Svend Riemer

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Svend Henry Riemer (* 28. Oktober 1905 in Berlin; † 15. Mai 1977 in Fullerton, Kalifornien) war ein deutscher Soziologe, der in die Vereinigten Staaten emigrierte.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riemer war seit 1930 wissenschaftlicher Angestellter der Universität Kiel, kündigte seine Stelle jedoch 1933, nachdem ihm mitgeteilt worden war, seine Entlassung wegen "Mischehe" sei bereits geplant. Seine Bemühungen um ein Stipendium für die London School of Economics fruchteten nicht. In Schweden bekam er nach Unterstützung von Gunnar Myrdal eine Anstellung an der Stockholmer Handelshochschule.

1938 wanderte Riemer in die USA aus. Dort lehrte er unter anderen an der University of Minnesota und der Cornell University. Von 1952 bis zu seiner Emeritierung 1971 war er Professor an der University of California, Los Angeles. Er gehörte zu denjenigen sozialwissenschaftlichen Emigranten, die sich in der neuen Umgebung eher der Lehre als der Forschung widmeten.

Riemer kehrte nicht nach Deutschland zurück.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Soziologie des Nationalsozialismus, in: Die Arbeit. Zeitschrift für Gewerkschaftspolitik und Wirtschaftskunde, 9. Jahrgang, Berlin 1932.
  • Mittelstand und sozialistische Politik, in: Die Arbeit. Zeitschrift für Gewerkschaftspolitik und Wirtschaftskunde, 9. Jahrgang, Berlin 1932.
  • Die Emigration der deutschen Soziologen nach den Vereinigten Staaten, in Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 11 (1959), S. 100–112.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]