Theodor Peters (Ingenieur)

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Theodor Peters

Theodor Peters (* 15. November 1841 in Menden; † 2. September 1908 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur und Vorsitzender sowie Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Peters war das fünfte von sechs Kindern des promovierten Juristen Ludwig Peters und seiner aus einer Berliner Bankiersfamilie stammenden Ehefrau. Er wurde in Menden bei Siegburg geboren, wo der Vater einen Hüttenbetrieb besaß. Nach dessen Verkauf zog die Familie nach Köln um, von wo aus die Mutter nach dem Tod des Vaters 1846 mit ihren sechs Kindern nach Berlin übersiedelte. Dort betrieb sie eine Badeanstalt, um die Familie zu versorgen. In Berlin besuchte Peters das Köllnische Gymnasium, das er 1860 abschloss. Danach arbeitete er ein Jahr lang auf der Quint bei Trier als Former und Schlosser und ein weiteres halbes Jahr bei den Hüttenwerken in Meggen. Im Anschluss begann Peters ein Studium im Fach Maschinenbau am Königlichen Gewerbe-Institut in Berlin, welches er aus finanziellen Gründen nach vier Semestern abbrach. Ab 1863 arbeitete er in Ingenieurbüros und Maschinenfabriken in Siegen. 1865 trat Peters dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bei.[1] Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des VDI-Bezirksvereins an der Lenne.[2] 1869 wurde er von seinem Arbeitgeber als Teilhaber ohne Kapitaleinlage aufgenommen. Im Mai 1870 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Siegener Bezirksvereins des VDI, dem er zwischen 1879 und 1881 vorstand. 1879 war Peters auch Vorsitzender des Gesamtvereins.[3] Ab 1881 war Peters in der Hauptgeschäftsstelle des VDI in Berlin tätig, zunächst als Generalsekretär, zwischen 1891 und 1908 als Direktor. Ab 1882 war er verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.[4] Seinem Antrag, die seit 1877 erscheinende Wochenschrift des Vereines deutscher Ingenieure in der Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure aufgehen zu lassen, wurde auf der 24. Hauptversammlung des VDI 1883 stattgegeben.[4] Im Jahr 1903 verlieh die Technische Hochschule München Peters die Würde eines Doktoringenieurs ehrenhalber, 1906 wurde ihm der Titel Geheimer Baurat verliehen. Peters starb im September 1908. Sein Buch Geschichte des Vereines deutscher Ingenieure erschien postum.

Peters war auch politisch engagiert. Bei der Reichstagswahl 1881 kandidierte er im Reichstagswahlkreis Regierungsbezirk Wiesbaden 5 für die Nationalliberale Partei (NLP), konnte sich aber nicht gegen den Mandatsinhaber Georg Thilenius (der 1880 die NLP verlassen und sich der Liberalen Vereinigung angeschlossen hatte) durchsetzen.

Theodor Peters war ein jüngerer Bruder von Richard Peters, einem der Gründungsmitglieder des VDI.[5] Seit 1870 war er mit der Siegener Kaufmannstochter Marie, geborene Fölzer, verheiratet. Sie hatten vier Kinder.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angelegenheiten des Vereines. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 9, Nr. 9, September 1865, S. 561.
  2. Auszug aus dem Protokoll der constituirenden Versammlung des Bezirksvereines deutscher Ingenieure „an der Lenne“. In: Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure. Band 9, Nr. 9, September 1865, S. 564.
  3. Marie-Luise Heuser, Wolfgang König: Tabellarische Zusammenstellungen zur Geschichte des VDI. In: Karl-Heinz Ludwig (Hrsg.): Technik, Ingenieure und Gesellschaft – Geschichte des Vereins Deutscher Ingenieure 1856–1981. VDI-Verlag, Düsseldorf 1981, ISBN 3-18-400510-0, S. 565.
  4. a b Oskar E. Schwenninger: Vom Schrifttum des VDI. In: VDI-Z. Band 98, Nr. 14, 11. Mai 1956, S. 718.
  5. Erich Kothe: Vom Werden und Wirken des VDI. In: VDI-Z. Band 98, Nr. 14, 11. Mai 1956, S. 642.