Hochschule für Fernsehen und Film München

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Hochschule für Fernsehen und Film München
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Gründung 19. Juli 1966
Trägerschaft staatlich
Ort München
Bundesland Bayern
Land Deutschland
Präsidentin Bettina Reitz
Studenten ca. 350-400[1]
Website www.hff-muc.de
Gebäude der HFF in der Gabelsbergerstraße.
Eingangsbereich der HFF

Die Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München) ist eine staatliche Filmhochschule in Trägerschaft des Freistaats Bayern. Sie hat etwa 350 Studierende, die Frauenquote beträgt ca. 48 %.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gebäude der HFF in der Frankenthaler Straße.

Initiiert und mitgegründet wurde die Hochschule am 19. Juli 1966[3] vom seinerzeitigen Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Helmut Oeller, der dort einige Jahre lehrte und später auch Rektor der Hochschule war. Seit dem Gründungsjahr durchliefen 1664 Studenten das Studium an der HFF München. Von 1967 bis 1988 war die Münchner Filmhochschule in einer alten Villa in der Kaulbachstraße untergebracht. Da das Gebäude für den Unterricht in allen Fächern nur bedingt geeignet war, wurde auch in den Räumen der Kaulbachstraße, des früheren Deutschen Instituts für Film und Fernsehen (DIFF), den Studios des BR am Rundfunkplatz und in Freimann, der Bavaria in Geiselgasteig und des ZDF in Unterföhring unterrichtet. 1988 erfolgte der Umzug in die ehemalige Bettfedernfabrik im Münchner Stadtteil Ramersdorf (an der Grenze zum Stadtteil Giesing). Die HFF München bekam dabei ihr erstes eigenes Film- und Fernsehstudio. 2007 feierte die HFF München ihr 40-jähriges Bestehen, sowie die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude im Münchner Museumsviertel auf dem ehemaligen Gelände des Südgebäudes der TU München, das an der Gabelsbergerstraße gegenüber der Alten Pinakothek entstand und am 15. September 2011 eingeweiht wurde. Heute lautet die Postanschrift Bernd-Eichinger-Platz 1.[4]

2015 traten mehrere Änderungen zum Status und zur Wahl des Präsidenten in Kraft. Erstmals war die Stelle öffentlich ausgeschrieben, zuvor konnten sich nur Professoren und Abteilungsleiter darauf bewerben. Bis einschließlich der am 30. September 2015 endenden Amtszeit von Gerhard Fuchs wurde die HFF von einem nebenberuflichen Präsidenten (bis 2007 Rektor) geleitet. Ab seiner Nachfolgerin Bettina Reitz ist es eine hauptamtliche Stelle mit einer Amtszeit von vier Jahren.[5]

Die HFF ist Gründungsmitglied beim MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewerbungsunterlagen sind am 15. November jedes Jahres online. Bewerbungsschluss ist jedes Jahr am 28. Februar.

Auf die folgenden fünf Studiengänge kann man sich bewerben:

  • Abteilung III – Regie Kino- und Fernsehfilm
  • Abteilung IV – Regie Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik
  • Abteilung V – Produktion und Medienwirtschaft
  • Abteilung VI – Drehbuch
  • Abteilung VII – Kamera

Obligatorisch für die Studenten aller oben genannten Studiengänge sind die Lehrangebote der

  • Abteilung I – Medienwissenschaft
  • Abteilung II – Technik

Zusätzliche Wahlfächer bieten studiengangsübergreifende Lehrangebote:

  • Lehrstuhl Creative Writing
  • Bereich Fernsehjournalismus
  • Lehrstuhl Werbung
  • Lehrstuhl Filmischer Raum
  • Lehrstuhl Bild, Licht, Raum
  • Lehrstuhl Montage
  • Lehrstuhl VFX (Visual Effects)[6]
  • Lehrstuhl Serielles Erzählen

Ferner existiert in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding der Aufbaustudiengang Theater-, Film- und Fernsehkritik.

Seit 2007 bietet die HFF München Teile ihres technischen Studienganges auch für Externe an. Das Studienzentrum für Filmtechnologie der HFF München führt seit 2009 von Februar bis April Praxis- und Theorieworkshops zu filmtechnischen Themen durch. Außerdem sind einige Module auch als E-Schulungen buchbar.

