Tagino

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tagino (auch: Tegno, Dagino, Dago, Dagan, Tagamo; * in Dollnhofen bei Regensburg; † 9. Juni 1012 in Rothenburg an der Saale) war von 1004 bis 1012 Erzbischof von Magdeburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tagino stammte aus Bayern und war ein Schüler des Heiligen Wolfgangs. Dessen Nachfolger sollte er ursprünglich werden, konnte aber die Bestätigung des Kaisers nicht erhalten. Daraufhin ging er an den Hof König Heinrichs II. und wurde dessen Hofkaplan. Auf dessen Wunsch hin wurde Tagino 1004 zum Erzbischof von Magdeburg gewählt. Er war unter anderem seinem Dienstherrn dabei behilflich, das Bistum Merseburg wiederherzustellen und man entschädigte dafür den bisherigen Vertreter des Bistums, den Bischof von Halberstadt mit großen Ländereien.

So war er auch an weiteren diplomatischen Diensten seines Dienstherrn beteiligt. In Posen unterzeichnete er 1005 den Friedensvertrag zwischen Heinrich II. und Bolesław I. von Polen. Er war an der Gründung des Bistums Bamberg beteiligt, soll das Mauritiusfest eingeführt haben, erweiterte die Domkirche in Magdeburg und legte dort eine Krypta an, die er 1008 weihte. Er hat das Erzstift um weitere Güter bereichert und begleitete Heinrich bei seinem dritten Feldzug gegen Bolesław 1011. Zurück nach Merseburg gekehrt erkrankte er. Daraufhin ließ er sich über Giebichenstein, nach Rothenburg bringen, wo er verstarb. Sein Leichnam wurde nach Magdeburg überführt und im Dom beigesetzt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9), Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
GiselherErzbischof von Magdeburg
1004–1012
Waltard