Tempura

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Ummanteln einer einzelnen Tempura-Zutat (hier Garnele) mit Tempura-Ausbackteig (durch Eintauchen in den dickflüssigen Teig)
Frittieren von mit Tempura-Teig ummantelten Einzelzutaten

Tempura, auch Tenpura, (jap. てんぷら / 天ぷら / 天麩羅 / 天婦羅) ist eine Zubereitungsvariante frittierter Speisen in der japanischen Küche. Mit einem Teigmantel aus Mehl, Ei und Eiswasser versehen werden diverse Fisch-, Pilz- und Gemüsesorten sowie Sprösslinge und junge Blätter in heißem (140 bis 190 °C) Öl schnell ausgebacken.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Japan wird für den Ausbackteig feines Tempuramehl verwendet, das aus Reis hergestellt wird und das in anderen Ländern teils in asiatischen Lebensmittelgeschäften oder im Feinkosthandel erhältlich ist. Anstelle von Tempuramehl kann auch Weizenmehl verwendet werden. Besonders zum Ausbacken geeignet sind Garnelen und Hummerkrabben. Zu den bevorzugten Gemüsearten zählen Süßkartoffel, Lotus, Aubergine, Schoten, Zwiebeln, Karotten, Paprika, Zucchini, Spargelspitzen. Außerhalb von Japan werden auch Fleisch (insbesondere Pute) und Obst (z. B. Banane) auf diese Weise zubereitet.

Ursprünglich waren Tempura Reste aus der Fett- beziehungsweise Frittierpfanne, in der kleine Teig- und Gemüsestücke nach dem Braten des Hauptfrittierguts abgeschöpft und als besonders krosse salzige Variante angeboten wurden.

Tempura ist im Gegensatz zu den sonstigen Gebräuchen der japanischen Küche sehr fetthaltig. Es wird als Hauptspeise verzehrt und auch als kombiniertes Gericht mit Soba, auf Reis (als „Tendon“) und anderen fettarmen Speisen. Tempura wird in der Regel mit Tentsuyu-Sauce bzw. mit einer aus Reiswein und Soja-Sauce zubereiteten Dip-Sauce, der geriebener Rettich und Ingwer zugefügt wird, sofort nach der Zubereitung gegessen. Auch in Sushi hat Tempura Einzug gehalten und wird oft als warme Füllung verwendet. Außerhalb von Japan werden auch ganze Sushirollen als Tempura zubereitet.

In Italien ist diese Zubereitungsart als Fritto misto bekannt.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zubereitungsart und das Wort Tempura wurden vermutlich im 16. Jahrhundert von portugiesischen Jesuiten-Missionaren übernommen. Das Wort Tempura leitet sich vom lateinischen Tempora (Zeit) ab, was eine Andeutung auf die Fastenzeit ist, wo die katholische Kirche den Christen kein Fleisch erlaubte.[1]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • WDR: ARD-Ratgeber Essen & Trinken / 1992, Oktober. Backen im Ofen und in der Friteuse: Tempura und Apfelstrudel. Walter Rau Verlag, Düsseldorf 1992, ISBN 3-7919-0466-3.
  • Chris Rowthorn u. a.: Japan (= Lonely planet). Übersetzung aus dem Englischen von Julie Bacher u. a., Chefred. der deutschen Ausgabe: Birgit Borowski. 2. deutsche Auflage. MairDumont, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-8297-1657-4, S. 87–88 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tempura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Farley: The truth about Japanese tempura. Abgerufen am 12. August 2017.