Trögelsby

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Trögelsby (dänisch Troelsby) ist der Name eines Ortes in der Stadt Flensburg, der im östlichen Stadtteil Engelsby liegt. Er liegt am Rande des Stadtbezirks Vogelsang.[1]

Entstehung und Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann genau Trögelsby entstanden ist, ist unklar. Mit seiner Namensendung „-by“, die eher auf eine größere Siedlung, einem Dorf hindeutet, liegt die Vermutung nahe, dass Trögelsby, wie viele der ehemaligen Dörfer der Gegend, beispielsweise auch Engelsby, als ein Tochterdorf von Adelby entstanden sein könnte, möglicherweise schon in der Wikingerzeit. Doch Beweise für eine solche Vermutung existieren nicht.[2] Erst 1420 wurde das kleine Gebiet[3], inmitten von Angeln,[4] erstmals als „Truelbul“ erwähnt.[3] Dazu kamen im 15. Jahrhundert noch die beiden Namensvarianten Truwelsbul (1452) und Truwelszbüll (1438).[3] Daher hat der Name des Gebietes wohl[5] die Bedeutung „Wohnung des Truel“ beziehungsweise, wenn man von der heutigen Schreibweise ausgeht, „Wohnung des Trögel“.[6][7] „Truel“ dürfte eine Variante oder Schreibweise des altdänischen Männernamens „Thrugils“ darstellen bzw. dessen heute noch verbreiteten Variante „Troels“.[3][8][9][10]

Man geht daher davon aus, dass die Endung „-bull“ die ursprüngliche Endung darstellte. Erst später wurde die Endung offenbar zu „-by“ umgedeutet (erstmals belegt im Jahre 1438 mit der Variante „Truwelby“),[3] wodurch man glauben könnte, dass die dortige Siedlung etwas größer war.[8] Doch um 1400 stand dort offenbar nichts was an ein ganzes Dorf erinnern würde.[11]

Trögelsby im 15. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1400 befand sich im besagten Bereich offenbar nur das Gut des Adligen Peter Lund, so dass dort nicht sonderlich viele Gebäude gestanden haben dürften. Peter Lund gehörte außerdem auch der angrenzende, nordöstlich gelegene Vogelsang.[11]

Peter Lunds Tochter Catharina verschenkte einen Teil des Trögelsbyer Gutes, dann um 1430 der Marienkirche,[3][8] den Hof Vogelsang[12] erhielt das St. Jürgenhospital (Vgl. St. Jürgen-Kirche (Flensburg)).[3][8] So befanden sich also spätestens seit dem im Gebiet Trögelsby zwei Höfe und im Gebiet Vogelsang ein dritter Hof.[3][8] Bald darauf bekam die Marienkirche auch den zweiten Trögelsbyer Hof.[8] Ein kleines Stück westlich der beiden Höfe lag zudem die Kate Schiedengatt, die erstmals 1436 erwähnt wurde. Der besagte Bereich wurde auch Klein Trögelsby genannt.[3][8][13]

Trögelsby seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Speckberg, Trögelsby (Flensburg 2014)

Der Speckberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinter einem der Trögelsbyer Höfe soll nach einer alten mündlichen Überlieferung um 1800 eine Räucherkate gebrannt haben. Bei dem Brand sollen die Speckseiten mit einem lauten Knall in die Luft geflogen sein. Bis zu einem Hügel, der dort in der Nähe lag, seien sie geflogen. Nach dieser Begebenheit soll der Hügel den Namen Speckberg bekommen haben. Alternativ wäre es auch möglich, dass im dortigen Hügel nur eine Speisekammer, zum Lagern kühler Lebensmittel, eingebettet war.[14][15][16]

