Stonewall (UK)

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Stonewall UK Gruppe (Pride London 2011)

Stonewall ist die bekannteste und bedeutendste Organisation von Lesben, Schwulen und Bisexuellen im Vereinigten Königreich mit Sitz in London. Benannt wurde die Organisation nach dem Stonewall Inn, wo 1969 Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Homosexuellen (Stonewall-Aufstand) stattfanden.

Die Organisation wurde 1989 von LGBT-Aktivisten der Labour Party gegründet, die zur Aufhebung des Gesetzes Clause 28 Lobbyarbeit betrieben. Prominente wie Sir Ian McKellen, Michael Cashman und Duncan Campbell gehörten zu ihren Gründern. Von 1992 bis 2002 führte Angela Mason die Organisation, die für ihre Arbeit mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet wurde. Stonewall wurde bis 2019 von Ruth Hunt geleitet. Seitdem ist Nancy Kelley Präsidentin.[1] Büros der Organisation befinden sich in London, im schottischen Edinburgh und Glasgow sowie im walisischen Cardiff und Bangor.

Stonewall unterstützte verschiedene Gerichtsverfahren:

  • Der Teenager Chris Morris, welcher erfolgreich die unterschiedlichen Gesetze zum Schutzalter anfechten konnte.
  • Duncan Lustig-Prean, Jeanette Smith, Graham Grady, John Becket, welche die Aufnahme homosexueller Soldaten in das britische Militär erstritten.
  • Lisa Grant, die gegen ihren Arbeitgeber South West Trains gleiche Bezahlung und Vergütung erstritt.

Seit dem Regierungsantritt unter Tony Blair (Labour Party) gelang es der Organisation, einige erfolgreiche Gesetzesvorhaben zu unterstützen und durch Lobbyarbeit zu begleiten:

Darüber hinaus arbeitet Stonewall mit rund 300 der größten britischen Arbeitgeber (u. a. IBM, Credit Suisse, Royal Navy) zusammen und bietet deren schwulen und lesbischen Angestellten Beratung und Unterstützung an. Außerdem wurde zusammen mit 70 anderen Organisationen im Jahr 2005 die Kampagne Bildung für alle (Education for All) ins Leben gerufen, mit der homophobe Übergriffe an britischen Schulen zurückgedrängt werden sollen.

2022 wurde eine Londoner Anwaltskanzlei zur Zahlung einer Entschädigung von 22.000 Pfund an eine lesbische Mitarbeiterin, die schwarze Anwältin Allison Bailey, verurteilt, nachdem die Kanzlei dem Inklusionsprogramm der Organisation Stonewall beigetreten war und Bailey wegen ihres Standpunkts, dass es nur zwei Geschlechter gebe, von den Kollegen als angeblich transphob schikaniert und ins Abseits gedrängt worden war.[2][3][4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stonewall (charity) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stonewall: New Stonewall boss suggests fresh approach to division on trans rights, Juni 2020, www.theguardian.com, abgerufen 9. November 2021
  2. Gina Thomas, Das biologische Geschlecht ist kein Vorurteil, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Juli 2022
  3. Zweigeschlechtlichkeit nicht transphob: Lesbische Anwältin hatte gegen queere Denkverbote geklagt. In: schwulissimo.de. 28. Juli 2022, abgerufen am 29. Juli 2022.
  4. Julie Bindel: How Allison Bailey crushed Stonewall - Its rainbow reign is finally over. In: unherd.com. 28. Juli 2022, abgerufen am 29. Juli 2022.