Tauteich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Tauteich mit drei Maultieren im albanischen Lunxhërisë-Gebirge

Tauteiche, auch Tauweiher genannt, dienen der Süßwasserversorgung in Gebieten ohne andere Wasserversorgungsquellen.

Sie sammeln in der Nacht mehr Tauwasser, als am Tag verdunstet, so dass sie auch im heißesten Sommer mit Wasser gefüllt sind. Dies liegt an einer besonderen Dämmtechnik, bei der der Untergrund mit tonigem Lehm und einer Strohschicht abgedichtet wird. Die Technik wurde bereits in der Jungsteinzeit angewandt.[1]

Tauteiche wurden im Querschnitt gesehen (halb-)ellipsenförmig, mit flacher Sohle und am Ufer relativ steiler Böschung. angelegt. Nach der Grabung wurden die Wände mit einer dicken wasserdichten Tonschicht verschmiert, diese mit einer dicken Lage Schilf oder Stroh als Wärmedämmmaterial ausgekleidet, darauf wieder eine zweite Lage Ton. Ein Abbrand führte zum Ausbrand des Tons, zu einem „eingegrabenen Topf mit Glasur“. Mitunter wurde Stroh statt Schilf verwendet und wasserdicht mit Lehm oder Branntkalk und darauf Feldsteinen ausgekleidet.

Die Wärmedämmung durch Schilf oder Stroh gegenüber der Erdwärme bewirkt, dass sich das Teichwasser in der Nacht durch Wärmeabstrahlung schneller abkühlt als das den Teich umgebende Erdreich und Taubildung von normaler Luftfeuchtigkeit eher einsetzt. Infolge der nächtlichen Abkühlung kondensiert Tau, am Wasserspiegel oder am oberen Rand des „Topfes“, (verbessert wenn dort Gräser wachsen) und sammelt sich im wasserdichten Topf.[2]

Wurde die Wärmedämmschicht nass (wenn entweder die untere oder die obere Tonschicht undicht wurden), so verlor die Isolierschicht ihre Wärmedämmwirkung und der Teich trocknete aus.

Tauteiche gibt es unter anderem in Schleswig-Holstein auf den Warften der Halligen (Fething), in England („dew pond“, „cloud pond“, „mist pond“) und in Albanien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arthur John Hubbard, George Hubbard:Neolithic Dew-ponds and Cattle-ways, American Anthropologist, Juli–September 1907, Vol.7, Ausgabe 3, Seiten 529–531
  2. Stefan Siegert:Tut der Seele gut, Sendungsscript bei dradio.de

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]