Synagoge (Dransfeld)

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Synagoge in Dransfeld
Gedenktafel

Die ehemalige Synagoge in Dransfeld, einer Stadt im Landkreis Göttingen, wurde um 1810[1] an der Gerlandstraße 7 errichtet und ist ein geschütztes Baudenkmal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um einen kleinen, fast quadratischen Bruchsteinbau[1], deutlich zurückgesetzt gegenüber der geschlossenen Zeilenbebauung der Gerlandstraße, die nach dem Stadtbrand von 1834 neu gebaut wurde. Bei diesem Brand ging vermutlich auch das Vorderhaus der Synagoge verloren und wurde nicht wieder aufgebaut; stattdessen richtete die jüdische Gemeinde ein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite als Schulhaus ein.

Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 von SA-Angehörigen aus Hann. Münden verwüstet, ihre Inneneinrichtung zerstört. Das Gebäude blieb von einer Brandlegung verschont, da durch die enge Bebauung die Gefahr eines Großfeuers bestand. Die jüdische Gemeinde Dransfeld war 1938 in Auflösung begriffen und wurde zum Verkauf ihrer Immobilien, und so auch der Synagoge, genötigt.

Das Synagogengebäude wurde zunächst als Turnhalle, Proviantdepot, Suppenküche genutzt, bis es ab 1951 als katholische Kirche Zu den Sieben Schmerzen Mariens diente. Als die katholische Gemeinde im Jahr 1975 einen Kirchenneubau erhielt,[2] wurde eine Gedenktafel mit folgender Inschrift angebracht:
„Diese Synagoge – 1810 erbaut – entging den Brandstiftungen des 9. XI. 1938. Die hier beteten, wurden vertrieben oder vernichtet. Bewahret ihr Vermächtnis! 1951–1975 Kapelle der katholischen Gemeinde“.

Seit 1986 befindet sich in dem renovierten Gebäude eine Schreinerwerkstatt. Diese Nachnutzung führte zu einem hohen Substanzerhalt, was im Vergleich mit etwa zeitgleichen, profanierten Landsynagogen in Südniedersachsen ungewöhnlich ist.

Erhaltene Elemente des Synagogenbaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen blieb die Frauenempore erhalten, darunter befand sich der Vorraum und Eingangsbereich. Die klassizistische, zweiflüglige Tür des Vorraums zum Innenraum ist in situ vorhanden. Damit ist die Mittelachse Eingangsportal im Westen – Tür zum Hauptraum – Toraschrein an der Ostwand nachvollziehbar.[3] Von außen ist dieser ehemalige Toraschrein als Vorbau (Auslucht) gut erkennbar. Beim Treppenaufgang zum Dachboden blieb sogar ein Teil der ursprünglichen Ausmalung erhalten.[3] Ebenso hat der Innenraum noch seine flache Stuckdecke, die nahtlos in die Wandflächen übergeht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Synagoge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Kellmann: Synagogen in Einbeck und Südniedersachsen. S. 63.
  2. St. Marien Dransfeld
  3. a b Thomas Kellmann: Synagogen in Einbeck und Südniedersachsen - heute. S. 64.

Koordinaten: 51° 30′ 13″ N, 9° 45′ 42″ O