Die Eingemeindung mit Twedt nach Flensburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1874 wurden die zwei Höfe vom Ökonomierat Peter Jessen Petersen übernommen. Dieser stammte aus Joldelund und besaß schon im nahgelegenen Twedt einen Hof. Er verstarb im Jahre 1902.[3] Das Gebiet wurde als Teil von Twedt, so wie auch der Vogelsang,[17] im Jahre 1910 eingemeindet.[18]

Trögelsby in neuerer Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren wurden Teile des Trögelsbyer Gebietes mit Einfamilienwohnhäusern überbaut, womit Trögelsby nördlich und westlich mit Flensburg erst richtig verwachsen ist. An Klein Trögelsby erinnert noch der gleichnamige Gehweg[19] „Klein Trögelsby“ (seit dem 5. Juli 1979) sowie der dort befindliche kleine Teich, an dem die erwähnte Kate stand.[8][20] An den erwähnten Speckberg erinnert in dem Gebiet heutzutage gleichfalls eine Straße (ebenfalls seit dem 5. Juli 1979).[14][15] Der Hügel der sich dort wohl befand ist heutzutage eingeebnet.[14] Die heute in Trögelsby befindlichen Höfe haben zwar ihren Ursprung in dem mittelalterlichen Adelshof, deren Bauten sind jedoch jüngeren Datums. Die beiden Wohnhäuser stammen aus der Zeit um 1850 und die Wirtschaftsgebäude wohl aus der Zeit um 1905.[21] Sowohl der Trögelsbyer Weg, wie auch der breite Feldweg Trögelsbyhof enden in Trögelsby. Der Trögelsbyer Weg, eine Verkehrsstraße, hat ihren Anfang im Westen am Rande Adelbys und führt über die fast ganze Breite Engelsbys nach Trögelsby rein. Der Feldweg Trögelsbyhof hat seinen Anfang ungefähr bei Rüllschau, nahe Maasbüll und führt über den heutigen Stadtbezirk Vogelsang bis nach Trögelsby.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlenspiegel Teil 3: Stadtteile. Stadt Flensburg, abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Vgl. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: By
  3. a b c d e f g h i j Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005 , ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Trögelsbyhof
  4. Flensburger Tageblatt: Angelns vergessene Dörfer, 19. Oktober 2009; abgerufen am: 12. Juli 2014
  5. Es gibt daneben offenbar auch noch die Vermutung, es könnte „-bohl“ gemeint sein. Bohl bedeutet „Hufe“, also ein Flächenmaß. Vgl. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009. Seite 125 i. V. m. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Bohlberg
  6. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 451
  7. Vgl. hinsichtlich „-büll“ auch: Niebüll in der Geschichte (Memento vom 3. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 11. Juli 2014
  8. a b c d e f g h Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009. Seite 125
  9. Nordic Names, Thrugils; abgerufen am 13. Juli 2014
  10. Nordic Names, Troels; abgerufen am 13. Juli 2014
  11. a b Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009. Seite 124 f.
  12. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009. Seite 124, dort die Bildbeschreibung
  13. Stadtarchiv Flensburg: Gemeinde Twedt vor und nach 1900;Klein Trögelsby, St. Marienkate; hs., abgerufen am: 19. Februar 2015
  14. a b c Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: Speckberg
  15. a b Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005 , ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Speckberg
  16. Der Flurname Speckberg war wohl erstmals auf einer Karte, die wohl um 1930 entstanden ist, verzeichnet. (Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005 , ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Speckberg sowie Quellen und benutzte Literatur, unter: Voigt, Christian)
  17. Gerhard Nowc: Twedt : Die Mutter von Mürwik in Flensburger Tageblatt, 1. April 2010; abgerufen am: 12. Juli 2014
  18. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 413
  19. Der Geweg besitzt zurzeit zwar kein Straßenschild, ist aber in einigen Straßenkarten eingezeichnet.
  20. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005 , ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Klein Trögelsby
  21. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009. Seite 123, dort die Bildbeschreibung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trögelsby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 47′ 22,6″ N, 9° 28′ 58,1″ O