Ranking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Filmhochschul-Ranking des Nachrichtenmagazins Focus (Ausgabe 22/2006), das in Zusammenarbeit mit dem Art Directors Club entstand, belegte die HFF München einen Platz im Mittelfeld. Die Filmakademie Baden-Württemberg, die Internationale Filmschule Köln, die Kunsthochschule für Medien Köln und die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin belegten die Spitzenplätze. Neben der Reputation der Hochschule waren die Betreuungssituation der Studierenden, die technische Ausstattung und die Zahl der gewonnenen Preise ein Bewertungskriterium.[7] Dem gesamten Filmhochschul-Ranking des Focus und des Art Directors Clubs wurde später von verschiedenen Seiten methodische Fehler vorgeworfen.[8]

Im Jahr 2012 belegte die HFF München im Ranking der US-amerikanischen Zeitschrift "The Hollywood Reporter" Platz 16 und erreichte damit als einzige deutsche Filmhochschule einen Platz unter den 25 bewerteten Filmhochschulen.[9] Diese Position im internationalen Ranking verlor die HFF 2015 wieder[10]. Als beste europäische Filmhochschule kam 2012 La Fémis (Paris, Frankreich) auf Platz 6. Platz 1 belegte die US-amerikanische Filmhochschule der University of Southern California.[11]

Erfolge bei den Oscars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Absolventen und Studenten der HFF München wurden für den Oscar bzw. Studenten-Oscar nominiert oder erhielten selbigen: Katja von Garnier konnte 1994 den Studenten-Oscar für Abgeschminkt entgegennehmen, Florian Gallenberger wurde 2000 mit dem Studenten-Oscar und 2001 mit dem Kurzfilm-Oscar für Quiero ser ausgezeichnet, Caroline Link erhielt 1997 eine Oscar-Nominierung für Jenseits der Stille und gewann ihn schließlich 2003 für Nirgendwo in Afrika. Wim Wenders war bereits drei Mal für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert: 2000 für 'Buena Vista Social Club', 2012 für 'Pina' und 2015 für 'Das Salz der Erde'. 2005 krönte die Oscar-Nominierung von Die Geschichte vom weinenden Kamel den Filmerfolg der beiden HFF-Studenten Luigi Falorni und Byambasuren Davaa. Am 25. Februar 2007 erhielt das Stasi-Drama Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Im Mai 2007 wurden Fair Trade von Michael Dreher und Milan von Michaela Kezele für den Studentenoscar nominiert. Im Jahr 2014 erhielt Lennart Ruff den Studenten-Oscar in Gold für seinen Kurzfilm Nocebo. Auch im Jahr 2016 ging der Studenten-Oscar an die HFF München für den Social-Media-Thriller 'Invention of Trust’ von den HFF-Studenten Alex Schaad (Regie), Ahmed El Nagar (Kamera) und Richard Lamprecht (Produktion).

Professoren & Abteilungsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell lehren Doris Dörrie, Gerhard Fuchs, Michaela Krützen, C. Bernd Sucher, Andreas Gruber, Michael Gutmann, Ulrich Limmer, Tom Fährmann, Franz Kraus, Claus Richter, Josef Rödl, Peter C. Slansky, Heiner Stadler, Peter Zeitlinger, Michaela Krützen, Henning Patzner, Michael Coldewey, Stefan Arndt, Herbert Kloiber, Doron Wisotzky, Karina Ressler und Tac Romey ständig an der HFF.

Honorarprofessoren der HFF sind und waren u. a. Michael Ballhaus, Andy Goldstein, Kurt Hentschel, Helmut Jedele, Reinhold Kreile, Johannes Kreile, Dieter Kronzucker, Caroline Link, Helmut Oeller, Fritz Pleitgen, Bettina Reitz, Günter Rohrbach, Richard Lawrence Ross, Albert Scharf, Mathias Schwarz, Georg Stefan Troller, Karl-Heinz Weigand und Wim Wenders.

