Doetinchem

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Gemeinde Doetinchem
Flagge der Gemeinde Doetinchem
Flagge
Wappen der Gemeinde Doetinchem
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister Mark Boumans (VVD)
Sitz der Gemeinde Doetinchem
Fläche
 – Land
 – Wasser
79,66 km2
79,06 km2
0,6 km2
CBS-Code 0222
Einwohner 57.292 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 719 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 58′ N, 6° 17′ OKoordinaten: 51° 58′ N, 6° 17′ O
Bedeutender Verkehrsweg A18 N315 N316 N317 N813
Vorwahl 0314, 0315
Postleitzahlen 7001–7009, 7011, 7031
Website Homepage von Doetinchem
LocatieDoetinchem.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Die Oude IJssel bei Doetinchem
Die Oude IJssel bei DoetinchemVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Doetinchem ['dʊtɪŋxʏm] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde im Achterhoek in der niederländischen Provinz Gelderland. Gemeinsam mit Winterswijk ist sie einer der größten Orte im Achterhoek, liegt aber zentraler und beherbergt unter anderem das Regionalarchiv.

Im Zuge einer Gemeindereform wurde am 1. Januar 2005 die Gemeinde Wehl Teil der Gemeinde Doetinchem. Im April 2012 gaben die Bürgermeister von Doetinchem und Oude IJsselstreek bekannt, dass eine Fusion beider Gemeinden untersucht werden soll. Allerdings beschlossen die Gemeinderäte im Februar 2013, die Kommunalwahlen – anders als geplant – 2014 stattfinden zu lassen, nachdem man in Betracht gezogen hatte, die Wahlen in das Jahr 2015 zu verschieben, um eine Fusion zum Jahresbeginn 2016 anzustreben.[2]

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Doetinchem besteht neben der namensgebenden Stadt Doetinchem aus den Dörfern Gaanderen und Wehl sowie den Weilern IJzenvoorde, Langerak, Wijnbergen und Nieuw-Wehl. Doetinchem liegt nur rund 20 km von Emmerich und 40 km von Bocholt entfernt, nahe der deutschen Grenze.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doetinchem ist die wichtigste Stadt der Gelderse Achterhoek oder „Graafschap“. Doetinchem liegt 25 km östlich von Arnheim an der Oude IJssel.

Eine Autobahn und die Bahnstrecke Winterswijk–Zevenaar (Doetinchem hat zwei Stationen) verbinden es mit Arnheim.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doetinchem ist ein regionales Versorgungszentrum (viele Geschäfte, Büros, Schulen, ein Krankenhaus, Altenheime usw.) und auch eine mittelgroße Industriestadt. Im Ortsteil Gaanderen, wo schon im 18. Jahrhundert Eisen aus eisenhaltigem Sand und Lehm gewonnen und verarbeitet wurde, und in Doetinchem selbst stehen Fabriken, in denen Öfen, Herde und andere Haushaltsgeräte erzeugt werden, und auch einige Druckereien und Zeitschriftenverlage.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers, das Regionalarchiv, hat seinen Sitz in Doetinchem im alten Schulgebäude ’t Brewinc. Hier der Lesesaal dieses Informationszentrums.

Die Stadt, die im 17. Jahrhundert auch wohl Dotecom oder Deutekom genannt wurde, ist 838 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Um 1100 wurde sie ummauert.

Graf Otto II. von Geldern verlieh dem Ort, der günstig an einer Brücke über die Oude IJssel liegt, 1236 das Stadtrecht. Die Stadt hatte in Kriegen immer viel zu leiden. Im Achtzigjährigen Krieg sowie 1672 wurde Doetinchem schwer getroffen und teilweise verwüstet.

Im Jahr 1580 starben zwei Drittel der Einwohner durch eine Pestepidemie. Auch im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt durch Bombardierungen solch schwere Schäden, dass die ganze Altstadt endgültig verloren ging. Nur die Sankt-Katharinen-Kirche wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt stehen einige Windmühlen. Eine davon beherbergt den VVV (Vereniging voor Vreemdelingenverkeer: Verkehrsverein).

Sieben Kilometer östlich von Doetinchem steht, inmitten eines Waldes, das Schloss Slangenburg. Es wurde im späten Mittelalter gebaut und im 17. Jahrhundert im Barockstil renoviert. Da es 1945 einem Deutschen gehörte, wurde es nach der Befreiung durch die Alliierten von der niederländischen Regierung als Feindvermögen konfisziert. Es wurde 1945 an den Orden der Benediktiner verkauft. Mönche der Sint-Paulusabdij in Oosterhout gründeten 1945 im Schloss Slangenburg ein Kloster.[3] Als die Mönchsgemeinschaft wuchs, bauten sie Anfang der 1950er Jahre zwei Kilometer südöstlich das neues Kloster St. Willibrord. 1954 wurde es zur Abtei erhoben.[3] Die Sint-Willibrordsabdij ist die jüngste der niederländischen Benediktinerabteien.

