Tamara Scheer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Tamara Scheer (* 1979 in Wien) ist eine österreichische Historikerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheer studierte Geschichte an der Universität Wien und wurde 2006 bei Erwin A. Schmidl mit einer Arbeit über das k.u.k. Kriegsüberwachungsamt im Ersten Weltkrieg zur Dr. phil. promoviert. 2020 erhielt sie die Venia docendi an der Universität Wien mit der Habilitationsschrift „Language Diversity and Loyalty in the Habsburg Army, 1868–1918“.[1]

Seit 2018 ist sie Elise-Richter-Stipendiatin am Institut für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien.

Seit 2019 arbeitet sie am Päpstlichen Institut Santa Maria dell´Anima in Rom und ist derzeit Leiterin des Projekts zur Identifizierung der 450 österreichisch-ungarischen Soldaten in der Krypta der Anima.[2]

Sie war von 2007 bis 2009 Projektassistentin „Ergänzungsraum Südosteuropa – Konzepte und Strategien des Mitteleuropäischen Wirtschaftstags“ am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. 2009 wurde sie externe Lektorin am Wiener Institut für Osteuropäische Geschichte und am Institut für Zeitgeschichte.

Von 2010 bis 2012 war sie ÖAD-Post-Doc-Stipendiatin (Titel: „Österreich-Ungarns Präsenz im Sandschak von Novipazar (1879–1908)“) an der Fakultät für Mitteleuropäische Studien der Andrássy Universität Budapest.

2013 bis 2018 war sie als Hertha-Firnberg-Stipendiatin des (FWF) wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft in Wien. Sie forschte dort zur Geschichte Österreich-Ungarns[3] und leitet das Projekt „Die Sprachenfrage in der k.u.k. Armee als Teil der Nationalitätenfrage in der Habsburgermonarchie (1868–1914)“.

Überdies war sie 2014 Gastwissenschafterin am Trinity College Dublin in Irland und 2015 am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Im Jahre 2016 wurde sie Dobrovsky Fellow an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Ferner gehört sie dem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierten wissenschaftlichen Netzwerk „Sozialfürsorge und Gesundheit in Ost- und Südosteuropa im langen 20. Jahrhundert“ an[4] und ist Mitglied des Arbeitskreises Militärgeschichte[5] sowie des Militärwissenschaftlichen Beirats des österreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung.

Im Wintersemester 2016/17 hielt sie an der Universität Wien ein Guided Reading mit dem Titel „Sprachgebrauch und Nationalitätenzugehörigkeit in der Habsburgermonarchie“.[6]

Scheer veröffentlichte u. a. in der Österreichischen Militärischen Zeitschrift, der Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung und dem Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies. Sie ist Mitglied im Römischen Institut der Görres-Gesellschaft.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen Front und Heimat. Österreich-Ungarns Militärverwaltungen im Ersten Weltkrieg (= Neue Forschungen zur ostmittel- und südosteuropäischen Geschichte. Band 2). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-631-58721-8.
  • Die Ringstraßenfront. Österreich-Ungarn, das Kriegsüberwachungsamt und der Ausnahmezustand während des Ersten Weltkrieges. [Amtliche Publikation der Republik Österreich, Bundesminister für Landesverteidigung und Sport]. Hrsg.: Republik Österreich, Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, Heeresgeschichtliche Museum (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums. Band 15). Wien 2010, ISBN 978-3-902551-16-0.
  • „Minimale Kosten, absolut kein Blut“. Österreich-Ungarns Präsenz im Sandžak von Novipazar (1879–1908) (= Neue Forschungen zur ostmittel- und südosteuropäischen Geschichte. Band 5). Lang, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-631-64214-6.
  • mit Wolfgang Etschmann, Erwin A. Schmidl: An der Grenze. Der erste Einrückungstermin des Bundesheeres und der Einsatz während der Ungarnkrise 1956. Eine Publikation der Landesverteidigungsakademie Wien und des Heeresgeschichtlichen Museums. Vehling, Graz 2006, ISBN 978-3-85333-129-3.
  • Von Friedensfurien und dalmatinischen Küstenrehen. Vergessene Wörter aus der Habsburgmonarchie. Amalthea Signum Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-99050-145-0.
  • gemeinsam mit Clemens Ruthner: Bosnien-Herzegowina und Österreich-Ungarn, 1878–1918: Annäherungen an eine Kolonie (= Kultur – Herrschaft – Differenz. Band 24). Francke, Tübingen 2018, ISBN 978-3-7720-8604-5.
  • gemeinsam mit Markian Prokopovych, Carl Bethke: Language Diversity in the Late Habsburg Empire (= Central and Eastern Europe: Regional Perspectives in Global Content. Band 9). Brill, Leiden 2019, ISBN 978-90-04-40210-2 (englisch).
  • Die Sprachenvielfalt in der österreichisch-ungarischen Armee (1867–1918) (=Schriftenreihe des Heeresgeschichtlichen Museums 31, Wien 2022), ISBN 978-3-903403-00-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tamara Scheer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tamara Scheer: Language Diversity and Loyalty in the Habsburg Army, 1868-1918. Habilitationsschrift an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Januar 2020, doi:10.25365/thesis.65387, urn:nbn:at:at-ubw:1-16285.19517.595664-9 (englisch).
  2. Tamara Scheer: List of Names and Description Anima Project. 15. März 2022, S. 128 (englisch, univie.ac.at [PDF; 43,3 MB; abgerufen am 6. April 2022]).
  3. Tamara Scheer. Ludwig Boltzmann Cluster Geschichte, archiviert vom Original am 16. August 2016; abgerufen am 6. April 2022.
  4. Netzwerkmitglieder: Tamara Scheer. In: Wissenschaftliches Netzwerk Sozialfürsorge und Gesundheit in Ost- und Südosteuropa im langen 20. Jahrhundert. Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas Universität Regensburg, abgerufen am 6. April 2022.
  5. Scheer, Tamara, Dr. Arbeitskreis Militärgeschichte, abgerufen am 6. April 2022.
  6. 070075 GR Guided Reading | Sprachgebrauch und Nationalitätenzugehörigkeit in der Habsburgermonarchie (2016W). Universität Wien, abgerufen am 6. April 2022.