Summer in the City (Lied)

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Summer in the City ist der Titel des erfolgreichsten Hits der US-amerikanischen Popband The Lovin’ Spoonful, der sich im Jahre 1966 zum Millionenseller entwickelte.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Liedtext ist auf ein Gedicht von Mark Sebastian, den jüngeren Bruder des Bandchefs John Sebastian, zurückzuführen. John veränderte den Text, um mehr Spannung für einen Liedtext aufzubauen.[1] Der Text beschreibt die Eindrücke eines Stadtmenschen, der die unerträgliche Sommerhitze verabscheut. Es scheint wohl keinen Schatten zu geben, alle Passanten sehen hitzebedingt erschlagen aus und gehen auf feuerheißen Bürgersteigen umher. Nachts ist es dagegen anders, dann sucht sich der Hitzegeplagte ein Mädchen zum Tanzen.

Das Intro besteht aus einer Orgelphrase (von einer Vox Continental) im rechten Stereokanal, gefolgt von einer explosiven Staccato-Salve von Bassgitarre und Schlagzeug im linken Kanal mit starkem Nachhall. Das zweimal vorkommende Interludium stammte vom Bassisten Steve Boone und fügt sich perfekt in die Stimmung der Melodie ein. Der prägende Keyboard in der Liedbrücke ist eine Hohner Planet, gespielt von Steve Boone. Das überfallartige Schlagzeug mit seinen heftigen Beckenschlägen bei jeder Änderung der Progression bestimmt das hohe Tempo von 112 bpm.[2] Im Mittelteil sind Soundeffekte in Form von Autohupen (zuerst ein VW Käfer), Verkehrslärm und einem Presslufthammer beigemischt, letzterer wird übergangslos abgelöst vom Keyboard. Der Rhythmus zwingt zu schnellgesungenen, atmungsintensiven Textpassagen.

Die Aufnahmen zu Summer in the City / Butchie’s Tune entstanden am 9. Juni 1966 in den Columbia-Studios (Studio A) von New York City in der Besetzung John Sebastian (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Zalman Yanovsky (Gitarre), Steve Boone (Bassgitarre, Orgel Fender Rhodes/Vox Continental und E-Piano Hohner Planet) und Joe Butler (Schlagszeug).[3] Musikproduzent Erik Jacobsen heuerte für die Soundeffekte eigens einen Radiotechniker an, Toningenieur Roy Halee ließ ein Mikrofon im Treppenhaus platzieren, um einen besonderen Nachhalleffekt zu erzielen.

The Lovin’ Spoonful - Summer in the City (1966)

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten]

Die Single Summer in the City / Butchie's Tune (Kama Sutra Records 211) kam am 4. Juli 1966 auf den Markt und besaß ein perfektes Timing zur extremen Sommerhitze jener Tage. Der Sommerhit galt als typischer Song für Transistorradios. In der US-Hitparade erreichte er am 13. August 1966 den ersten Rang und verweilte für 3 Wochen auf dieser Position. Ebenfalls den Status als Nummer-eins-Hit erreichte er in Kanada (2 Wochen) und den Niederlanden. Weltweit verkaufte der Titel 1,8 Millionen Exemplare.[4] Er rangiert auf Nummer 401 der 500 besten Songs aller Zeiten des Magazins Rolling Stone. Die LP Hums of the Lovin’ Spoonful (November 1966) übernahm den Hit.

Coverversionen[Bearbeiten]

Es gibt mindestens 42 Coverversionen. Darunter befinden sich insbesondere The Marmalade (Dezember 1968), B. B. King (September 1972), Quincy Jones (September 1973), The Drifters (LP Every Nite's A Saturday Night With You; Januar 1976), Red Face (Februar 1980), David Essex (März 1993), Joe Cocker (Juni 1994), Isaac Hayes (LP Branded; Mai 1995), The Stranglers (Januar 1997), Joe Jackson (LP Summer in the City: Live in New York; Mai 2000), Styx (Mai 2005) oder Manfred Mann’s Earth Band (LP Odds & Sods (Mis-Takes & Out-Takes); September 2005).

Verwendung als Soundtrack[Bearbeiten]

1970 drehte Wim Wenders seinen Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film mit dem Titel Summer in the City. Der Song erklingt am Ende des Films, der im winterlichen Berlin spielt. Wegen der unautorisierten Übernahme von Musiktiteln kann der Film nicht verliehen werden, er wird nur auf Festivals gezeigt.

Der Song kam auch in der Eröffnungsszene des Actionfilms Stirb langsam: Jetzt erst recht (Mai 1995) und im Spielfilm Verliebte Jungs (Mai 2001) sowie in einer Folge der Simpsons („Papa’s Got a Brand New Badge“; Mai 2002) vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uncut Magazine vom Juni 2014, John Sebastian-Interview
  2. David Nathan/Susan Gedutis Lindsay, Inside the Hits, 2001, S. 250 ff.
  3. Michael Ruppli/Ed Novitsky, The MGM Labels Discography 1961-1982, Vol. 2, 1998, S. 242
  4. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 225

Weblinks[Bearbeiten]