Thionylbromid

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Strukturformel
Strukturformel von Thionylbromid
Allgemeines
Name Thionylbromid
Summenformel SOBr2
CAS-Nummer 507-16-4
PubChem 68176
Kurzbeschreibung

orangegelbe Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 207,87 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

2,683 g·cm−3 (25 °C)[1]

Schmelzpunkt

-52 °C[1]

Siedepunkt
  • 48 °C (27 hPa)[1]
  • 138 °C[2]
Dampfdruck

13 hPa (31 °C)[1]

Löslichkeit
  • Hydrolyse in Wasser[3]
  • Löslich in Kohlenstoffdisulfid, Benzol, Trichlormethan und Tetrachlormethan.[3]
Brechungsindex

1,675 (20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 312​‐​314​‐​332
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 14​‐​20/21​‐​34
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Thionylbromid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thionylhalogenide. Es ist das Dibromid der Schwefligen Säure.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Thionylbromid kann durch Reaktion von Thionylchlorid mit Bromwasserstoff oder Kaliumbromid gewonnen werden.[3]

\mathrm{SOCl_2 + 2 \ HBr \longrightarrow SOBr_2 + 2 \ HCl}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Schwefeldioxid mit Brom in Gegenwart von Phosphortrichlorid.[3]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Thionylbromid ist eine orangegelbe Flüssigkeit, die sich bei längerem Stehen langsam in Schwefeldioxid, Brom und Dischwefeldibromid zersetzt, unter gleichzeitiger Verfärbung nach rot. Es ist sehr feuchtigkeitsempfindlich und wenig temperaturbeständig. Es hydrolysiert mit Wasser zu Bromwasserstoff und Schwefeldioxid.[3]

\mathrm{SOBr_2 + H_2O \longrightarrow SO_2 + 2 \ HBr}

Die Verbindung ist pyramidal aufgebaut mit Schwefel an der Pyramidenspitze.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Thionylbromid kann zur direkten Bromierung von primären Alkoholen in Fluorphase verwendet werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Datenblatt Thionyl bromide, 97% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. November 2013 (PDF).
  2. a b A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 580 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c d e  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 390.
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.