Tabelot

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Landgemeinde Tabelot
Landgemeinde Tabelot (Niger)
Landgemeinde Tabelot
Landgemeinde Tabelot
Koordinaten 17° 36′ N, 8° 56′ OKoordinaten: 17° 36′ N, 8° 56′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Agadez
Departement Tchirozérine
Einwohner 38.994 (2012)
Politik
Bürgermeister Adam Efangal (2012)

Tabelot (auch: Tabelott) ist eine Landgemeinde im Departement Tchirozérine in Niger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist in 45 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf, einen Weiler, 20 Lager und 16 Wasserstellen gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Tabelot im Zentrum der Gemeinde.[2] Die Oase wird von sesshaften Tuareg bewohnt. Sie liegt in einem Tal am südöstlichen Rand der Monts Bagzane, der höchsten Region des Hochgebirges Aïr in der Sahara. Die Nachbargemeinden Tabelots sind Timia im Norden, Fachi im Osten, Tesker im Südosten, Tenhya im Süden, Aderbissinat im Südosten und Dabaga im Nordosten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befindet sich die Ausgrabungsstätte von Gobero mit einem Gräberfeld aus dem Holozän. 1947 richtete die damalige französische Verwaltung in Tabelot eine Schule speziell für die nomadische Bevölkerung ein.[3] Die Landgemeinde Tabelot entstand als Verwaltungseinheit 2002 in einem zuvor gemeindefreien Gebiet. 2009 verursachten Überschwemmungen in verschiedenen Orten im Gemeindegebiet materielle Schäden, von denen insgesamt über 8000 Einwohner unmittelbar betroffen waren.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Tabelot 20.667 Einwohner.[5] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 38.994.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gärten von Tabelot wird Landwirtschaft betrieben. Angebaut werden unter anderem Datteln, Hirse, Kartoffeln und Zwiebeln.[7] Die Zwiebeln sind eine wichtige Handelsware, die in die Regionalhauptstadt Agadez gebracht wird.[8] In Tabelot befindet sich außerdem ein insbesondere für den Handel mit Algerien bedeutender Viehmarkt.[9]

Monts Bagzane im Gemeindegebiet von Tabelot

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit geräumigem Abstand zur Profanbebauung steht in der Ortsmitte eine Freitagsmoschee unbekannten Baujahrs. Ihr Zustand ist renovierungsbedürftig, da der Putz allseitig verwittert ist. Die Gesamtanlage der Hof-Moschee umfasst eine Fläche von 425 Quadratmetern. Auf den Innenhof entfallen dabei 243 Quadratmeter, inklusive eines Nebengebäudes, in welchem an der Westseite eine Madrasa untergebracht ist. Die Madrasa ist ein zweischiffiges Flachdachgebäude mit Eckzinnen und westlichem Zugang. Sie ist galerieartig an allen anderen seiten zum Hof geöffnet. Das Betraumgebäude ist als ausgeprägte Queranlage konzipiert, mit Mihrāb-Abside. Die Außenmauern erscheinen ungegliedert und betont schmucklos. Der Innenraum hat drei Transversalschiffe.[10]

An der südlichen Ortsperipherie liegt eine weitere kleine Ortsviertel-Moschee.[10]

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tabelot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, Dokumentation eines traditionellen Bautyps, Franz Steiner Verlag Stuttgart, 1990, ISBN 3-515-05357-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Conférence Régionale sur la Problématique de l’éducation en milieu nomade dans l’espace sahélo-saharien. SE SDS Sahel Niger, 2013, S. 2, abgerufen am 7. Januar 2015 (PDF-Datei, französisch).
  4. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2009). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
  5. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  6. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  7. Aboubacar Adamou: Agadez et sa région. Contribution à l'étude du Sahel et du Sahara nigériens. Pr. de Copédith, Paris 1979, ISBN 2-85921-044-X, S. 248.
  8. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 184.
  9. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (PDF; 2,5 MB). S. 15, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.
  10. a b Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, S. 374 (s. Lit.)
  11. Jean-Claude Peyronnet: La solidarité internationale à l’échelle des territoires: état des lieux et perspectives. Annexe 5: Document de travail de l’ambassade de France au Niger sur les coopérations décentralisées dans ce pays. Senat der Französischen Republik, 13. November 2012, abgerufen am 6. Juli 2013 (französisch).