DHC Rheinland

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DHC Rheinland
Logo
Voller Name Dormagener Handball-Club Rheinland
Abkürzung(en) DHC
Gegründet 1920, Abteilung Handball: 1949
Vereinsfarben blau / weiß
Halle TSV Bayer Sportcenter
Plätze 3.002
Geschäftsführer Heinz Lieven
Trainer Richard Ratka
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National DHB-Pokal-Finalist
1993
International IHF-Pokal-Finalist
1993

Der Dormagener Handball-Club Rheinland war ein Handballverein aus Dormagen. Der Verein entstand als eine Ausgliederung der Profimannschaft aus der Handballabteilung des TSV Bayer Dormagen mit dem Zweck der wirtschaftlichen Eigenständigkeit. Nach dem Ausstieg des bisherigen Hauptsponsors Bayer AG aus dem Handballsport wurde die erste Herrenmannschaft als eigenständiger Verein ausgegliedert. Die Heimspiele fanden im TSV Bayer Sportcenter statt, das für die Ligaspiele vom TSV Bayer Dormagen gemietet wurde. Heute startet die erste Mannschaft wieder für den Stammverein TSV Bayer Dormagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des TSV Bayer Dormagen
Logo des TSV Dormagen

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen TSV Bayer Dormagen wurde die Handballabteilung 1949 gegründet. Zunächst spielte man ausschließlich Feldhandball und ab 1959 auch Hallenhandball. Die wachsende Popularität des Hallensports führte schließlich dazu, dass der Feldhandball 1976 eingestellt wurde.

Aufstieg bis in die Handball-Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 15 Jahren in unteren Ligen stieg die Mannschaft des TSV Bayer Dormagen 1974 erstmals in die Regionalliga auf. 1982 folgte der Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga. Von 1987 bis 1998 spielte der Verein erstmals in der 1. Handball-Bundesliga. Nach einem Jahr in der zweiten Liga gelang erneut der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach zwei Jahren musste man aber wieder absteigen; aus finanziellen Gründen wechselte der Verein freiwillig in die Regionalliga West. Der Verein fing sich aber schnell wieder und stieg im nächsten Jahr wieder in die 2. Handball-Bundesliga auf.

Im Jahr 2008 konnte sich der Verein erneut für die 1. Handball-Bundesliga qualifizieren. Zum Ende der Saison 2008/09 hat der Verein zwar nur Platz 16 erreicht, durch den Zwangsabstieg von TUSEM Essen und der HSG Nordhorn aus finanziellen Gründen und den sportlichen Abstieg des Stralsunder HV war der Verbleib auch ohne Relegation sportlich gesichert.

Im Jahr 2009 wurde die Handballsparte nach dem Rückzug des Hauptsponsors unter dem Namen TSV Dormagen eigenständig weiter betrieben.

Finanzielle Probleme seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein finanzieller Engpass wurde vom ehemaligen Hauptsponsor Bayer noch abgewendet, dafür erklärte dieser sein endgültiges Ausscheiden zum 30. Juni 2010. Nach der Ausgliederung des Profihandballs aus dem Hauptverein – eine Forderung des Sponsors des Hauptvereins – in eine Spielbetriebs-GmbH mit drei Gesellschaftern sowie dem Hauptverein mit einer Sperrminorität von 26 Prozent, startete die erste Herrenmannschaft unter dem Namen Dormagener Handball-Club Rheinland.[1][2]

Die finanziellen Probleme bekam der Verein nicht gelöst; am 7. Februar 2011 wurde bekannt, dass die Spielbetriebs-GmbH Insolvenz anmelden muss; damit stieg der DHC Rheinland zwangsweise aus der 1. Handball-Bundesliga ab.[3][4]
Zum Insolvenzverwalter wurde der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dirk Andres bestellt.[5] Nach einem erfolgreichen Insolvenzverfahren ist der DHC Rheinland seit Juni 2011 saniert und hat von der Handball-Bundesliga die Lizenz für die Saison 2011/2012 in der 2. Handball-Bundesliga bekommen, allerdings mit der Auflage von acht Minuspunkten durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Klub hatte zunächst keine Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga erhalten. Gegen den Lizenzentzug hatte der DHC bei der HBL Beschwerde eingelegt, welche abgelehnt wurde. Erst durch die Entscheidung eines neutralen Schiedsgerichtes hatte dem Klub die Lizenz unter der Auflage zugesichert, dass das Insolvenzverfahren bis zum 10. Juni 2011 aufgelöst wird.[6][7][8][9][10][11]

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 27. Dezember 2011 haben der DHC Rheinland und die HSG Düsseldorf die Gründung einer Spielgemeinschaft zum 1. Juli 2012 unter dem Namen DDHC Rheinland (Dormagener Düsseldorfer Handball Club) bekanntgegeben.[12] Als Vorgriff auf die künftige Spielgemeinschaft, die insbesondere bei den Fans beider Vereine äußerst umstritten ist, wechseln zur Rückrunde der Saison zwei Leistungsträger der HSG Düsseldorf nach Dormagen.

