Terry Eagleton

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Terry Eagleton (* 22. Februar 1943 in Salford) ist ein britischer marxistischer Literaturtheoretiker.

Terry Eagleton (2008)

Leben[Bearbeiten]

Terry Eagleton besuchte als Kind die katholische Klosterschule De la Salle von Manchester. Er war später ein Schüler des marxistischen Literaturkritikers Raymond Williams. Nachdem er sich zuerst der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts zugewandt hatte, verlegte er sich – im Sinne seines Lehrers – auf marxistische Literaturtheorie. In den 1960er Jahren engagierte er sich in der linkskatholischen Gruppe „Slant“ und verfasste eine Reihe theologischer Artikel und ein Buch zur Theologie der New-Left-Bewegung. In seinen jüngsten Publikationen zeigt sich ein wiedererwachtes Interesse an theologischen Themen. Weitere wichtige Einflüsse auf Eagletons Arbeit sind psychoanalytische Theorien sowie die Schriften Slavoj Žižeks.
Zurzeit ist Eagleton Professor für Englische Literatur an der Lancaster University.

Position[Bearbeiten]

Sein vermutlich bekanntestes Werk Literaturtheorie: Eine Einführung verfolgt die Geschichte der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Texten der Romantiker des 19. Jahrhunderts bis zu den postmodernen Theoretikern der letzten Jahrzehnte. Obwohl Eagleton in einer marxistischen Tradition verwurzelt ist, steht er der Dekonstruktion und anderen neueren Denkströmungen nicht ablehnend gegenüber. Eagletons Marxismus ist weit mehr als nur theoretisches Interesse: Er war aktives Mitglied marxistischer Organisationen und meldet sich immer wieder in Publikationen zu politischen Ereignissen zu Wort.

In dem 2004 erschienenen Werk After Theory beklagt Eagleton die Lage der gegenwärtigen Kultur- und Literaturtheorie und deren Bastardisierung, als die er die meisten zeitgenössischen interdisziplinären Studien von Kultur und Literatur ansieht – obwohl er bei wichtigen Themen eine interdisziplinäre Behandlung durchaus für fruchtbar und sinnvoll hält.

Schriften[Bearbeiten]

  • The Body as Language : outline of a new left theology (1970)
  • Marxism and Literary Criticism (1976)
  • Einführung in die Literaturtheorie (1983/ dt. 1988)
  • Saint Oscar (a play about Oscar Wilde)
  • Ideologie: Eine Einführung (1991)
  • Die Illusionen der Postmoderne (1996/dt. 1997)
  • The Idea of Culture (2000)
  • The Gatekeeper: A Memoir (2001)
  • Sweet Violence (2003)
  • After Theory (2004)
  • The English Novel: An Introduction (2004)
  • Holy Terror (2005)
  • Der Sinn des Lebens (The Meaning of Life, 2007, 2008 (Very Short Introduction)[1]/ dt. 2008)
  • Reason, Faith, and Revolution: Reflections on the God Debate (2009)
  • Das Böse, übersetzt von Hainer Kober; Ullstein Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-550-08830-8 (On Evil, 2010)
  • Warum Marx recht hat, übersetzt von Hainer Kober; Ullstein Verlag, Berlin 2012 (Why Marx Was Right, 2011)
  • How to Read Literature (2013)
  • Culture and the Death of God. Yale University Press, New Haven CT/USA 2014, ISBN 978-0-300-20399-8

Literatur[Bearbeiten]

  • James Smith: Terry Eagleton : a critical introduction, Cambridge [u.a.] : Polity, 2008, ISBN 978-0-7456-3609-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.oup.com/us/catalog/general/subject/Philosophy/Religion/~~/dmlldz11c2EmY2k9OTc4MDE5OTUzMjE3OQ==, abgerufen am 1. Februar 2013.