Theater Ansbach

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Theater Ansbach

Das Theater Ansbach wurde 2007 von der eingetragenen Ansbacher Genossenschaft „Kultur am Schloss“ ins Leben gerufen. Intendantin ist Susanne Schulz. Das Theater Ansbach ist das jüngste bayerische Schauspielhaus. Hinzu kommen die Sparten Kinder- und Jugendtheater, Konzert und ein Kinobetrieb („Schlosslichtspiele“).

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. August 2015 ist Susanne Schulz Intendantin des Theater Ansbach, sie folgt als 2. Intendantin des Hauses Gründungsintendant Jürgen Eick. In ihren ersten beiden Spielzeiten lag der Augenmerk auf großen Persönlichkeiten und Ereignissen der Geschichte. Bespielt wurden unterschiedliche Orte auch in der der Stadt Ansbach (St. Gumbertus Kirche, Landgericht, Sommertheater im Citrushaus). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Produktionen für Kinder und Jugendliche. Die Sparte Kinder- und Jugendtheater wird durch einen Theaterpädagogen und Dramaturgen geleitet und umfasst neben Spielclubs für Jugendliche und Erwachsene darüber hinaus Kooperationen mit sozial und gesellschaftlich engagierten Vereinen (z.B. „Wir gegen Jugendkriminalität e.V.“ und „Rauhreif - Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch.e.V.“), den Puppenspielen Ansbach sowie dem Theater Kopfüber.

Neben dem regulären Spielbetrieb ermöglicht „Das rote Kabinett“ im Foyer kleine und kleinste Programme und eine direkte Einbindung des Publikums durch Vor- und Nachgespräche sowie der erfolgreichen Reihe Theatermenschen im Dialog.

In Ermangelung einer Studiobühne wurde das „Theater hinterm Eisernen“ eingeführt, welches für bis zu 120 Zuschauer die Hinterbühne in einen Zuschauerraum verwandelt und die Bühne auf der Bühne vor dem eisernen Vorhang platziert. Ebenso bietet das Kindertheater im Rang eine intime Bühne im oberen Foyer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trägergenossenschaft des Theaters Ansbach geht zurück auf den 1909 gegründeten „Ansbacher Konzertverein“, der 1919 um weitere Vereine und ein Kino erweitert und als Genossenschaft eingetragen wurde. 1930 erhielt die Genossenschaft ein eigenes „Haus der Volksbildung“, in dem auch eine Bücherei untergebracht wurde. Das heute als „Borkholder-Haus“ bekannte Gebäude wurde 2001–2003 nach Plänen des Münchner Architekten Hein Goldstein modernisiert und erweitert.

Die mittlerweile unter dem Namen „Theater Ansbach - Kultur am Schloss eG“ firmierende Genossenschaft ist neben dem neuen Theaterbetrieb Träger einer klassischen Konzertreihe mit internationalen Gästen sowie der Schlosslichtspiele Ansbach.

2006 beschlossen die Stadt unter dem damaligen Oberbürgermeister Ralf Felber und die Genossenschaft „Kultur am Schloss“ mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Carl-Dieter Spranger und dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Dieter Breitschwert die Theatergründung. Dies fußte auf der Überzeugung von der zentralen Bedeutung des Kulturauftrags der Stadt, auf Überlegungen zur „Kultur als weichem Standortfaktor“ und auf der Einschätzung von Kulturexperten aus ganz Deutschland, dass die Möglichkeiten des 2001–2003 sanierten und erweiterten Ansbacher Kulturhauses „Borkholderhaus“ bisher bei weitem nicht ausgeschöpft wurden und ein Theaterbetrieb mit Gastspielen, Co- sowie Eigenproduktion möglich sei.[1] [2]

