Temephos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Temephos
Allgemeines
Name Temephos
Andere Namen
  • O,O´-(Thiodi-p-phenylen)bis(O,O´-dimethylthiophosphat)
  • Abate
Summenformel C16H20O6P2S3
CAS-Nummer 3383-96-8
PubChem 5392
Kurzbeschreibung

farbloser (weißer) Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 466,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,32 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

30–30,5 °C[1]

Siedepunkt

Zersetzung vor Erreichen des Siedepunktes[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​311​‐​400
P: 273​‐​280​‐​312 [1]
MAK

Schweiz: 10 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)[2]

Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Temephos ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thiophosphorsäureester.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temephos kann durch Reaktion von 4,4'-Thiodiphenol und Dimethoxythiophosphonylchlorid gewonnen werden.[3][4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temephos ist ein brennbarer farbloser (weißer) Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Er hydrolysiert in starken Basen und Säuren.[5]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temephos wird als Insektizid verwendet.[1] Es dient der Bekämpfung von Mücken- und Sandmücken-Larven in Gewässern, die nicht zur Trinkwassergewinnung verwendet werden. Pro Jahr werden in den USA etwa 25.000 bis 40.000 Pfund eingesetzt.[6] Die Wirkung beruht auf der Hemmung der Acetylcholinesterase.[5]

Zulassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temephos ist in der Europäischen Union kein Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln zulässig wäre.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Eintrag zu CAS-Nr. 3383-96-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 15. August 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  3. Eintrag zu Temephos in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 15. August 2012.
  4. Thomas A. Unger: Pesticide Synthesis Handbook. William Andrew, 1996, ISBN 0-8155-1853-6, S. 335 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b Terry R Roberts,David H Hutson, Philip W Lee, Peter H Nicholls: Metabolic Pathways of Agrochemicals: Part 2: Insecticides and Fungicides. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 0-85404-499-X, S. 491 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. EPA: Temephos Facts (PDF; 13 kB), Juli 2001.
  7. Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 der Kommission vom 20. November 2002 zur Verlängerung der Frist gemäß Artikel 8 Absatz 2 der Richtlinie 91/414/EWG des Rates und über die Nichtaufnahme bestimmter Wirkstoffe in Anhang I dieser Richtlinie sowie den Widerruf der Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen.
  8. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Temephos in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands; abgerufen am 25. Februar 2016.