The Pawn

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The Pawn ist ein Textadventure mit illustrierenden Grafiken des britischen Unternehmens Magnetic Scrolls. Die erste veröffentlichte Version hatte noch keine Grafiken und wurde 1985 von Sinclair Research für den Sinclair QL auf den Markt gebracht. Ab 1986 folgten Portierungen für diverse 16-Bit und 8-Bit Heimcomputer, die von Rainbird Software veröffentlicht wurden. Die erste dieser Umsetzungen erschien auf dem Atari ST und dieser Version wurden auf Wunsch des Publishers Rainbird illustrierende Grafiken von Geoff Quilley hinzugefügt.[1]

Das Spiel ist für diese auch in vielen anderen Portierungen enthaltenen überzeugenden Grafiken und die Titelmusik auf dem Commodore-Amiga besonders bekannt. Auch die Story und der Parser des Spiels galten als herausragend.

Handlung[Bearbeiten]

Der Spieler wird auf mysteriöse Weise in die Fantasywelt Kerovnia versetzt. Ziel des Spiels ist es, zurück in die Wirklichkeit zu gelangen. In Kerovnia sieht sich der regierende König Erik mit Unruhen konfrontiert, die aus seiner Entscheidung, das Zwergenvolk der Roobikyoub aus dem Land zu verbannen, beruhen - die Roobikyoub brauten den besten und populärsten Whisky des Landes.

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten]

The Pawn ist ein Textadventure, das heißt, Umgebung und Geschehnisse werden als Bildschirmtext ausgegeben und die Visualisierung obliegt zum größten Teil der Fantasie des Spielers. Im Gegensatz zu klassischen Textadventures, die über keinerlei graphische Ausschmückung verfügen, wartet The Pawn mit einem Bild der jeweiligen Umgebung auf. Gesteuert wird das Spiel über als Imperativ formulierte Tastatureingaben („nimm Schwert“), die von einem Parser zerlegt, analysiert und abgearbeitet werden.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Für den Inhalt war Rob Steggles verantwortlich. Er formte aus den Ideen der Magnetic-Scrolls-Mitarbeiter eine Geschichte, konstruierte die Rätsel und schrieb die Bildschirmtexte.[1][2]

Die Programmierer für diesen Titel waren Hugh Steers und Magnetic-Scrolls-Mitgründer Ken Gordon.[1]

Magnetic Scrolls stand dem Wunsch des Publishers Rainbird, einzelnen Orten im Spiel Grafiken hinzuzufügen, anfangs skeptisch gegenüber. Sie ließen vom Grafiker Geoff Quilley zunächst probeweise zwei Grafiken erstellen. Von dem Ergebnis waren sie so beeindruckt, dass sie das ganze Adventure von Quilley bebildern ließen. Dabei waren die Grafiken rein illustrativ und keine exakte Wiedergabe der Spielwelt. Sie enthielten keine zusätzlichen Informationen oder Lösungshinweise für den Spieler. Für das Anfertigen der Pixelgrafiken im Format 256x135[3] verwendete Quilley das nichtkommerzielle Programm NeoChrome auf dem Atari ST.[4] Die Grafikhardware des Atari ST setzte dabei technische Beschränkungen: Die Grafiken hatten eine Farbtiefe von 4 Bit und benutzten indizierte Farben. So konnten in jeder Grafik nur 16 aus insgesamt 512 möglichen Farben verwendet werden.

Die Amiga-Version des Spiels ist für ihre Musik bekannt, in der digitale gesamplete Musikinstrumente zum Einsatz kommen. Als das Spiel erstmals erschien, war der Amiga der erste Homecomputer, der die Sample-Technik unterstützte. The Pawn war zu diesem Zeitpunkt das erste Spiel, das diese technischen Möglichkeiten ausnutzte. Der Musiktitel wurde von John Molloy komponiert.

Rezeption[Bearbeiten]

Für die Happy Computer lobte Heinrich Lenhardt die Grafiken, den „überdurchschnittlichen Parser“ sowie Dokumentation und Benutzerführung und hielt fest, The Pawn gehöre zur „Adventure-Spitzenklasse“. Das Magazin vergab 89 von 100 Punkten.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Nick Montfort: Twisty Little Passages, MIT Press, 2005, ISBN 0-262-63318-3. S. 187.
  2. Richard Hewison: The Pawn. Memories. Auf: The Bird Sanctuary. (englisch)
  3. Ermittelt durch Analyse eines Screenshots.
  4. Mike Gerrard: The Arts that Spell Adventure. In: Atari ST User, Nr. 3/1988. (englisch)
  5. Rezension in der Happy Computer. Abgerufen am 7. November 2015.