Thallium(III)-oxid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Thallium(III)-oxid
Allgemeines
Name Thallium(III)-oxid
Andere Namen

Dithalliumtrioxid

Verhältnisformel Tl2O3
Kurzbeschreibung

brauner bis schwarzer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1314-32-5
EG-Nummer 215-229-3
ECHA-InfoCard 100.013.846
PubChem 3579754
Wikidata Q419381
Eigenschaften
Molare Masse 456,76 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

10,11 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

717 °C[1]

Siedepunkt

875 °C[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​330​‐​373​‐​411
P: 260​‐​264​‐​273​‐​284​‐​301+310 [3]
Toxikologische Daten

44 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Thallium(III)-oxid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Oxide des Thalliums.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thallium(III)-oxid kommt natürlich in Form des sehr seltenen Minerals Avicennit vor.[5]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thallium(III)-oxid kann durch Reaktion von Thallium(I)-nitrat mit Kalilauge und Chlor gewonnen werden, wobei dabei das rotbraune Thallium(III)-oxidhydrat mit der ungefähren Zusammensetzung Tl2O3•1,47 H2O entsteht, welches durch Vakuumexsikkation in die wasserfreie Form überführt werden kann.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thallium(III)-oxid ist ein brauner bis schwarzer (je nach Darstellungsbedingungen) Feststoff, welcher in Wasser unlöslich ist. Er besitzt eine Defektstruktur vom Calciumfluorid-Typ[7] (a = 10,543 Å).[1] Über 500 °C und 65 kBar nimmt es eine Kristallstruktur vom Korund-Typ an.[6] Im Gegensatz zum "isoelektronischen" Blei(IV)-oxid ist Thallium(III)-oxid ein nur mäßiges Oxidationsmittel und zerfällt erst bei hoher Temperatur zu Thallium(I)-oxid und Sauerstoff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 884.
  2. a b EPA: Toxicological Review of Thallium and Compounds (PDF; 1,1 MB)
  3. a b c Datenblatt Thallium(III)-oxid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 19. Dezember 2010 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag thallium compounds, with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Mineralienatlas:Avicennit
  6. a b Anthony John Downs: Chemistry of aluminium, gallium, indium, and thallium, S. 286; ISBN 978-0751401035
  7. Peter Paetzold; Chemie, S. 205; ISBN 978-3110202687