The Duke (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Film
OriginaltitelThe Duke
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2020
Länge96 Minuten
Stab
RegieRoger Michell
DrehbuchRichard Bean,
Clive Coleman
ProduktionNicky Bentham
KameraMike Eley
SchnittKristina Hetherington
Besetzung

The Duke ist ein Film von Roger Michell, der im September 2020 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb außer Konkurrenz erstmals gezeigt wird. Der Film erzählt die wahre Geschichte von Kempton Bunton, der 1961 Francisco Goyas Gemälde „Porträt des Herzogs von Wellington“ aus der National Gallery in London gestohlen hatte und hierfür von der Regierung Geld für wohltätige Zwecke forderte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kempton Bunton stahl Francisco de Goyas Poträt des Duke of Wellington

Im Jahr 1961 stiehlt der 60-jährige Taxifahrer Kempton Bunton Francisco de Goyas Porträt des Herzogs von Wellington aus der National Gallery in London. In seiner Lösegeldforderung will er, dass die Regierung mehr in die Pflege älterer Menschen investiert, dann würde er das Gemälde zurückgeben.[1]

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kempton Bunton, der Francisco Goyas Gemälde „Porträt des Herzogs von Wellington“ aus der National Gallery in London gestohlen hatte, verdiente 1961 als ehemaliger LKW-Fahrer[2][3] rund 8 Pfund pro Woche. In diesem Jahr kaufte der wohlhabende US-amerikanische Kunstsammler Charles Bierer Wrightsman, der sein Geld im Ölgeschäft verdiente, Goyas Porträt des Herzogs von Wellington für 140.000 Pfund und wollte dieses in die Vereinigten Staaten bringen. Die britische Regierung beschloss, das Gemälde für dieselbe Summe zu kaufen, um zu verhindern, dass das Gemälde Großbritannien verlässt.[4][5][6] Nach eigenen Angaben erfuhr Bunton aus Gesprächen mit den Galeristen, dass das ausgeklügelte elektronische Alarm- und Sicherheitssystem der National Gallery in den frühen Morgenstunden während der Reinigungsarbeiten deaktiviert wird. So sei er am frühen Morgen des 21. August 1961 durch ein Fenster in einer Toilette in die Galerie gelangt und habe durch selbiges das Gemälde hinausgebracht.

Zunächst ging die Polizei davon aus, dass ein erfahrener Kunstdieb für die Tat verantwortlich war. Bei der Nachrichtenagentur Reuters ging jedoch ein Brief ein, in dem eine Spende von 140.000 Pfund für wohltätige Zwecke, konkret zur Bezahlung der Fernsehgebühren ärmerer Menschen, gefordert wurde. Hiernach werde er das Gemälde zurückgeben. Auf diese Forderung war man nicht eingegangen. Im Jahr 1965, vier Jahre nach dem Diebstahl, kontaktierte Bunton eine Zeitung und gab das Gemälde über die Gepäckaufbewahrung am Bahnhof Birmingham New Street freiwillig zurück. Sechs Wochen später stellte er sich der Polizei, die seinem Geständnis keinen Glauben schenkte, da es unwahrscheinlich schien, dass ein 61-jähriger, übergewichtiger Rentner den Diebstahl ausgeführt haben konnte.[7] Während des anschließenden Prozesses verurteilte ihn das Gericht lediglich wegen Diebstahls des Rahmens, der nicht zurückgegeben worden war. Buntons Verteidigungsteam, angeführt von Jeremy Hutchinson, konnte glaubhaft machen, dass Bunton das Gemälde niemals behalten wollte, was bedeutete, dass er nicht wegen Diebstahls verurteilt werden konnte. Bunton wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Als direkte Folge des Falls kam es 1968 zu einer Gesetzesänderung, die es unter Strafe stellte, öffentlich ausgestellte Gegenstände ohne Genehmigung zu entfernen.[8] Bunton starb 1976 in Newcastle upon Tyne.

Im Jahr 2012 veröffentlichte das National Archive eine vertrauliche Akte des Vorsitzenden der Staatsanwaltschaft, in der Buntons Sohn John den Diebstahl ebenfalls gestand, er wurde jedoch nicht weiter strafrechtlich verfolgt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Drehorte: die Cartwright Hall in Manningham bei Bradford

Regie führte Roger Michell[9], das Drehbuch schrieben Richard Bean und Clive Coleman.

Jim Broadbent übernahm die Hauptrolle von Kempton Bunton, Helen Mirren spielt Lilya Frances[9], und Fionn Whitehead ist in der Rolle von Jackie Bunton zu sehen.[10]

Die Dreharbeiten begannen im Januar 2020.[11] Gedreht wurde im Hyde Park in Leeds und im Lister Park in Manningham, einem Vorort von Bradford in West Yorkshire und der dortigen Cartwright Hall.[12] Weitere Aufnahmen entstanden in London. Als Kameramann fungierte Mike Eley.

Eine erste Vorstellung ist im September 2020 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig geplant, wo er im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wird. Zudem befand er sich auch in einer Auswahl von Filmen, die beim Telluride Film Festival gezeigt werden sollten.[13] Am 6. November 2020 soll er in die Kinos im Vereinigten Königreich kommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Duke: A film by Roger Michell. In: patheinternational.com. Abgerufen am 1. August 2020.
  2. Tim Ackermann: James Bond jagt Goya-Diebe. In: Taz, 10. November 2004.
  3. Stefan Koldehoff und Tobias Timm: Kunst und Verbrechen. Galiani Verlag Berlin, 2020
  4. James Whitfield: Goya's Wellington: The Duke Disappears. In: History Today, Volume 61, Ausgabe vom 8. August 2011.
  5. Frank Whitford: Why a Retired Bus Driver Stole a Goya from the National Gallery. In: ArtReview, 6. Juli 2020.
  6. Tat bei Tee. In: Der Spiegel, 25. August 1965.
  7. The 'theft' of the Duke of Wellington. In: The Lady. Abgerufen am 1. August 2020.
  8. The Duke’s Theft: Some History. In: goyasduketheft.com, 15. April 2016.
  9. a b Tom Grater: Jim Broadbent, Helen Mirren Art Heist Story 'The Duke' Greenlit At Pathé. In: deadline.com, 29. Oktober 2019.
  10. Tom Grater: Fionn Whitehead Joins Jim Broadbent & Helen Mirren In Roger Michell’s 'The Duke' For Pathé. In: deadline.com, 4. November 2019.
  11. Tom Grater: 'The Duke': First Look At Jim Broadbent & Helen Mirren In Art Heist Story. In: deadline.com, 10. Januar 2020.
  12. Grace Newton: Helen Mirren films new movie The Duke at Cartwright Hall in Bradford. In: Yorkshire Post, 16. Januar 2020.
  13. Ryan Lattanzio: Telluride Film Festival Reveals 2020 Selections: 'Ammonite', 'Nomadland', Werner Herzog, and More. In: indiewire.com, 3. August 2020.