Thierberg (Vogtland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thierberg
Thierberg westen.jpg

Blick vom Thierberg auf Friedrichsgrün

Höhe 785,5 m ü. NHN [1]
Lage Vogtlandkreis, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Erzgebirge
Koordinaten 50° 26′ 45″ N, 12° 26′ 35″ OKoordinaten: 50° 26′ 45″ N, 12° 26′ 35″ O
Thierberg (Vogtland) (Sachsen)

Der Thierberg ist ein 785,5 m ü. NHN[1] hoher Berg im Vogtland, der geographisch zum Westerzgebirge gehört.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg liegt im Naturpark Erzgebirge-Vogtland und wird im Osten durch das Tal der Kleinen Pyra mit den Ortsteilen Jägersgrün und Tannenbergsthal der Gemeinde Muldenhammer begrenzt. Im Norden fällt der Hang zum Tal der Zwickauer Mulde steil ab. Im Westen befindet sich der Ortsteil Friedrichsgrün. Nach Südwesten fällt der Hang flach ab zum sich anschließenden Runden Hübel. An der südlichen Bergflanke im Tal des Thierbaches befindet sich eine Quelle, aus der radiumhaltiges Wasser zutage tritt. Die überdachte Quelle und das umliegende Picknick-Areal sind ein beliebtes Ausflugsziel.

Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Osthang auf Jägersgrün

Verschiedene Waldwege führen auf den baumbestandenen Gipfel des vollständig bewaldeten Berges, der nur den Blick nach Nordwesten auf den Ortsteil Friedrichsgrün freigibt. Vom Osthang oberhalb von Jägersgrün öffnet sich der Blick auf den Hauptkamm des Erzgebirges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nordseite des Thierbergs verläuft im Muldental die 1994 stillgelegte Bahnstrecke Chemnitz-Aue-Adorf. Ein beträchtlicher Teil des Fichtenbestandes an der Nordflanke wurde am 22. Juni 1998 zusammen mit dem Bestand im angrenzenden Muldental durch eine Windhose vernichtet, durch die auch der Bahnhof in Jägersgrün zerstört wurde.[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quelle am Thierberg entspringt dem Eibenstocker Turmalingranit des hiesigen Untergrunds. Ehemalige Versuche zu ihrer wirtschaftlichen Nutzung unternahm eine Firma aus Berlin. Sie brachte das Mineralwasser unter dem Namen „Thierbergquell“ in den Handel und hoffte auf einen längeren Erfolg. Eine Untersuchung aus dem Jahre 1938 erbrachte die Erkenntnis, dass der Radongehalt nur gering war, so dass ein Versand in Flaschen als nicht mehr vertretbar angesehen wurde. Dagegen sprach sich die Begutachtung für eine Nutzung zu Kurbadzwecken aus, die sich jedoch nicht ergab.[3] Das im Wasser der „Radiumquelle“ enthaltene Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran, welches im Granit als Uranmineralisation enthalten ist. Der austretende Radongehalt ist Schwankungen unterworfen, da die Schüttungsmenge der Quelle variiert.[4][5] Am Thierberg wurde in der Neuzeit kein Bergbau betrieben. Im wenige Kilometer südlich gelegenen Gebiet um den Schneckenstein wurde Uranerz gefördert.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sachsenatlas des Freistaates Sachsen (Hinweise)
  2. Tornado im Erzgebirge am 22. Juni 1998 auf tornadoliste.de
  3. Bruno Meyer: Hammerbrücke-Friedrichsgrün und der Thierberg. In: Kulturspiegel für den Kreis Auerbach, 1966, H. 11, S. 135–136.
  4. Thierberg. In: Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 201–202.
  5. http://www.obervogtland.de/historisches/bergbau.html (Memento vom 18. Juni 2013 im Internet Archive)