Tauteich

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Ein Tauteich mit drei Maultieren im albanischen Lunxhërisë-Gebirge

Tauteiche, auch Tauweiher genannt, dienen der Süßwasserversorgung in Gebieten ohne nutzbare Quellen, Grundwasser oder sonstige Gewässer.

Sie sammeln in der Nacht mehr Tauwasser, als am Tag verdunstet. Dies wird durch spezielle lokale Klimaverhältnisse oder durch eine besondere Anlage des Teichs ermöglicht. Die Technik wurde bereits in der Jungsteinzeit angewandt.[1]

Tauteiche wurden mit (halb)ellipsenförmig Querschnitt angelegt, also mit flacher Sohle und am Ufer relativ steiler Böschung. Nach dem Ausheben der Mulde wurden diese mit einer ausreichend dicken, wasserundurchlässigen Tonschicht verkleidet. Darauf folgte eine Wärmedämmschicht aus Schilf, Stroh, Moos oder Torf und eine zweite Lage Ton zur inneren Abdichtung. Zur Stabilisierung des Tons wurde gelegentlich noch eine Schicht Steine aufgebracht.

Die Wärmedämmung aus pflanzlichem Material gegenüber dem Erdreich bewirkt, dass sich das Teichwasser in klaren Nächten durch Wärmeabstrahlung schneller abkühlt, als das den Teich umgebende Erdreich. Hierdurch setzt die Taubildung früher ein. Infolge der nächtlichen Abkühlung kondensiert die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit am Wasserspiegel oder am Rand des Gewässers. Uferbewuchs kann als zusätzlicher Nebelfänger wirken.[2]

Tauteiche gibt es unter anderem auf den Warften der Halligen (Fething) in Schleswig-Holstein, in England („dew pond“, „cloud pond“, „mist pond“) und in Albanien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arthur John Hubbard, George Hubbard:Neolithic Dew-ponds and Cattle-ways, American Anthropologist, Juli–September 1907, Vol.7, Ausgabe 3, Seiten 529–531
  2. Stefan Siegert:Tut der Seele gut, Sendungsscript bei dradio.de

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]