Tremolo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tremolo (Begriffsklärung) aufgeführt.

Mit Tremolo (ital. tremolo, von ital. tremare: „zittern“, „beben“) bezeichnet man entweder die schnelle Repetition eines Tones oder eine trillerähnliche Bewegung zwischen zwei Tönen, die weiter als eine Sekund voneinander entfernt sind (speziell bei den Streichern wird erstere Variante auch Bogentremolo genannt, während letztere hier als Fingertremolo bekannt ist).

Im Sprachgebrauch der elektronischen Musik versteht man unter Tremolo einen elektronisch oder mechanisch erzeugten Klangeffekt, bei dem fortlaufend in kurzen Zeitabständen die Dynamik, also die Lautstärke des musikalischen Signals moduliert wird. Vom Tremolo zu unterscheiden ist das Vibrato, bei dem die Tonhöhe verändert wird.

Allgemeines zu Notation und Rhythmus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig ist mit einem Tremolo das Spiel ohne Rücksicht auf den Takt bzw. das Wiederholen eines Tones in unbestimmten zeitlichen Ausmaß gemeint, hierfür werden ähnlich wie bei einer 32tel-Note 3 kleine Striche an den Hals der Note gezeichnet (auch wenn streng genommen 32tel Noten gefragt sind, werden diese Noten doch meist in einem völlig freien Zeitmaß ausgeführt - sollte der Komponist dies nicht wünschen sollte er einen zusätzlichen Hinweis über den Noten notieren). Teilweise werden aber auch zeitlich genau vorgegebene Tremoli vom Spieler gefordert, hierfür werden dann 2 Striche (wie bei einer 16tel) oder 1 Strich (wie bei einer 8tel) am Hals notiert.

Die Notation für die bereits oben erwähnten trillerähnlichen Figuren, welche aber aufgrund des größeren Ambituses auch zu den Tremoli zählen, wird ähnlich gehandhabt.

Seltener wird auch ein Trillerzeichen für die Notation eines (auf demselben Ton bleibenden) gewöhnlichen Tremolis genutzt, hauptsächlich bei Percussionssinstrumenten wie der Pauke, der Triangel oder des Beckens. Dieses Tremolo wird aber genauso ausgeführt wie in der obigen Form, es handelt sich also lediglich um eine alternative Notationsweise.

Tremolo bei akustischen Musikinstrumenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blechblasinstrumente: durchgehender Luftstrom bei rapidem Wechsel zweier Ventilkombinationen, die den gleichen Ton erzeugen (Alternativ-, Hilfs- oder Spezialgriffe, False Fingerings). Dabei entstehen zumeist mikrotonale Abweichungen, weswegen diese Technik auf Blasinstrumenten auch als Bisbigliando oder Klangfarbentriller bezeichnet wird. Bei der Posaune entstehen die Abweichungen beispielsweise dadurch, dass auf verschiedene Töne der Obertonreihe zurückgegriffen wird.
  • Holzblasinstrumente: durchgehender Luftstrom bei rapidem Wechsel zweier Klappenkombinationen, die den gleichen Ton erzeugen (Alternativ-, Hilfs- oder Spezialgriffe, False Fingerings). Zu beachten ist hierfür der Unterschied zwischen deutschem und Böhmsystem der Applikatur bei Klarinetten und Saxophonen, nicht aber bei Flöte, Oboe, Englischhorn, Heckelphon und Fagott
  • Streicher: Bei den Streichinstrumenten wird zwischen zwei Spiel- beziehungsweise Tremoliarten unterschieden 1. Bogentremolo: rapider Bogenwechsel (von Abstrich und Aufstrich) auf sehr kurzer Strecke (innerhalb weniger Zentimeter) auf derselben Tonhöhe. 2. Fingertremolo: rapider wechsel zweier Seiten auf dem Griffbrett mit gleichzeitigem Anschlagen des Bogens. [1]
  • Schlaginstrumente: dieselbe Anschlagstelle wird schnellstmöglich repetiert. Bei einer Snaredrum (kleiner Trommel), einer Pauke oder einem Becken wäre das ein sogenannter Wirbel
  • Tasteninstrumente: dieselbe Taste wird je nach Musikpassage entweder mit zwei Fingern je einer Hand oder mit mehreren Fingern derselben Hand (Repetitionsmechanik beim Flügel) ausgeführt
  • Zupfinstrumente: derselbe abgegriffene Saitenton wird durch Wechselschlag repetiert, entweder mit einem Plektrum (charakteristisch für Mandoline, Balalaika und Bouzouki), oder mit den Fingern (insbesondere bei der klassischen und der Flamenco-Gitarre).

