Bingen am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bingen am Rhein
Bingen am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bingen am Rhein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 58′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 37,73 km2
Einwohner: 24.987 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 662 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55411
Vorwahlen: 06721, 06725Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 005
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burg Klopp
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.bingen.de
Oberbürgermeister: Thomas Feser (CDU)
Lage der Stadt Bingen am Rhein im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Bingen am Rhein
Bingen und Bingerbrück von der Elisenhöhe
Stadtteil Büdesheim
Blick vom Niederwalddenkmal auf Bingen

Bingen am Rhein ist eine große kreisangehörige Stadt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Name der Siedlung war Bingium, keltisches Wort eventuell für „Loch im Fels“, Bezeichnung für die Untiefe hinter dem Mäuseturm, bekannt als Binger Loch. Bingen war Ausgangspunkt der Ausoniusstraße, einer römischen Militärstraße, welche die Stadt mit Trier verband. Bekannt ist Bingen unter anderem durch die Geschichte um den Binger Mäuseturm, in dem angeblich der Mainzer Erzbischof Hatto von Mäusen gefressen wurde. 2008 war Bingen Ausrichter der dritten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau nach Kaiserslautern und Trier.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bingen befindet sich unmittelbar südöstlich des Rheinknies am Binger Wald, der sich westlich der Stadt erhebt. Nördlich ragt auf der anderen Rheinseite das Rheingaugebirge auf mit dem vorgelagerten Niederwald bei Rüdesheim als dem südwestlichen Eckpfeiler des Taunus. In Bingen endet der Oberrhein mit dem Zufluss der Nahe. Hier beginnt mit dem Stadtteil Bingerbrück der Mittelrhein.

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz liegt circa 25 Kilometer östlich von Bingen, Koblenz befindet sich circa 50 Kilometer nordwestlich der Stadt.

Das UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal schließt die gesamte Stadt Bingen mit ein, obwohl der Hauptteil in Rheinhessen liegt. Der Rochusberg wird nahezu vollständig vom Stadtgebiet umschlossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtsrheinisch gegenüber von Bingen liegt die hessische Stadt Rüdesheim am Rhein im Rheingau-Taunus-Kreis. Folgende weitere Nachbarstädte und -gemeinden schließen sich - allesamt linksrheinisch - im Uhrzeigersinn an: Ingelheim, Gau-Algesheim, Ockenheim, Appenheim, Aspisheim, Horrweiler, Gensingen, Grolsheim, Laubenheim, Münster-Sarmsheim, Weiler, Trechtingshausen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bingen am Rhein gliedert sich in acht Stadtteile:

Stadtteil Fläche Einwohner
Bingen-Stadt 8,68 km² 7.625
Bingen-Bingerbrück 3,51 km² 3.158
Bingen-Büdesheim 9,12 km² 7.265
Bingen-Dietersheim 4,16 km² 1.920
Bingen-Dromersheim 3,23 km² 1.543
Bingen-Gaulsheim 2,92 km² 1.070
Bingen-Kempten 3,20 km² 1.927
Bingen-Sponsheim 2,91 km² 1.670

Einwohner von Bingen am Rhein, Stand 1. August 2016[2]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der mittlere Jahresniederschlag beträgt nur 500–550 mm[3] und liegt damit im unteren Fünftel der in Deutschland erfassten Werte – an 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt – an nur einem Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottfried Mascop: Stadtplan von 1577
Bingen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Stich nach Clarkson Stanfield
Blick von Bingerbrück über St. Ruprecht & St. Hildegard zur Basilika St. Martin;
Stereoskopie Nr. 561 als Ansichtskarte, Verlag Knackstedt & Näther, um 1900

Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische (gallische) Siedlung mit Namen „Binge“ (= Graben). Anfang des ersten Jahrhunderts n. Chr. wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in Bingium. Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Kastell am Brückenkopf. Durch den Presbyter Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika.[4][5]

Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz.[6] Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.

Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.

Nachdem 1794 französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt hatten, gehörte die Stadt von 1798 bis 1814 zum französischen Département Donnersberg und war Hauptort (Chef-lieu) des Kantons Bingen. 1816 kam die Stadt nach dem Wiener Kongress an das Großherzogtum Hessen, der heutige Stadtteil Bingerbrück an die Rheinprovinz des Königreichs Preußen. Dadurch wurde es Grenzstadt bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871. Seit 1835 war Bingen außerdem Sitz des Kreises Bingen.

Im Jahre 1929 wurde Büdesheim durch Eingemeindung ein Stadtteil von Bingen; Dietersheim, Gaulsheim und Kempten folgten 1939.