Zu den ehemaligen Professoren der HFF zählen u. a. Wolfgang Längsfeld († 2012), Clemens Münster, Eberhard Piltz († 2011), Peter Przygodda († 2011), Gerd Ruge, Klaus Schreyer, Christian Köster, Axel Block, Toni Lüdi, Georg Feil.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film München sind u. a. Maren Ade, Franz Xaver Bogner, Peter F. Bringmann, Sven Burgemeister, Jakob Claussen, Byambasuren Davaa, Doris Dörrie, Uli Edel, Klaus Eichhammer, der wohl berühmteste deutsche Filmproduzent Bernd Eichinger, der Regisseur mehrerer Katastrophenfilme (u. a. 2012) Roland Emmerich, Tom Fährmann, Max Färberböck, Florian Gallenberger, Dennis Gansel, Katja von Garnier, Hajo Gies, Dominik Graf, Nina Grosse, Benjamin Heisenberg, Veit Helmer, Florian Henckel von Donnersmarck, Nico Hofmann, Sherry Hormann, Rainer Kaufmann, Mika Kaurismäki, Karl Walter Lindenlaub, Caroline Link, Vivian Naefe, Uschi Reich, Thomas Riedelsheimer, Marcus H. Rosenmüller, Josef Rödl, Michael Schaack, Michael Schanze, Hans-Christian Schmid, Heiner Stadler, Herman Weigel, Wim Wenders, Egon Werdin und Sönke Wortmann.

Des Weiteren gehören Christian Becker, Quirin Berg, Christoph Biemann, Friedrich Böhm, Christian Ditter, Andreas Dorau, Jakob M. Erwa, Frauke Finsterwalder, Sikander Goldau, Margrét Rún, Esther Gronenborn, Jörg Grünler, Benjamin Herrmann, Christoph Hochhäusler, Vanessa Jopp, Lutz Konermann, Thomas Kronthaler, Gabi Kubach, Sebastian Kutzli, Niels Laupert, Joachim Masannek, Rainer Matsutani, Sebastian Niemann, Lasse Nolte, Jobst Oetzmann, Philipp J. Pamer, Wolfram Paulus, Michael Polle, Christopher Roth, Lennart Ruff, Dorothee Schön, Marco Serafini, Robert Sigl, Peter Stauch, Max Wiedemann und Tomy Wigand zum Kreis der Absolventen der HFF München.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juliane A. Ahrens, Judith Früh, Judith Westermann (Hg.): Hochschule für Fernsehen und Film. 50 Jahre - 50 Filme. Eine unverschämte Auswahl. edition text + kritik, München 2017, ISBN 978-3869165592.
  • Peter c. Slansky (Hg.): Vom Widerstand des Geräts. 50 Jahre HFF München, 50 Absolventen, 50 Filmgeräte. edition text + kritik, München 2017, ISBN 978-3869165585.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochschule für Fernsehen und Film München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierende an Hochschulen Wintersemester 2013/14 (PDF; 4 MB; Seite 78) Abgerufen am 14. April 2017
  2. Peter C. Slansky: Filmhochschulen in Deutschland. Geschichte – Typologie – Architektur. edition text + kritik, München 2011. ISBN 978-3-86916-116-7
  3. HFF-München. Abgerufen am 31. Mai 2013.
  4. Monika Lerch-Stumpf (Hrsg.): HFF-Guide, Band 1: Kurs A-Q, München 2007
  5. Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vom 18. September 2015
  6. hff-muenchen.de: Lehrstuhl VFX
  7. Focus Ranking der Filmhochschulen Ausgabe 22/2006.
    Erläuterungen zur Recherche, Focus Online gefunden am 28. Dezember 2006.
    Erläuterungen zur Datenerhebung, Focus Online gefunden am 28. Dezember 2006.
  8. Peter C. Slansky: Filmhochschulen in Deutschland. Geschichte – Typologie – Architektur; S. 777 ff. edition text + kritik, München, 2011. ISBN 978-3-86916-116-7
  9. The Hollywood Reporter:http://www.hollywoodreporter.com/gallery/thrs-top-25-film-schools-354506#16, Ausgabe 25. Juli 2012
  10. http://www.hollywoodreporter.com/news/best-film-schools-world-811368
  11. The Hollywood Reporter:http://www.hollywoodreporter.com/news/hollywood-reporter-top-25-film-schools-usc-ucla-afi-353726, Ausgabe 25. Juli 2012

Koordinaten: 48° 8′ 48″ N, 11° 34′ 9″ O