Tethered cord

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Klassifikation nach ICD-10
Q06.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Rückenmarks
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Tethered cord (dt. "angebundene Schnur") bezeichnet eine krankhafte Anheftung der kaudalen (unteren) Anteile des Rückenmarkes mit vermehrtem Zug auf den Nervenfasern und entsprechenden Störungen.

Ursachen[Bearbeiten]

Zugrunde liegen entweder angeborene Fehlbildungen des Rückenmarkes wie Meningomyelozele oder versteckte (okkulte) Störungen. Beispielsweise kann eine Fettinfiltration (Lipomatose) des Filum terminale zu einer Behinderung des Aufstiegs des Konus während des Wachstums führen.[1]

Seltener können infolge von Narbenbildung nach einer Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule Ausläufer des Rückenmarks wie das Filum terminale durch einen fibrösen Strang mit der Rückenmarkshülle verwachsen.

Pathologie[Bearbeiten]

Durch diese Anheftung steht der untere Abschnitt des Rückenmarks, der Conus medullaris ungewöhnlich tief (sog. Konustiefstand). Durch den damit verbundenen Zug auf dem Rückenmark können neurologische Störungen auftreten.

Klinik[Bearbeiten]

Äußerlich erkennbare Zeichen der Erkrankung bestehen häufig in einer atypischen Behaarung und dem Auftreten von Nävi im Bereich der Läsion. Auch auf eine Größendifferenz der Füße ist zu achten.

In 20 % der Fälle beobachtet man auch eine Meningomyelozele.

Diagnostik[Bearbeiten]

Im Neugeborenen- und Säuglingsalter kann die Diagnose bereits mittels Sonographie, später detailliert mittels Kernspintomographie gestellt werden.[2]

Behandlung[Bearbeiten]

Therapie ist die chirurgische Entlastung des Rückenmarks durch Entfernung der Verwachsungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. D. A. Hertzler, J. J. DePowell, C. B. Stevenson, F. T. Mangano: Tethered cord syndrome: a review of the literature from embryology to adult presentation. In: Neurosurgical focus. Bd. 29, Nr. 1, Juli 2010, S. E1, doi:10.3171/2010.3.FOCUS1079, PMID 20593997 (Review).
  2. W. Schuster, D. Färber (Herausgeber): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0.
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