Theodor Fischer (Kunsthändler)

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Katalog der Versteigerung von 1939

Theodor Fischer (* 27. Februar 1878 in Luzern; † 5. Juni 1957) war ein Schweizer Kunsthändler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Fischer war eigentlich ausgebildeter Lehrer. Er arbeitete zunächst bei der Galerie Bosshard in Luzern, dann bei Paul Cassirer in Berlin. 1907 eröffnete er in Luzern die Galerie Fischer, in den 1920er Jahren bestand auch eine Filiale in Berlin. Ab 1921 veranstaltete die Firma auch Kunstauktionen.

Fischer führte am 30. Juni 1939 im Auftrag der deutschen Regierung eine grosse Auktion mit im Zuge der Aktionen gegen die „Entartete Kunst“ aus deutschen Sammlungen entfernten Objekten durch. Er war eine der zentralen Figuren beim Handel mit NS-Raubkunst in der Schweiz, so machte er u. a. Geschäfte mit Karl Haberstock, Walter Andreas Hofer, Hans Posse Hans Wendland und Karl W. Bümming.

Seine beiden Söhne Arthur (1905–1981) und Paul Fischer (1911–1976) waren mit im Geschäft tätig und übernahmen die Firma nach seinem Tode, heute wird sie vom Enkel Kuno Fischer (* 1973) fortgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kuno Müller, Theodor Fischer: Theodor Fischer: Antiquar und Kunsthändler, Gründer der Galerie Fischer Luzern, 27. Februar 1878 - 5. Juni 1957 zum Gedächtnis. Fischer, Luzern, 1957
  • Thomas Buomberger: Raubkunst – Kunstraub. Die Schweiz und der Handel mit gestohlenen Kulturgütern zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Zürich 1998.
  • Esther Tisa Francini, Anja Heuß, Georg Kreis: Fluchtgut – Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933–1945 und die Frage der Restitution. Zürich 2001.
  • Gesa Jeuthe: Die Moderne unter dem Hammer – „Verwertung“ der „entarteten“ Kunst durch die Luzerner Galerie Fischer 1939. In: Uwe Fleckner (Hrsg.): Angriff auf die Avantgarde. Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus. Akademie-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-05-004062-2, S. 189–305.
  • Georg Kreis: «Entartete Kunst» in Basel. Eine Chronik ausserordentlicher Ankäufe im Jahr 1939. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 78, 1978, S. 163–191 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]