THW-Jugend

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THW-Jugend e. V.
Logo der THW-Jugend e. V.
Jugendverband
Gründungsjahr 1984
Bundesjugendleiter Ingo Henke
Sitz Bonn-Lengsdorf
gehört zum Technischen Hilfswerk
Junghelfer 14.696 (Stand Mai 2011)[1]
Mädchenanteil 8,64 %
Aufbau 668 Ortsjugenden[1]
13 Landesjugendleitungen
Offizielle Homepage www.thw-jugend.de

Die THW-Jugend ist ein eingetragener Verein und vereinende Organisation aller THW-Jugendgruppen des Technischen Hilfswerkes (THW) in Deutschland. Die THW-Jugend ist ein gemeinnütziger Verein, der in der Jugendarbeit tätig ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde der Verein „THW-Jugend e. V.“ in Ahrweiler im Jahre 1984. Aber bereits in den siebziger Jahren hatten sich in vielen Ortsverbänden Jugendgruppen gebildet, die aber noch nicht auf Bundesebene organisiert waren.

Mittlerweile teilen sich etwa 15.000 Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren auf 668 THW-Ortsjugenden auf. Die Jugendgruppen sind im Regelfall immer an einem THW-Ortsverband angegliedert.

Ziele, Ausbildung und Unternehmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die THW-Jugend hat das Ziel, ihre jugendlichen Mitglieder auf spielerische Weise an die Technik des Technischen Hilfswerkes heranzuführen, ganz unter dem Motto der THW-Jugend: „Spielend helfen lernen“. Ein Nebengedanke zur sinnvollen Beschäftigung der Jugendlichen innerhalb der THW-Jugendgruppe ist die Nachwuchsgewinnung für das THW.

Nach der Ausbildungsrichtlinie der THW-Jugend sollen technische Ausbildungsthemen ca. ein Drittel des Jahresprogrammes ausmachen. Besonders großer Wert wird auf „allgemeine“ Jugendarbeit gelegt. Durch diese Aufteilung wird erreicht, dass den Junghelfern die Arbeit und Aufgaben des THW vermittelt werden, aber auch, dass sie den Umgang miteinander in der Gruppe erlernen.

Landesjugendlager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Landesjugend veranstaltet alle drei Jahre ein Landesjugendlager, bei dem viele Ortsjugenden teilnehmen. Zusätzlich zu den normalen Lageraktivitäten wie Ausflüge und Workshops wird hier auch der Landesjugendwettkampf ausgetragen. Die jeweiligen Sieger ziehen weiter in den Bundesjugendwettkampf. Darüber hinaus gibt es noch kleinere Wettkämpfe, die sogenannten Bezirkswettkämpfe.

Bundesjugendlager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesjugendlager ist das logistisch herausforderndste Lager der THW-Jugend. Ortsjugenden aus ganz Deutschland nehmen am Lager teil. Zusätzlich zu den normalen Ausflügen und Workshops wird hier der Bundesjugendwettkampf veranstaltet. Dabei treten die Sieger der Landesjugendwettkämpfe gegeneinander an.

  • 1985 Oberschleißheim (Bayern)
  • 1987 Springe (Niedersachsen)
  • 1990 Schwaigern (Baden-Württemberg)
  • 1992 Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen)
  • 1994 Mühldorf am Inn (Bayern)
  • 1996 Detmold (Nordrhein-Westfalen)
  • 1998 Pinneberg (Schleswig-Holstein)
  • 2000 Gunzenhausen (Bayern)
  • 2002 Bostalsee (Saarland)
  • 2004 Münsingen (Baden-Württemberg)
  • 2006 Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)
  • 2008 Trier (Rheinland-Pfalz)
  • 2010 Wolfsburg (Niedersachsen)
  • 2012 in Landshut mit 4.000 Teilnehmer
  • 2014 auf dem Gelände des ehemaligen JHQ Rheindahlen in Mönchengladbach mit ca. 4.600 Teilnehmer
  • 2016 auf dem Gelände der Holstenhallen in Neumünster
  • 2019 in Rudolstadt

Andere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Bundesjugendlager nehmen einige THW-Jugendgruppen im Rahmen der allgemeinen Jugendarbeit an dem internationalen Jugendprojekt Young Helpers on the Air (YHOTA) teil, bei dem es darum geht, mit anderen THW-Jugendgruppen und Jugendgruppen anderer Hilfsorganisationen sowie Schulsanitätsdiensten während einer weltweiten „Funkparty“ Kontakt aufzunehmen.

