Tricensimae

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Tricensimae
Limes Niedergermanischer Limes
Datierung (Belegung) 306/311 bis 1. Hälfte 5. Jahrhundert
Typ spätantike Festung
Einheit unbekannt
Größe 400 × 400 m = 16 ha
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand Oberirdisch nicht mehr sichtbar
Ort Xanten
Geographische Lage 51° 40′ 0″ N, 6° 27′ 0″ O51.6666666666676.4545Koordinaten: 51° 40′ 0″ N, 6° 27′ 0″ O
Höhe 45 m ü. NHN
Vorhergehend Burginatium
Anschließend Calo (?), Asciburgium (beide südsüdöstlich)
Lage von Tricensimae innerhalb der Colonia Ulpia Traiana

Tricensimae war der Name einer großen römischen Festung der Spätantike in Xanten am Niederrhein. Ihr Name könnte auf ein Weiterbestehen der Legio XXX Ulpia Victrix bis in diese Zeit hineindeuten.

Das Lager wurde zwischen 306 und 311 wohl unter Kaiser Konstantin auf den 9 zentralen Insulae der Colonia Ulpia Traiana errichtet. Es war 400 mal 400 m groß, hatte 4 m dicke Mauern mit 48 Türmen und war von zwei Gräben umgeben. Das Baumaterial wurde aber nicht, wie bei der Errichtung der Colonia, von weit her geholt. Steine gab es schließlich direkt vor den Toren. Darüber hinaus hatte das Abräumen des Vorfelds auch einen militärischen Sinn. Jede Ruine war nämlich eine Sichtbehinderung für die Verteidiger und auch ein potentielles Versteck für Angreifer. Die Ursache der starken Befestigung lag wahrscheinlich in der Gefahr, die von plündernden Germanen ausging.

352 n. Chr. wurde Tricensimae durch die Franken erobert und ab 359 n. Chr. wiedererrichtet. In der ersten Hälfte des 5. nachchristlichen Jahrhunderts wurde die Siedlung schließlich aufgegeben. Wahrscheinlich war sie trotz der dicken Mauern zu unsicher.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph B. Rüger u.a.: Die spätrömische Großfestung in der Colonia Ulpia Traiana. In: Bonner Jahrbücher 179, 1979, S. 499–524.
  • Thomas Otten, Sebastian Ristow: Xanten in der Spätantike. In Martin Müller u.a.: Colonia Ulpia Traiana. Xanten und sein Umland in römischer Zeit. Zabern, Mainz 2008, ISBN 978-3-8053-3953-7, S. 549–582.
  • Thomas Otten: Xanten in der Spätantike. Ein urbanes Zentrum am Niederrhein. Nuclei spätantik-frühmittelalterlichen Lebens? In: Römische Legionslager in den Rhein- und Donauprovinzen. Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 2011, ISBN 978-3-7696-0126-8, S. 143–174.

Weblinks[Bearbeiten]