Teufelssee (Grunewald)

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Teufelssee
Teufelssee, im Hintergrund der Schornstein des Ökowerks
Teufelssee,
im Hintergrund der Schornstein des Ökowerks
Geographische Lage Forst Grunewald
Größere Städte in der Nähe Grunewald
Daten
Koordinaten 52° 29′ 28″ N, 13° 14′ 1″ OKoordinaten: 52° 29′ 28″ N, 13° 14′ 1″ O
Teufelssee (Berlin)
Teufelssee
Fläche 2,1 haf5
Länge 254 mf6
Breite 107 mf7
Volumen 72.600 m³dep1f8
Maximale Tiefe 5,9 mf10

Der Teufelssee ist ein etwa 2,1 Hektar großer zu- und abflussloser, sogenannter Himmelsteich, mit einer maximalen Tiefe von knapp sechs Metern im nördlichen Berliner Grunewald am Ende der Teufelsseechaussee. Er gehört zum Ortsteil Grunewald des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Er ist 254 Meter lang und bis zu 107 Meter breit. Sein West- und Nordufer gehören zum 13,1 ha großen Naturschutzgebiet (NSG) Teufelsfenn. Das Südufer ist eine Badestelle. Am Ostufer befindet sich das 1872/1873 erbaute Wasserwerk Teufelssee, das älteste noch erhaltene Wasserwerk Berlins. Es wurde 1969 stillgelegt. Heute gehört es zum Naturschutzzentrum Ökowerk Teufelssee. Nordöstlich schließt sich der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkrieges aufgeschüttete Teufelsberg an. Der Teufelssee ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen See im Berliner Ortsteil Köpenick. Das Angeln ist im Teufelssee verboten.

Der Teufelssee ist eiszeitlichen Ursprungs. Er liegt in der Teufelssee–Pechsee–Barssee-Rinne, einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne. Die allesamt abflusslosen Seen der Rinne entstanden durch eingelagerte Toteisbrocken. Der Name des Sees leitet sich vermutlich von einem vorchristlichen Kultort an dieser Stelle ab.

Schutz des Teufelssee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teufelssee wurde 1960 erstmals als Naturschutzgebiet (NSG) vom Senat ausgewiesen. 1986 erfolgte eine erneute Ausweisung zum NSG. Der See gehört auch zum Fauna-Flora-Habitat (FFH) Grunewald. Im Teufelssee kommt die seltene Fischart Bitterling vor. Der Bitterling lebt in einer interessanten Symbiose mit Teichmuschel und Malermuschel. Der NSG-Teil des Ufers ist landseitig durch Zäune abgegrenzt und beschildert. Das Baden ist in diesem Teil des Sees verboten. Bojen weisen wasserseitig auf das Naturschutzgebiet Teufelsfenn hin. Um eine Wasserspiegelabsenkung des Sees zu verhindern, wird dem Teufelssee Grundwasser zugeführt. Durch die Grundwassereinspeisung wird nicht nur der Wasserhaushalt des Teufelssees gestützt, sondern auch das angrenzende Moor Teufelsfenn vernässt und als wertvolles Biotop erhalten.

Teufelssee als Badesee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufelssee vom Ökowerk aus gesehen

Der Teufelssee wird am Süd- und Südostufer als Badesee genutzt. Das gegenüberliegende Ufer und ein kleiner, durch Bojen markierter Teil des Sees gehören zum Naturschutzgebiet Teufelsfenn und dürfen nicht betreten werden. Der See hat klares, bis trübes und sauberes, relativ sauerstoffarmes Wasser. Am See und der Liegewiese ist FKK und Textil durchmischt. Es gibt nur WC-Container und keine Duschen. Das Seeufer im Badebereich fällt recht steil ab. In der Seemitte befindet sich ein schwimmender Holzponton. Die Fachgruppe Wasserhygiene des Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) überwacht von April bis September die Badegewässerqualität. Die Badegewässerqualität wird als ausgezeichnet eingestuft. Der See hat eine niedrige Sichttiefen von bis zu 0,4 m. Seit 2006 sind Verbesserungen der Sichttiefen feststellbar. Das LAGeSo geht trotz vorhandenem WC-Container davon aus, dass Fäkaleinträge durch Badegäste in den See gelangen. Auch durch Abfälle und Einschwemmungen von Tierkot (Wildschwein- und Hundekot) kann es zu bakteriologischen und mikrobiologischen Belastungen kommen. Am Teufelssee selbst besteht ein Hundeverbot und auf den umliegenden Wegen sind Hunde an der Leine zu führen.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teufelssee (Berlin-Grunewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Badestelle Teufelssee - Badegewässerprofil beim Landesamt für Gesundheit und Soziales