Seitdem dient das Schloss als Unterkunft für jene, die für eine Retraite (Besinnungsperiode), zum Studium oder aus anderen Gründen bei den Mönchen zu Gast sind. Auch Protestanten sind dort willkommen. Der umliegende Wald ist frei zugänglich.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[4]
 %
30
20
10
0
20,4
12,1
11,9
11,5
10,8
8,6
7,8
4,9
4,7
7,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,7
-4,4
-0,3
-3,3
+0,9
+1,4
+0,4
+0,6
+4,7
+0,7

Der Gemeinderat wird seit 1990 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[5]
1990 1994 1998 2002 2004a 2010 2014 2018
CDA 10 8 7 9 8 7 7 7
PvdA 9 7 9 8 9 9 5 4
VVD 3 4 7 6 6 5 4 4
SP 3 5 4
D66 3 4 1 1 2 2 3 4
GroenLinks 2 3 4 4 5 4 2 3
Gemeentebelangen Doetinchem 2 2
ChristenUnie/SGP 1 1 1 1 1
Lokaal Belang Doetinchem 1
Partij voor Lokaal Maatwerk 2 1
Partij voor Mens en Milieu 0
Blanco lijst 11 0
RPF/SGP 0 1 1
Gesamt 27 27 29 29 31 31 31 31
a Aufgrund der Eingemeindung von Wehl nach Doetinchem zum 1. Januar 2005 fanden die Gemeinderatswahlen bereits im Jahr 2004 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 18. Mai 2017 ist Mark Boumans (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[6]

Kollegium von Bürgermeister und Beigeordneten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kollegium besteht für den Zeitraum bis 2022 aus Mitgliedern der Parteien CDA, VVD, D66, GroenLinks und ChristenUnie/SGP.[7] Sie wurden im Rahmen einer Ratssitzung am 17. Mai 2018 berufen. Folgende Personen gehören zum Kollegium und sind in folgenden Bereichen zuständig[8]:

Name Partei Ressort
Ingrid Lambregts CDA Raumordnung und Wohnungswesen, Innenstadt, Dorf-, Bezirk- und Viertel-Entwicklung, (mittel-) großer Stadtrat, Bau- und Wohnaufsicht, Wasser, Natur und Landschaft
Rens Steintjes CDA Verkehr, administrativer Bauherr BUHA, Einrichtungen, Sport
Maureen Sluiter VVD wirtschaftliche Angelegenheiten, Bildung, Jugendhilfe, Jugend, Kultur, -geschichte, administrativer Bauherr Buurtplein
Jorik Huizinga D66 Arbeit und Einkommen, Partizipationsgesetz, Armutspolitik, Volksgesundheit, Asylpolitik, Tierwohl, Dienstleistung und Geschäftsführung
Frans Langeveld GroenLinks Sozialhilfegesetz, soziale Betreuung, Nachhaltigkeit, Vielfalt, Umwelt und Umlanddienst Achterhoek
Henk Bulten ChristenUnie/SGP Finanzen, Gewerbe, öffentliche Versorgungsunternehmen, Kreislaufwirtschaft, Erholung und Tourismus

Das Amt des Gemeindesekretärs wird von Theo Kemper ausgeübt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doetinchem hat einen Profi-Fußballverein (De Graafschap), im Volksmund „De Superboeren“ (Superbauern) genannt, dessen Stadion „De Vijverberg“ 12.600 Zuschauer fasst. In der Saison 2008/2009 stieg man nach zweijähriger Zugehörigkeit aus der Eredivisie in die zweite Liga ab. 2010 gelang aber der Wiederaufstieg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doetinchem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Henny Haggeman: Fusie Doetinchem en Oude IJsselstreek in koelkast. In: de Gelderlander. Wegener, 5. Februar 2013, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch).
  3. a b Catalogus Monasteriorum O.S.B. Monachorum. Editio XIX. S. Anselmo, Rom 2000, S. 459.
  4. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch)
  5. Sitzverteilung im Gemeinderat: 1990–2004 2010 2014 2018, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch)
  6. Nieuwe burgemeester Doetinchem: sportief en geen hekel aan bier. In: Omroep Gelderland. 10. Mai 2017, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch).
  7. Coalitieagenda Gemeente Doetinchem, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch)
  8. Samenstelling college Gemeente Doetinchem, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch)