Törggelen

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Törggelen (von Torggl, lateinisch torculus für Weinpresse) bezeichnet einen Brauch in Südtirol.

Ursprünglich besuchten im Spätherbst Städter und Wirte die Winzer, um im Presshaus den neuen Wein zu verkosten bzw. dessen Qualität zu überprüfen.[1][2][3][4] Mittlerweile findet das Törggelen in Buschenschänken statt und wurde zur Touristenattraktion.[5]

Typisch für eine Törggele-Mahlzeit sind Siaßer oder Sußer (Traubenmost in den ersten Tagen der Gärung) und junger Wein (Nuier) als Getränk sowie geröstete Kastanien (Keschtn), Nüsse (Nussn) und eventuell süße Krapfen. Als Hauptgericht gab es früher hauptsächlich Speck, Kaminwurzen (meist aus hauseigener Produktion) und Roggenbrot oder einfache Gerichte aus der Bauernküche Südtirols. Heute werden meist deftige Schlachtplatten mit Surfleisch, Sauerkraut, diversen Würsten (Blut-, Hauswurst) und Knödeln serviert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Gufler: Törggelen gian. In: Südtiroler Kastanien. Bozen 2011, S. 116–17.
  2. Josef Weingartner: Brixen - Heimat des Herzens. In: Landschaft und Kunst in Südtirol. Bozen 1979, S. 35.
  3. Josef Weingartner: Unterwegs. Lebenserinnerungen. Innsbruck 1951, S. 147–149.
  4. Ernst Loesch: Beim "Törggelen". In: Südtiroler Erinnerungen. Bozen 1998, S. 87–92.
  5. H. Gerlach, S. Bingemer: Alpenküche. Gräfe Und Unzer, München 2007, ISBN 978-3-8338-0239-3, S. 112.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]