren fertilen Abschnitt, den meist bauchigen Fruchtknoten (Ovar) mit den Samenanlagen, und oft einen sterilen Abschnitt mit dem häufig schmalen und langen Griffel, der an seinem oberen Ende die Narben trägt. Diese können, wie bei der Tulpe, auch direkt auf den Fruchtknoten aufsitzen, der Griffel fehlt dabei. Die Narben nehmen bei der Bestäubung Pollenkörner auf, der Griffel leitet die auskeimenden Pollenschläuche zum Fruchtknoten. Dort findet die Befruchtung der Samenanlagen statt.

Bei einem Stempel können auch mehrere Griffel und Narben vorhanden sein. Ein Stempel kann seltener auch gestielt sein; Stempelfuß oder Podogynium, Gynopodium, z. B. wie bei der Hunds-Rose. Es können selten auch zwei oder mehrere Stempel von verschiedenen Blüten ganz oder teilweise zu einem Syngynium (pseudo-monomer) verwachsen sein.→ siehe auch unter Fruchtknoten. Ein Stempel kann auch steril sein und wird dann als „Pistillode“ bezeichnet, er ist dann oft verkümmert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stempel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Murray W. Nabors: Botanik. Pearson, 2007, ISBN 978-3-8273-7231-4, S. 6.