Lengsdorf

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Lengsdorf
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 42′ 39″ N, 7° 4′ 7″ O
Höhe: 95 m
Einwohner: 7199 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahlen: 53123, 53127
Vorwahl: 0228
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Lage des Ortsteils Lengsdorf im Bonner Stadtbezirk Hardtberg

Lengsdorf ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Hardtberg mit 7000 Einwohnern, was etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung Bonns entspricht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lengsdorf wurde im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt und lebte viele Jahrhunderte hauptsächlich vom Weinbau. Am 1. August 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lengsdorf nach Bonn eingemeindet.[2] Die Gemarkung Lengsdorf in den Grenzen der ehemaligen Gemeinde besteht bis heute.[3] Das Heimatmuseum Lengsdorf schildert in Ausstellungen, Vorträgen und Exkursionen die Geschichte des Stadtteils.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Gemeinschaftsgrundschule Kreuzbergschule, zwei Kindergärten und mehreren Kindertagesstätten, verfügt Lengsdorf über eine römisch-katholische Kirche, ein Vereinshaus, welches von den ansässigen Vereinen gemeinsam erbaut wurde und ein der römisch-katholischen Kirche angegliedertes Gemeindezentrum.

Weitere öffentliche Einrichtungen sind eine Katholische öffentliche Bücherei und ein Jugendzentrum. Mit dem Haus Mühlenbach gibt es weiterhin eine private Einrichtung zur Altenpflege.

Lengsdorf besitzt außerdem viele Vereine, darunter Sport- und Heimatvereine, welche sich im Ortsfestausschuss Lengsdorf organisieren.

Lengsdorf ist Standort des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Insgesamt gibt es in Lengsdorf etwa 2.200 Arbeitsplätze.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Petri in Ketten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchentreppe Westaufgang
Nordansicht der Pfarrkirche St.Petri in Ketten 2007

Die römisch-katholische Pfarrkirche Lengsdorfs ist die romanische Kirche St. Petri in Ketten aus dem 13. Jahrhundert.

Pfarrhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrhaus wurde in den Jahren 1887 bis 1888 als Ersatz für einen Vorgängerbau neu erbaut.

Die ehemalige Dorfschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Dorfschule, im Jahre 1836 erbaut, beherbergt heute das Lengsdorfer Heimatmuseum.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährliche Höhepunkte des dörflichen Lebens sind der Karnevalszug, die Fronleichnamsprozession, die Kirmes im August, das „Gerümpelturnier“ und das Weinfest. In Lengsdorf gibt es ferner alljährlich am Martinstag einen St. Martinszug, bei dem insbesondere Kindergarten- und Schulkinder ihre selbstgebastelten Laternen präsentieren. Zum Abschluss findet traditionell ein Martinsfeuer und das Martinssingen mit anschließendem „Schnörzen“ statt.

Statistische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf rund 180 Hektar wohnen die 5.156 Lengsdorfer. Seit 1990 ist der Stadtteil stark gewachsen: Die Einwohnerzahl hat um 12,2 % zugenommen. Der durchschnittliche Lengsdorfer ist mit 40 Jahren genauso alt, wie der Durchschnitts-Bonner. 830 Menschen sind unter 18 Jahre alt, fast 800 sind 65 oder älter. Fast jeder zweite Lengsdorfer ist katholisch (47 %), 20 % sind evangelisch (im Vergleich zu Bonn 41 % katholisch, 23 % evangelisch). Im Stadtteil leben rund 1000 Zuwanderer, was 22,1 % (Bonn 22,4 %) entspricht.

Das Mietpreisniveau der rund 2.300 Lengsdorfer Wohnungen liegt mit 0,7 Prozent über dem Bonner Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 13,5 % (Bonn: 9,2 %).

Katzenlochbachtal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Länge von sieben Kilometern erstreckt sich unmittelbar an Lengsdorf angrenzend das Naturschutzgebiet Katzenlochbachtal, in dem es nur vier Querungen zwischen Röttgen und Ückesdorf auf der westlichen und Lengsdorf und Ippendorf auf der östlichen Seite gibt: zwei Holzbrücken, den Weg, „Am Katzenlochbach“, und den Schiffgesweg. Das Tal wird Katzenlochbachtal genannt, aufgrund des Katzenlochbachs, der von Röttgen über Ückesdorf durch das Katzenlochbachtal fließt (und später als Endenicher Bach nach ca. 10,6 km als längster Bach Bonns in Dransdorf mündet[4]). Am Katzenlochbach haben vermutlich bis Mitte des 20. Jahrhunderts – die für Tal und Bach namensgebenden – Wildkatzen gelebt, die jedoch durch Jagd und Zersiedelung ausgerottet wurden. Inzwischen wurde im angrenzenden Kottenforst wieder eine Wildkatzenpopulation nachgewiesen, die möglicherweise auch wieder auf das alte Revier Katzenlochbachtal ausgreifen wird.[5] Das Katzenlochbachtal ist ansonsten jedoch sehr naturbelassen: Das Tal verfügt über Erlen-Auwälder und Quellsümpfe am Talhang. Es gibt dort geschützte Tier- (besonders Vogel-)arten, wie die Nachtigall den Pirol und den Eisvogel. Auch Dachs, Iltis, Steinmarder, Baummarder, Ringelnatter und diverse Amphibien wohnen im Naturschutzgebiet. Das Katzenlochbachtal ist bereits seit 1999 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, um diese biologische Vielfalt dort zu erhalten. Im Jahre 2004 wurde der gesamte Kottenforst als Naturschutzgebiet ausgewiesen und umfasst seitdem u. a. auch das Katzenlochbachtal. Seit 2000 ist das Katzenlochbachtal als Teil des Kottenforstes weiterhin als Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet „Waldreservat Kottenforst mit Waldville“[6] ausgewiesen. Neben der Stadtförsterei sind viele ehrenamtliche Helfer im Katzenlochbachtal im Einsatz: Eine Gruppe von Naturschützern – die „Lengsdorfer Bachfreunde“ – die mit etwa 70 Mitgliedern vorhandene Streuobstwiesen im Tal pflegt, die Wiesen mäht und insgesamt auf ein störungsfreies ökologisches Zusammenspiel zwischen Flora und Fauna achtet. Zu den vom Verein durchgeführten Aktionen zählt die Verteilung von Baumpatenschaften. Weiterhin werden von den „Lengsdorfer Bachfreunden“ mit Hilfe der Stadtförsterei standortgerechte Bäume gepflanzt, wobei alte widerstandsfähige Obstsorten bei den Bepflanzungen im Vordergrund stehen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in Bonn nach Ortsteilen (lt. Hauptsatzung) am 31.12.2017, Bundesstadt Bonn – Statistikstelle, Januar 2018
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 82.
  3. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen: Verzeichnis der Gemarkungen (Stand 2005; PDF; 243 kB)
  4. Bachentwicklungsplan 2008 (PDF; 1,7 MB), Bonn.
  5. Erste Ergebnisse bundesweiter Wildkatzeninventur, bund.de, abgerufen 21. Januar 2013
  6. Liste Natura 2000 Gebiete Nr. DE-5308-401, http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/natura2000-meldedok/de/fachinfo/listen/meldedok/DE-5308-401
  7. Lengsdorfer Bachfreunde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lengsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien