Grimme-Preis

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Theater Marl, Ort der Preisverleihung
Pressekonferenz zur Verkündigung der Preisträger 2013

Der Grimme-Preis (bis 2010 Adolf-Grimme-Preis) zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland. Er wurde nach dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, Adolf Grimme (1889–1963), benannt.

Vergeben wird der Fernsehpreis jährlich vom Grimme-Institut in Marl. Seit 1964 würdigt dieses Produktionen und Fernsehleistungen, die „die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können“ (Statut des Grimme-Instituts). Der Preis wurde vom Deutschen Volkshochschulverband (dvv) gestiftet. Bis 1973 wurde der Preis von der Volkshochschule die insel vergeben.

Zu den ersten Preisträgern gehörte 1964 Gerd Oelschlegel, der die Auszeichnung für seinen Fernsehfilm Sonderurlaub erhielt, in dem es um eine gescheiterte Flucht aus der DDR ging. Mit zehn Grimme-Preisen ist der Regisseur Dominik Graf der am häufigsten ausgezeichnete Preisträger (Stand: 2013).[1]

Neben dem Grimme-Preis vergibt das Institut auch den Grimme Online Award und den Deutschen Radiopreis.

Trophäe[Bearbeiten]

Die Trophäe

Die Trophäe des Grimme-Preis' wurde von der Entwicklungsgruppe 5 der Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm unter der Anleitung von Otl Aicher entworfen. Der Entwurf umfasst mehrere spiegelnde Flächen, die an einen Bildschirm erinnern. Sie sind so ineinander angeordnet, dass ein komplexes Spiegelbild entsteht, das sowohl für die Technik des Sendens durch ein Relais verstanden werden kann, als auch für das Fernsehen an sich, das Mittel der Ausstrahlung und Verbreitung.[2]

Verfahren zur Preisfindung[Bearbeiten]

Die Preisfindung durchläuft ein dreistufiges Verfahren:

In der ersten Stufe können Zuschauer, Fernsehanstalten und Produzenten Vorschläge einreichen. Die Vorschläge können, müssen aber nicht begründet werden. Alle Vorschläge, die den formalen Anforderungen des Wettbewerbs entsprechen, werden neutral und gleichberechtigt aufgenommen. Pro Jahr werden zwischen 500 und 600 Vorschläge eingereicht.

In der zweiten Stufe beraten drei Nominierungskommissionen in drei mehrtägigen Sitzungen darüber, welche Vorschläge nominiert, also der Jury zur Entscheidung vorgelegt werden. Zwischen fünfzig und sechzig Sendungen werden für die drei Wettbewerbsbereiche Fiktion, Unterhaltung und Information und Kultur ausgewählt.

In der dritten Stufe schließlich entscheiden die drei Jurys in mehrtägigen Sitzungen über die endgültige Preisvergabe. In allen Wettbewerbsbereichen werden maximal 12 Grimme-Preise vergeben.

Die Nominierungskommissionen und Jurys, die vom Grimme-Institut für diese Aufgabe berufen werden, setzen sich aus Fernsehkritikern, Publizisten, Medienwissenschaftlern sowie Bildungsfachleuten zusammen.[3]

Preisträger nach Jahren (Auszug)[Bearbeiten]

2014[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grimme-Preis 2014

Der 50. Grimme-Preis wurde am 4. April 2014 in Marl verliehen.

2013[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grimme-Preis 2013

Der 49. Grimme-Preis wurde am 12. April 2013 in Marl verliehen.

2012[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grimme-Preis 2012

Der 48. Grimme-Preis wurde am 23. März 2012 in Marl verliehen.

2011[Bearbeiten]

Die Preise wurden am 1. April 2011 in Marl verliehen.

Fiktion

Unterhaltung

Information & Kultur

Besondere Ehrung

Sonderpreise

Sonderpreis des Landes NRW

  • Schnitzeljagd im Heiligen Land (KI.KA)

Publikumspreis der Marler Gruppe

Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst

2010[Bearbeiten]

Fiktion

Unterhaltung

Information & Kultur

Besondere Ehrung

Sonderpreise

Sonderpreis des Landes NRW 2009

Publikumspreis der Marler Gruppe

  • 360°-Geo Reportage – Die Bambusbahn von Kambodscha (ARTE)

Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst

  • Dokumentarfilmerin Astrid Schult für Der innere Krieg (ZDF, Das kleine Fernsehspiel)

2009[Bearbeiten]

Fiktion

Unterhaltung

Information & Kultur

Besondere Ehrung

Sonderpreise

Publikumspreis der Marler Gruppe

Sonderpreis des Landes NRW 2009

Sonderpreis Spezial

2008[Bearbeiten]

Fiktion

Unterhaltung

Information & Kultur

Besondere Ehrung

Sonderpreise

2007[Bearbeiten]

Bei der 43. Verleihung des Grimme-Preises wurden mit der Auszeichnung von Türkisch für Anfänger, Wut und Meine verrückte türkische Hochzeit deutsch-türkische Künstler und Themen stärker als jemals zuvor berücksichtigt. Der Kölner Stadt-Anzeiger titelte an jenem Tag, an dem die Preisträger vorab bekannt gegeben wurden, „Man sieht türkisch“ und sprach davon, man habe Einwanderer endlich für das deutsche Fernsehen entdeckt. Schließlich wurde die feierliche Verleihung am 30. März 2007 mit Aslı Sevindim auch noch von einer türkischstämmigen Journalistin moderiert.

Fiktion

Unterhaltung

Information & Kultur

Besondere Ehrung

Sonderpreise

2006[Bearbeiten]

Die Preise wurden am 31. März 2006 in Marl verliehen.

Wettbewerb „Fiktion & Unterhaltung“

Wettbewerb „Information & Kultur“

Wettbewerb „Spezial“

2005[Bearbeiten]

Die Preise wurden am 18. März 2005 in Marl verliehen.

2004[Bearbeiten]

Die Preise wurden am 3. April 2004 in Marl verliehen.

2003[Bearbeiten]

2002[Bearbeiten]

Wettbewerb „Spezial“:

Wettbewerb „Fiktion & Unterhaltung“:

Wettbewerb „Information & Kultur“:

Sonderpreis des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW:

Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes:

  • Günther Jauch (für „Verdienste um die Entwicklung des Mediums Fernsehen“)

2001[Bearbeiten]

2000[Bearbeiten]

Fiktion & Unterhaltung:

Publikumspreis der „Marler Gruppe“:

Information & Kultur:

Spezial:

Sonderpreis des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport:

  • Pop 2000 (WDR/BR/HR/MDR/NDR/SFB/SR/RB)
    • Christian Bettges, Frank Jastfelder, Stefan Kloos, Tom Theunissen (Autoren) und Simone Adelsbach (Koordination)

1997, 1998[Bearbeiten]

Weitere Preisträger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grimme-Preis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mann des Kinos und der Worte: Zum 60. Geburtstag von Dominik Graf, in: 3sat.de vom 3. September 2012, abgerufen am 5. September 2013
  2. [1], Informationen zur Trophäe beim Grimme-Institut
  3. [2], Informationen zur Preisfindung beim Grimme-Institut