Laut Dienstplan werden in regelmäßigen Abständen Ausbildungsveranstaltungen abgehalten. Hier erlernen die Junghelfer nicht nur THW-relevante Themen wie Seilkunde, Stegebau, Kartenkunde, Umgang mit OpenStreetMap, Ausleuchten von Einsatzstellen, Erste Hilfe, Transport von Verletzten, Holz- und Steinbearbeitung, es werden auch Spiele-, Film-, Bastel-, Grill- und Kameradschaftsabende veranstaltet. Gemeinsame Unternehmungen wie Zeltlager sind bei den Junghelfern besonders beliebt und bilden oft den Höhepunkt des Jahres.

Junghelfer und Mitglieder der THW-Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Junghelfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jugendlichen Mitglieder der THW-Jugend werden Junghelfer genannt. Junghelfer kann jeder werden, der das 6., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat. Diese Junghelfer werden dann im Rahmen ihrer Ausbildung auf die Tätigkeiten im THW vorbereitet.

Mitglied kann jeder werden, der ein Interesse an der Mitgliedschaft hat. Es können natürlich, wie bei jedem Verein, Personen jeden Alters aufgenommen werden. Sind diese Mitglieder aber nicht jugendlich und wirken nicht direkt im Rahmen der Ausbildung mit, werden diese Mitglieder nicht Junghelfer genannt.

Bekleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junghelfer in Uniform (mit Aktivhelfernamensschildern und alten Helmen)

Jeder Junghelfer erhält beim Eintritt eine speziell für die THW-Jugend angefertigte Jugendkleidung. Diese ist 7-teilig (Hose, Jacke, Fleecejacke, Sicherheitsschnürschuhe, T-Shirt kurzarm, T-Shirt langarm, Schutzhelm) und sieht der Einsatzkleidung des Technischen Hilfswerkes sehr ähnlich. Jacke und Hose sind ebenfalls in blauer Grundfarbe und mit gelben Reflektorstreifen ausgestattet. Im Unterschied zur Einsatzkleidung sind die Ecken an den Aufsatztaschen der Hose sowie Schulterbereich und Innenkragen der Jacke in Hellblau gefasst. Die linke Brusttasche ist zudem mit dem THW-Jugend-Emblem versehen. Die Fleecejacke besitzt links auf Brusthöhe eine Innentasche und ist an derselben Stelle außen mit dem THW-Jugend-Emblem versehen.

Leistungsabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Junghelfer gibt es bundesweit die Möglichkeit, ein Leistungsabzeichen in den Varianten Bronze, Silber und Gold zu erlangen.

Voraussetzungen:

  • Bronze:
    • mindestens 1 Jahr Mitglied bei der THW-Jugend
    • mindestens 12 Jahre
  • Silber:
    • mindestens 2 Jahre Mitglied bei der THW-Jugend
    • mindestens 14 Jahre
    • Erste-Hilfe-Kurs
    • Bronze-Abzeichen
  • Gold:
    • mindestens 3 Jahre Mitglied bei der THW-Jugend
    • mindestens 16 Jahre
    • Erste-Hilfe-Kurs
    • Silber-Abzeichen

Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsjugendbeauftragte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junghelfer werden von ehrenamtlichen Helfern, Ortsjugendbeauftragter (OJB) genannt des THWs betreut. Diese Ortsjugendbeauftragte müssen eine abgeschlossene Grundausbildung besitzen und einen Lehrgang absolvieren. Auf diesem wird der Umgang mit Kindern und Gruppen vermittelt, aber auch wichtige Gesetze und Regelungen (Aufsichtspflicht, Jugendschutzgesetz) und THW-relevante Inhalte werden thematisiert.

Für eine spätere erneute Berufung zum OJB besteht eine Fortbildungspflicht.

Beim THW wird die Jugendleitercard (JuLeiCa) anerkannt. Besitzer der JuLeiCa können einen verkürzten Lehrgang besuchen, um die Qualifizierung zum OJB zu erhalten. Die Gültigkeit der JuLeiCa ist auf drei Jahre begrenzt, innerhalb dieser Frist muss eine 8-stündige Fortbildung nachgewiesen werden. Hierfür werden teilweise die von den einzelnen Landesvereinigungen der THW-Jugend angebotenen Seminare und Fortbildungen anerkannt.

Der Ortsjugendbeauftragte ist Mitglied des OV-Stabes eines THW-Ortsverbands. Er ist somit dem stellvertretenden Ortsbeauftragten unterstellt.

