Swing State

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016: Einfärbung nach roten (von den Republikanern gewonnenen) und blauen (von den Demokraten gewonnenen) Staaten, ganz hell: mit einem Abstand von weniger als vier Prozentpunkten gewonnen
Der Cook Partisan Voting Index nach der Präsidentschaftswahl 2016, die Intensität der Farben steht ebenfalls für die Stärke der dominierenden Partei im jeweiligen Bundesstaat

Swing state (englisch für „schwankender Staat“) ist ein Begriff zu Wahlen in den Vereinigten Staaten, der insbesondere bei Präsidentschaftswahlkämpfen verwendet wird. Der Begriff bezeichnet einen Staat, in dem beide große Parteien (Demokraten oder Republikaner) eine gute Chance auf den Wahlsieg haben, er also gewissermaßen auf der Kippe steht.

Andere Begriffe für diese Situation sind toss-up-state („Münzwurf-Staat“), battleground state („Schlachtfeldstaat“) oder purple state („lila Staat“ in Anspielung auf die Unterscheidung in rote Staaten und blaue Staaten).

Der Präsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk, sondern durch eine Wahlmännerversammlung, das Electoral College, gewählt. Jeder Bundesstaat entsendet Wahlleute in das Electoral College, deren jeweilige Anzahl von der Größe der Bevölkerung abhängt. Der Kandidat, der die einfache Mehrheit der Wählerstimmen in einem Bundesstaat bekommt, erhält immer alle Wahlleute des Staates. Das bedeutet auch, dass die Wählerstimmen für den unterlegenen Kandidaten der Gegenpartei ohne Gewicht bleiben („winner-takes-all“-Prinzip). Einzige Ausnahmen sind Nebraska und Maine, deren Wahlleute teilweise nach dem Sieger in den Kongresswahlbezirken bestimmt werden.

Einige Staaten gelten als Hochburgen jeweils einer der großen Parteien, weshalb sie nach den Parteifarben als rote oder blaue Staaten bezeichnet werden. Die Republikaner dominierten seit den 2000er Jahren die eher konservativen Staaten des Deep South und die meisten der dünn besiedelten Staaten des Mittleren Westens, während die Demokraten in den liberaleren Staaten der Westküste wie Kalifornien sowie die dicht besiedelten Staaten im Nordosten dominierten (siehe Blue Wall). Diese Staaten gelten als sicher für die jeweilige Partei und werden daher auch als safe states („sichere Staaten“) bezeichnet.

Im Gegensatz dazu ist in den swing states das Ergebnis offen, weil hier grundsätzlich keine der beiden Parteien eine strukturelle Dominanz hat. Daher konzentrieren sich Präsidentschaftswahlkämpfe auf diese Staaten, auch wenn diese nur wenige Wahlleute stellen, da nur verhältnismäßig wenige Wechselwähler gewonnen werden müssen, um alle Wahlleute des Staates zu erhalten. Beispielsweise floßen im Präsidentschaftswahlkampf 2016 99 % aller Wahlkampfmittel in diese Staaten und es fanden 95 % alle Wahlkampfauftritte dort statt.[1]

Der Cook Partisan Voting Index gibt an, wie Staaten im Vergleich zum nationalen Stimmenanteil bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen gewählt haben.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thorsten Denkler, New York: Warum die Wahl 2020 für Trump ein leichtes Spiel werden könnte. In: sueddeutsche.de. 18. November 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 18. November 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]