Stiftung Louisenlund

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Stiftung Louisenlund
Das Schloss Louisenlund nach der Sanierung im Jahre 2015
Schloss Louisenlund
Schulform Gymnasium, IB World School, Grundschule
Gründung 1949
Adresse

Louisenlund 9

Ort Güby
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 29′ 34,8″ N, 9° 41′ 6″ OKoordinaten: 54° 29′ 34,8″ N, 9° 41′ 6″ O
Träger Stiftung Louisenlund
Schüler 380
Lehrkräfte 60
Leitung Peter Rösner
Website www.louisenlund.de

Die Stiftung Louisenlund ist Träger des staatlich anerkannten Gymnasiums mit Internat Louisenlund in Schleswig-Holstein. Louisenlund liegt hinter dem dazugehörigen Wald an der Großen Breite des Ostseearms Schlei zwischen Schleswig und Eckernförde im Gemeindegebiet von Güby. Die Stiftung mit der Schule ging aus einem früheren Adligen Gut hervor, dessen Mittelpunkt das Schloss Louisenlund bildet.

Die Schule wurde 1949 von Friedrich zu Schleswig-Holstein gegründet. Der Pädagoge Kurt Hahn beriet und unterstützte die Stifterfamilie während der Gründungsphase.

Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Louisenlund wurde von 1772 bis 1776 von Hermann von Motz auf dem Gut Tegelhave (Ziegelhof) erbaut, das sich seit 1530 im Besitz der Familie von Sehestedt befunden hatte. 1563 kaufte Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf das Gut.

Das früh-klassizistische Gebäude war einst der Sommersitz des Gottorfer Statthalters des Königreichs Dänemark, Landgraf Carl von Hessen, und seiner Frau Louise. Sie war als Tochter des dänischen Königs Friedrich V. die Schwester des Thronfolgers Christian VII, in dessen Besitz das Gut übergegangen war. Nach ihr wurde der Ziegelbau mit Schieferdach benannt. Der Park wurde von Johann Caspar Bechstedt angelegt.

1790 errichtete der aktive Freimaurer Carl von Hessen im Park des Herrenhauses einen „Freimaurerturm“, in dem Versammlungen abgehalten und alchimistische Experimente, unter anderem von Saint Germain, durchgeführt wurden.

Später ging das Schloss an die heutigen Besitzer, die Familie der herzogliche Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg über. Nach 1850 wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmte die Kriegsmarine Louisenlund. Gegen Kriegsende waren darin auch Flüchtlinge untergebracht. Im Mai 1945 besetzten britische Truppen das Gelände und nutzten es bis 1947; norwegische Einheiten folgten.[1] 1949 stellte Friedrich Herzog zu Schleswig-Holstein das Herrenhaus der Stiftung Louisenlund als Landerziehungsheim und Seglerinternat zur Verfügung. Das zur Gemeinde Winnemark gehörende Gut Carlsburg nahm von 1951 bis 1988 die Schüler der 5. bis 8. Klasse auf.

Der Schloss- und Hofbereich ist der Öffentlichkeit zugänglich. Es führt ein Wander- und Radweg über das Gelände. Führungen über das historische Gelände sind nach Voranmeldung möglich.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Louisenlund ist ein staatlich anerkanntes Internat und Ganztagsgymnasium und eine IB World School in freier Trägerschaft. Seit Sommer 2015 verfügt die Stiftung Louisenlund ebenfalls über eine private Halbtagsgrundschule, die als gGmbH angegliedert ist. Die Schüler können als Abschluss zwischen dem deutschen Abitur und dem International Baccalaureate Diploma wählen.