Die wichtigste Unterscheidung zwischen dem Ortsjugendbeauftragten und dem (Orts-)Jugendleiter liegt darin, dass der OJB Mitglied der Bundesanstalt THW ist, die Interessen der Jugendgruppe gegenüber dem THW zu vertreten hat und verantwortlich für die Ausbildung der Jugendgruppe ist. Er steht der Jugend als Ansprechpartner zu Fragen das THW und den OV betreffend zur Verfügung. Der (Orts-)Jugendleiter hingegen ist der eigentliche Leiter der Jugendgruppe (Verwaltungstätigkeiten, evtl. Vereinsvorsitzender) und nicht zwingend Mitglied der Bundesanstalt THW. Ihm steht der Beauftragte nur beratend zur Seite.

Der (Orts-)Jugendleiter (OJL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Funktionsträger der THW-Jugend e. V. (früher Jugendgruppenleiter). Man hat hier den Namen Jugendleiter aus dem BGB/KJHG ins Leben gerufen und die Eigenkreation („Jugendgruppenleiter“) der THW-Jugend e. V. gestrichen. Damit verbunden ist klar, dass der Jugendleiter rechtsfähig sein muss und das 18. Lebensjahr vollendet haben muss. Er ist der „Vereinsvorsitzende“. Gibt es im OV/Zuständigkeitsbereich nur eine Jugendgruppe, ist er automatisch Ortsjugendleiter. Anderenfalls müsste aus dem Kreis der Jugendleiter ein Ortsjugendleiter gewählt werden. Ihm steht mindestens ein Stellvertreter zur Seite.

Der Jugendsprecher (JuSpre)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damit das Demokratieverständnis unter den Jugendlichen geprägt werden kann, wurde die Funktion Jugendsprecher ins Leben gerufen. Er ersetzt die Funktion des Jugendgruppenleiters. Er ist letztlich das Bindeglied zwischen allen. Der Jugendsprecher kann minderjährig sein. Er sollte (muss aber nicht) das 16. Lebensjahr vollendet haben. Ihm steht ein Stellvertreter zur Seite. Er wird ebenfalls zu Sitzungen des Ortsjugendvorstandes (bestehend aus OJL, stv. OJL und JuSpre) eingeladen und ist hierbei stimmberechtigt

Übertritt zum THW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standardmäßige Übernahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Vollendung des 17. Lebensjahrs besteht für die Junghelfer die Möglichkeit, in den aktiven Dienst des Technischen Hilfswerkes übernommen zu werden. Dafür entscheiden sich jedes Jahr über 1.000 Junghelfer.[1]

Kombinationsprüfung Leistungsabzeichen Gold[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Zeitpunkt, an dem ein Junghelfer das goldene Leistungsabzeichen ablegen kann, kann er alternativ auch die sogenannte Kombinationsprüfung ablegen. Dabei muss er die praktischen Aufgaben des Leistungsabzeichen, sowie die Theorie der regulären Grundausbildungsprüfung absolvieren. Ist dies erfolgreich, wird der Junghelfer direkt bei Vollendung des 18. Lebensjahres zum vollwertigen Helfer der Bundesanstalt. In dem dazwischenliegenden Zeitraum kann er bereits einer Gruppe im technischen Zug zugeteilt werden.

Jugend-Journal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jugend-Journal ist die offizielle Mitgliederzeitschrift der THW-Jugend. Ihre Auflage besteht aus 18.000 kostenlosen Exemplaren, welche nicht im Handel erhältlich sind, sondern nur im Auftrag der Bundesgeschäftsstelle in Bonn über das THW-Logistikzentrum in Heiligenhaus versendet werden. Die Redaktion besteht aus 10 bis 15 rein ehrenamtlichen Mitgliedern, welche ihre redaktionelle Arbeit dabei von zuhause aus erledigen, feste Redaktionsräume wie bei anderen Zeitschriften gibt es dabei nicht. Lediglich zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Redaktion zum Austausch, zur Festlegung kommender Beiträge und Verteilung von Aufgaben an wechselnden Orten. Neben den festen Redaktionsmitgliedern werden auch Fremdautoren tätig. Beispielsweise für Reportagen, Fachbeiträgen und insbesondere zur Rubrik „Live dabei“, unter der die Jugendgruppen Beiträge über ihre Veranstaltungen zusenden können.

Arbeitsgemeinschaft der helfenden Jugendverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die THW-Jugend e. V. gehört der Arbeitsgemeinschaft der helfenden Jugendverbände (H7) an, dem Zusammenschluss der Nachwuchsorganisationen der im Bevölkerungsschutz aktiven Organisationen. Weitere Mitglieder sind die Arbeiter-Samariter-Jugend, die Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Jugendfeuerwehr, das Jugendrotkreuz, die Johanniter-Jugend und die Malteser Jugend.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c THW Jahresbericht 2009, S. 51.