Notationseigenheiten bei Blasinstrumenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tremolo muss bei Blasinstrumenten eindeutig von der Flatterzunge spieltechnisch und in der Notation unterschieden werden. Das Tremolo wird in allen Fällen von den Händen und der Spielmechanik ausgeführt, die Flatterzunge mit der Zunge und nicht mit der Spielmechanik. Da das Tremolo, teilweise auch frz. Timbretriller genannt, in geschriebener Musik (= Noten) eine vergleichsweise neue Errungenschaft ist, obwohl die Spielpraxis Jahrzehnte älter ist, fehlt noch ein eigenes Symbol für das Tremolo bei Blasinstrumenten. Das eingebürgerte Zeichen, das auch bei allen anderen Instrumenten üblich ist, hat sich traditionell bei Blasinstrumenten als Flatterzunge durchgesetzt und nicht als Tremolozeichen. Wer also ein Tremolo kompositorisch wünscht oder in Transkriptionen von Soli benötigt und schriftlich festhalten will, muss verbalsprachlich den Zusatz tremolo hinzufügen, um den Unterschied deutlich zu machen.

Griffproblematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl der Griffe für Klappen oder Ventile muss dem Musiker überlassen bleiben, sofern der Komponist nicht selbst das Instrument beherrscht. Wichtig ist zu wissen, dass auf allen Blasinstrumenten sehr viele Töne grifftechnisch bedingt von einem Tremolo ausgeschlossen sind, sodass sich Komponisten, die das Instrument nicht beherrschen, bei Profis erkundigen müssen, ob ein Tremolo auf einem bestimmten Ton überhaupt möglich ist. Grifftechnisch ausgeschlossen bedeutet: Entweder gibt es überhaupt keine alternativen Griffmöglichkeiten, oder es handelt sich um sogenannte „Gabelgriffe“, die in derselben Hand liegen und in hohem Tempo, wie es ein Tremolo fordert, nicht im Wechsel ausgeführt werden können.

Diese schriftlich noch selten anzutreffende Spielweise ist noch nicht in Instrumentenbüchern oder -schulen für Blasinstrumente etabliert. Schriftliche Anleitungen oder Grifftabellen zur Ausführung eines Tremolos bei Blasinstrumenten finden sich daher nur in Ausnahmefällen in Spezialveröffentlichungen.

Tremolo in elektronischer Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Amplitudenvibrato ist im Sprachgebrauch der Musiker ein häufig anzutreffender, jedoch physikalisch nicht exakter, mit Tremolo synonymer Begriff. Die Verbindung der Wörter „Amplitude“ und „Vibrato“ zu „Amplitudenvibrato“ sagt somit aus, dass die Amplitude des Signals sinusförmig moduliert wird. Der Schalldruck oder die analoge elektrische Größe eines Klangs schwankt also mit der Vibrato- oder besser Tremolofrequenz zwischen einem Minimal- und einem Maximalwert, wobei die Hüllkurve eine tieffrequente sinusförmige Schwingung darstellt. Tremolofrequenzen liegen üblicherweise bei 5 bis 8 Hz, langsamere Schwankungen werden als „Wimmern“ empfunden, während höhere Tremolofrequenzen zu einer Rauhigkeit des Klangeindrucks führen.

  • Beispiel für ein Tremolo („Amplitudenvibrato“) durch Amplitudenmodulation

Bei Klängen von natürlichen Musikinstrumenten ist eine Schwankung der Amplitude nahezu immer mit einer Schwankung der Frequenz verbunden, wobei die beiden Modulationsfrequenzen in den meisten Fällen in Phase sind, d. h. eine Frequenzerhöhung ist mit einem Amplitudenanstieg verbunden. Die Stärke des Tremolos oder Amplitudenvibratos (Amplitudenhub) wird in Prozent der Ausgangsamplitude angegeben, während der Frequenzhub des Vibratos in cent angegeben wird.

Die Kurvenform des Vibratosignals ist bei Klängen von mechanischen Musikinstrumenten selten sinusförmig, sie hängt vielmehr von der Art der Klangerzeugung und der Form der Resonanzkurve des Instruments ab.

Die Extremversion eines Tremolos ist ein rhythmischer Gater-Effekt (der z. B. in Trance- und Techno-Musik auf Synthie-Pads angewandt wird).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Dick: Neuer Klang durch neue Technik. (Tone development through extended techniques). Erläuterungen und Übungen zu neuen Spielweisen auf der Flöte. Zimmermann, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-921729-58-0.
  • Gerhard Krassnitzer: Multiphonics. Für Klarinette mit deutschem System und andere zeitgenössische Spieltechniken. Edition Ebenos, Aachen 2002, ISBN 3-9808379-0-4.
  • Carin Levine, Christina Mitropoulos-Bott: The techniques of flute playing. = Die Spieltechnik der Flöte. Bärenreiter, Kassel u. a.
  • Jürgen Meyer: Akustik und musikalische Aufführungspraxis. Leitfaden für Akustiker, Tonmeister, Musiker, Instrumentenbauer und Architekten. 5. aktualisierte Auflage. PPVMedien, Bergkirchen 2004, ISBN 3-932275-95-0 (Fachbuchreihe „Das Musikinstrument“ 24, Edition Bochinsky).
  • Peter Veale, Claus-Steffen Mahnkopf: The techniques of oboe playing. A compendium with additional remarks on the oboe d'amore and the cor anglais. = Die Spieltechnik der Oboe. Bärenreiter, Kassel u. a. 1994, ISBN 3-7618-1210-8.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Tremolo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vienna Symphonic Library. In: www.vsl.co.at. Abgerufen am 17. April 2016.