Louisenlund besteht aus zwei Komplexen: dem Hof- und dem Schloss-Bereich. Der Hof-Bereich liegt etwa 600 m vom Schloss-Bereich entfernt. Die Schule gehört mit einer Kapazität von etwa 380 Plätzen (im Schlossbereich etwa 310, auf dem Hof etwa 70) zu den bekanntesten Internaten Deutschlands. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Schüler deutlich gestiegen. Ende 2013 lag die Schülerzahl noch bei knapp 300. Mittlerweile besuchen 380 Schüler den Bildungscampus an der Schlei (Stand: 07/2016).

Auf dem Hof leben die Schüler der Klassen 5 bis einschließlich 9. Sie werden Klassen mit maximal 15 Kindern unterrichtet. Im Bereich der Naturwissenschaften wurde hier das Fach „NaWi“ eingeführt. Hier werden die Fächer Biologie, Chemie und Physik zusammengefasst und in diversen Projekten an die Schüler herangetragen. Seit 2014 besitzt die Schule einen eigenen hochseetauglichen Motorsegler, der insbesondere für das forschende und entdeckende Lernen eingesetzt wird. Auch musische und sportliche Fähigkeiten werden gefördert. Beispielhaft hierfür ist der im Rahmen der fünften und sechsten Klasse stattfindende Segelunterricht auf der nahe gelegenen Schlei. Seit 2005 besitzt der Hof eine eigene Sporthalle. Die Wohn- und Arbeitsbereiche auf dem Hof sind in der Meierei, dem Allee- und Weidenhaus, dem Kuhhaus sowie in der Scheune untergebracht.

Im Schlossbereich leben die Schüler der Klassen 10 bis 12. Als Wohngebäude werden (ganz oder teilweise) unter anderem das Schloss, das Kavalier- und Glockenhaus, die Försterei, das Ahorn-, Birken-, Gilden-, das Eschenhaus sowie die Gärtnerei genutzt.

2006 wurde die ursprünglich 1966 erbaute Turnhalle zum Sport- und Kulturzentrum erweitert. Darüber hinaus stehen dem Internat Tennisplätze, eine Golfanlage, ein Feuerwehrhaus sowie ein Segelhafen zur Verfügung. Louisenlund gehört dem Round Square Netzwerk an, einem internationalen Zusammenschluss von Schulen. Diese Schulen unternehmen gemeinsame Projekte und pflegen ihren Schüleraustausch über alle Kontinente.

Louisenlund ist zudem ein Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Güby und des Technischen Hilfswerkes (THW).

Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Schule und Stiftung sind Familien des Schleswig-Holsteiner Uradels wie die Rantzaus verbunden. Die Malerin Ingeborg zu Schleswig-Holstein besuchte die Schule und ist Vorsitzende des Stiftungsvorstands.[2] Sie ist die Tochter des Stiftungsgründers.[3] Zu den Absolventen gehört Philipp Herzog von Württemberg, Deutschland-Repräsentant des Auktionshauses Sotheby’s, ebenso wie Donatus Prinz von Hessen, Besitzer von Gut Panker.[4] Die Schule besuchten außerdem Enno Freiherr von Ruffin, der frühere Ehemann der Sängerin Vicky Leandros und Inhaber von Gut Basthorst, der Unternehmer Albert Darboven, der Reeder Nikolaus W. Schües (* 1936), der Hamburger Bankier Max M. Warburg (* 1948), Dirk Lindenau, Inhaber der Kieler Werft Lindenau, sowie die Schauspieler Oliver Mommsen[5] und Hans Hass junior.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Wilhelm: Die Entstehung und Entwicklung der Freimaurerlogen in Schleswig-Holstein. S. 138–139 (Digitalisat)
  2. Nataly Bombeck: Kunst aus Internat Louisenlund - für Schüler in Afghanistan In: Hamburger Abendblatt vom 28. Januar 2005
  3. Ständige Verjüngung ist ein Privileg In: Kieler Nachrichten online
  4. Prinz von Hessen (PDF-Datei; 271 kB)
  5. Juli Paulat: Der etwas andere Unterricht In: Lübecker Nachrichten vom 23. September 2009, S. 5