Im April 2007 wurde der erste Intendant Jürgen Eick berufen.[3][4] Seit Beginn der Spielzeit 2015/16 ist Susanne Schulz Intendantin des Theater Ansbach. Zuvor leitete sie das Theater Naumburg in Sachsen-Anhalt.[5]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2010 zeichnete das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg Jürgen Eick für seine Arbeit als Intendant am Theater Ansbach als ersten „Künstler des Monats“ aus.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspielhaus

  • Großes Haus (480 Besucher)
  • Theater hinterm Eisernen (Studio-Bühne, bis 120 Besucher)
  • Foyer Theater "das rote Kabinett" (Bühne im modernen Glasfoyer)
  • Kindertheater im Rang (Bühne im oberen Foyer)

Konzert

  • Tagungszentrum Onoldia (600 Besucher)
  • St. Gumbertuskirche (945 Besucher)

Puppenspiele

  • Angletsaal, Kulturzentrum am Karlsplatz (bis 150 Besucher)

Schlosslichtspiele - Kino

  • Kleiner Saal (Studio-Kino, 100 Besucher)

Uraufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heul doch! (2008) | Rafael Badie Massud
  • Die Bremer Stadtmusikanten (2008) | Jürgen Eick nach den Brüdern Grimm
  • Sah ein Knab ein Röslein steh'n (2009) | Jürgen Eick, Walter Kiesbauer
  • Das Bächlein (2009) | Ingrid Braun
  • Koma (2009) | Lisa Sommerfeldt
  • Small Town Blues (2009) | Mimi Meister
  • Kalif Storch (2009) | Jürgen Eick nach Wilhelm Hauff
  • Alexander der letzte Markgraf (2010) | Gerd Scherm
  • Kaspar Hauser - Allein unter Menschen (Musical) (2010) | Jürgen Eick (Text), Walter Kiesbauer (Musik)
  • Schulfreunde (2010) | Lisa Sommerfeldt
  • Schneewittchen (2010) | Jürgen Eick nach den Brüdern Grimm
  • Der Sagenkoffer - Frau Holle und die drei Fische (2011) | Ingrid Braun
  • Der gestiefelte Kater (2011) | Jürgen Eick nach Ludwig Tieck und den Brüdern Grimm
  • Das Bildnis des Wilden Markgrafen (2012) | Gerd Scherm
  • StupsMichAn! LassMichInRuh! (2012) | Arnd Rühlmann
  • Käptn Topfit und der gemeine Pommfritz (2012) | Udo Grunwald
  • Aschenputtel (2012) | Jürgen Eick nach den Brüdern Grimm
  • Große Helden - kleine Helden (2013) | Christoph Daigl
  • Onkel Bobby (2013) | Daniel Ratthei
  • Hänsel und Gretel (2013) | Jürgen Eick nach den Brüdern Grimm
  • König Drosselbart (2014) | Jürgen Eick nach den Brüdern Grimm
  • Stadt.Land.Fluss oder die Konstruktion der Liebe (2015) | Lisa Sommerfeldt
  • Der Investor (2015) | Walter Kiesbauer (Musik), Jürgen Eick und Jens Neutag (Text)
  • Affe auf Lava (2015) | Roland Spranger
  • Casanova und die Kunst der Verführung (2016) | Jutta Schubert
  • Tote wissen mehr - Tatort Ansbach (2016) | Eckart Böhmer
  • Malala - Ein starkes Mädchen (2017) | Annekatrin Schuch-Greiff und Anna Mariani
  • Luther! Das klare Wort (2017) | Friederike Köpf - Auftragswerk des Theaters Ansbach

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kultur als Standortfaktor. In: Nürnberger Nachrichten/Fränkische Landeszeitung. 1. November 2006
  2. Überfällig. In: Fränkische Landeszeitung. 7. Oktober 2006.
  3. Expedition ins Bühnenreich. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Oktober 2008.
  4. Ein kleines Wunder. In: Die Deutsche Bühne. 11/2007.
  5. http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/schulz-intendantin-theater-ansbach-100.html