Am 6. März 2012 zog der DHC wegen erneuter finanzieller Schwierigkeiten seinen Lizenzantrag für die Saison 2012/13 in der 2. Handball-Bundesliga zurück. Damit platzte auch die geplante Spielgemeinschaft mit der HSG Düsseldorf für die Saison 2012/13. Der DHC trat ab der neuen Spielzeit als TSV Bayer Dormagen in der 3. Liga an.[13] Gleichzeitig mit dem Rückzug des Lizenzantrags stellte der Geschäftsführer Heinz Lieven beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag. Grund seien fehlende Einnahmen im niedrigen sechsstelligen Bereich.[14]

Saisonbilanzen seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Spielklasse Platz Sp S U N Tore Diff. Punkte
2000/01 1. Bundesliga 17 38 12 2 24 888:981 093 26:50
2001/02 Regionalliga West 1 30 30 0 0 924:615 309 60:0
2002/03 2. Bundesliga Süd 12 34 14 2 18 893:948 055 30:38
2003/04 2. Bundesliga Süd 4 34 21 3 10 910:853 57 45:23
2004/05 2. Bundesliga Süd 3 34 23 2 9 1015:903 112 48:20
2005/06 2. Bundesliga Süd 2 36 27 5 4 1121:932 189 59:13
2006/07 2. Bundesliga Süd 2 34 23 6 5 1024:886 138 52:16
2007/08 2. Bundesliga Süd 1 34 29 2 3 1060:865 195 60:8
2008/09 1. Bundesliga 16 34 7 5 22 871:1027 −156 19:49
2009/10 1. Bundesliga 16 34 6 2 26 891:1058 −167 14:54
2010/11 1. Bundesliga 1 16 34 8 0 26 848:1006 −158 16:52
2011/12 2. Bundesliga 19 38 13 1 24 990:1039 −49 19:49
2012/13 3. Liga West 2 1 28 22 1 5 870:736 134 45:11
  • Aufstieg
  • Abstieg
  • 1 Abstieg wegen des Insolvenzantrags vom 8. Februar 2011
    2 Nichtaufstieg wegen des Insolvenzantrags vom 6. März 2012

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. TSV Dormagen: Business-Club stellt die Weichen für neue GmbH: „DHC Rheinland“ steht kurz vor der Gründung. Meldung vom 23. November 2009.
    2. Handballforum Dormagen: TSV Dormagen Handball: neue Saison – neue GmbH – neuer Name. 24. November 2009.
    3. zeit.de
    4. http://handballmagazin.com/index.php?id=230&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1796
    5. Jens Krüger: Die Handball-Hoffnung [1], Neuss-Grevenbroicher-Zeitung, 16. Februar 2011 (26. Februar 2014)
    6. Keller, Theresa / Rehm, Holger: Auch keine Zweitliga-Lizenz für den DHC Rheinland, 12. April 2011, abgerufen am 6. März 2012
    7. Guthardt, Steffen / Keller, Theresa: DHC Rheinland legt Beschwerde gegen HBL ein, 19. April 2011, abgerufen am 6. März 2012
    8. Keller, Theresa / Rehm, Holger: HBL-Präsidium lehnt Beschwerde des DHC ab, 27. April 2011, abgerufen am 6. März 2012
    9. Reister, Benjamin: DHC Rheinland darf auf Profihandball hoffen, 17. Mai 2011, abgerufen am 6. März 2012
    10. Reister, Benjamin: DHC Rheinland erhält Lizenz, 14. Juni 2011, abgerufen am 6. März 2012
    11. Bender, Rene: Lizenz erhalten: DHC Rheinland mit Andres und Nachmann erfolgreich, 10. Juni 2011, abgerufen am 19. Februar 2014
    12. wz-newsline.de
    13. Stelmaszyk, Lukas: Zwangsabstieg für Handball-Zweitligisten, URL: http://www.sponsors.de, 6. März 2012, abgerufen am 6. März 2012
    14. Koch, Volker: DHC Rheinland meldet Insolvenz an, URL: http://www.ngz-online.de, 6. März 2012, abgerufen am 6. März 2012