Thomas Frings

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Thomas Frings (* 1960 in Kleve[1]) ist ein römisch-katholischer Priester. Im Februar 2016 fand seine Ankündigung, aus allen Ämtern im Bistum Münster auszuscheiden und – vorläufig – in die niederländische Benediktinerabtei Sint-Willibrord zu gehen, starkes öffentliches Echo. Er begründete diesen Schritt mit dem unaufhaltsamen „Bedeutungsverlust vom in der Kirche gelebten Glauben“.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Frings ist der Ururenkel von Michael Frings (1795–1872), der Enkel von Heinrich Frings (1885–1946), ein Großneffe des Kölner Erzbischofs Kardinal Joseph Frings (1887–1978) und von Alfons Frings (1893–1968) sowie ein Cousin von Michael Frings (* 1949). Er studierte Theologie sowie Kunstgeschichte und Klassische Archäologie und wurde 1987 zum Priester geweiht.[1] Nach Seelsorgeaufgaben als Kaplan in Freckenhorst und Pfarrverwalter in Münster-Angelmodde wurde er 1997 Pfarrer von St. Ludgerus, Münster-Albachten, und 1999 Dechant des Dekanats St. Lamberti, zu dem Albachten gehört, sowie Vorsitzender der Kunstkommission des Bistums.[1] Seit 2009 war er Pfarrer der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster, seit 2010 Mitglied und seit 2014 Moderator des diözesanen Priesterrats.[1]

Seine Amtsniederlegung nach Ostern 2016 gab er am 14. Februar 2016 bekannt. Die Erstkommunionfeier in Heilig Kreuz am 10. April 2016 war zugleich sein Abschiedsgottesdienst.[3]

Im Frühjahr 2017 erschien sein Buch Aus, Amen, Ende? So kann ich nicht mehr Pfarrer sein. Am 9. April 2017 sendete der Hessische Rundfunk ein Gespräch Frings’ mit Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister.[4]

Im Sommer 2017 beendete Frings seinen Aufenthalt im Kloster St. Willibrord und kehrte in den Dienst des Bistums Münster zurück, zunächst als Interimspfarrverwalter.[5]

Seit 2018 arbeitet er als Priester in Köln.[6] 2020 war er Sitzungsleiter der Kölner Karnevalsgesellschaft Die Grosse von 1823.[7]

Erklärung zur Amtsniederlegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner persönlichen Erklärung[2] betonte Frings, dass er Priester bleibe, und erläuterte in einem Zeitungsinterview, Kirche sei „der objektive Rahmen meines subjektiven Glaubens. ... Ich denke und lebe kirchlich, für mich ist mein Platz in der Kirche, mit 2000 Jahren Geschichte. Ich will nichts anderes sein als Priester.“[8] Bei seiner mit Beispielen illustrierten Beschreibung des Bedeutungsverlusts kirchlicher Religiosität und der damit verbundenen Widersprüche verzichtet er auf Vorwürfe in irgendeine Richtung – „nicht den Gemeinden, in denen ich tätig war, nicht den Seelsorgerinnen und Seelsorgern und nicht dem Bischof und der Bistumsleitung, mit denen ich 30 Jahre zusammen gearbeitet habe“. „Eine Veränderung von jemand anderem, als von sich selber zu erwarten, halte ich jedoch für eines der Probleme selber.“[2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus, Amen, Ende? So kann ich nicht mehr Pfarrer sein. Herder. Freiburg im Breisgau 2017, ISBN 978-3-451-37797-6
  • Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn. Freiburg im Breisgau 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Zur Person: Thomas Frings Westfälische Nachrichten, Münsterischer Anzeiger, 21. Februar 2016.
  2. a b c Thomas Frings′ Erklärung zu seinem Entschluss
  3. Abschied von Pfarrer Frings – Jesus-Statue begleitet ihn, Westfälische Nachrichten, 10. April 2016.
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. November 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hr.de
  5. kirche-und-leben.de, 27. Juni 2017
  6. https://www.kirche-und-leben.de/artikel/warum-thomas-frings-im-bistum-rom-einen-vortrag-haelt/
  7. https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/katholischer-pfarrer-sitzungsleiter-koeln-100.html
  8. Er ist dann mal weg, Westfälische Nachrichten, 20. Februar 2016.