Am 10. November 1938 wurde die 1905 erbaute Neue Synagoge von SA-Männern und Nazianhängern angezündet. Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern ab. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Bingen wiederholt Ziel von Luftangriffen der USAAF. Dabei wurde vor allem der Rangierbahnhof im Stadtteil Bingerbrück angegriffen.[7] Am 13. September 1944 wurde ein zuvor abgeschossenes Besatzungsmitglied eines amerikanischen Bombers von einem Mitglied der SA auf offener Straße erschossen.[8] Bei Kriegsende 1945 rückten Truppen der US-Army in die Stadt ein.


Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bingerbrück mit 3655 Einwohnern eingemeindet. Am 1. Januar 1970 wurde die Stadt Bingen, auf ihren Antrag hin, von der Landesregierung zur Großen kreisangehörigen Stadt erhoben.[9] Am 22. April 1972 folgte die Eingemeindung der Gemeinden Dromersheim (1221 E.) und Sponsheim (665 E.).[10] Den Namenszusatz „am Rhein“ trägt die Stadt seit dem 1. Juli 1982.[10]

Zur Landesgartenschau 2008 in Bingen erfuhren die Rheinanlagen in der Stadt umfangreiche Modernisierungen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Stadtgebiet von Bingen am Rhein; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[11]

Einwohnerentwicklung seit 1815
Jahr Einwohner
1815 6.002
1835 10.119
1871 11.256
1905 19.723
1939 21.925
1950 21.745
Jahr Einwohner
1961 25.446
1970 25.542
1987 23.070
2005 24.739
2011 23.812
2015 24.987

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2009: 49,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,9 %
32,8 %
12,3 %
5,7 %
6,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,4 %p
+4,3 %p
+1,5 %p
-4,5 %p
± 0,0 %p

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Bingen am Rhein besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[12]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 12 16 4 2 2 36 Sitze
2009 10 16 4 4 2 36 Sitze
2004 10 18 3 3 2 36 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Bingen e.V.

Koalition im Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kündigten CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Binger Stadtrat eine Koalition an, die seither besteht.[13]

Oberbürgermeister und Stadtvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Oberbürgermeisterwahlen am 22. April 2012 erzielte Thomas Feser (CDU) mit 51,78 % die absolute Mehrheit der Stimmen. Er wurde am 29. Mai im Rahmen einer Stadtratratssitzung vereidigt.[14]

Neben dem Oberbürgermeister gehören dem Binger Stadtvorstand sowohl der Bürgermeister Ulrich Mönch (CDU), sowie der 1. Beigeordnete Jens Voll (Bündnis 90/Die Grünen) an.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegelmarke Stadt Bingen aus der Zeit des Großherzogtums Hessen

Blasonierung: „In Blau auf bewachsenem grünem Schildfuß ein silberner römischer Reiter mit goldenem Helm mit Helmbusch, Waffenrock, Stiefeln und oben goldbeschlagener, silberbespitzter, roter Schwertscheide, auf einem schreitenden, goldbehuften und rotgezäumten, silbernen Rosse, seinen roten Reitermantel mit silbernem Schwert teilend, vor ihm kniend ein bittender, mit dem linken Arm auf eine Krücke in natürlichen Farben gestützter, silberner Mann mit rotem Band über die rechte Schulter gelegt, goldenem Rock und schwarzgeschnürtem goldenem Beinkleid, im rechten Obereck ein rotes Schildchen, darin ein silbernes sechsspeichiges Rad. Auf dem Schildrand eine goldene fünftortürmige Zinnenmauer.“

Der Reiter ist der Heilige Martin, das Schildchen das Mainzer Rad.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Bingen und den Rhein auf das in Hessen gelegene andere Flussufer, im Hintergrund kann man Rüdesheim und das Niederwalddenkmal erkennen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Binger Mäuseturm
Basilika

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha  %
Logo von RheinhessenRheinhessen 26.490 69,1 30,9
Worms 3 1.541 62,0 38,0
Nierstein 6 783 75,6 24,4
Alzey 8 769 69,0 30,1
Westhofen 9 764 68,7 31,3
Alsheim 10 704 69,3 30,7
Bechtheim 11 660 71,4 28,6
Ingelheim am Rhein 12 646 47,8 52,2
Flörsheim-Dalsheim 13 635 65,0 35,0
Bingen am Rhein 15 590 73,2 26,8
Saulheim 16 516 74,7 25,3
Osthofen 20 464 67,8 22,2
Guntersblum 21 461 71,8 28,2
Dittelsheim-Heßloch 23 447 70,2 29,8
Stadecken-Elsheim 24 438 71,2 28,8
Quelle: Weinbau 2010. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Die Region ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt, zumal sich in Bingen vier Weinanbaugebiete (Rheinhessen, Mittelrhein, Nahe und Rheingau) treffen. Die Stadt ist auch Namensgeber für den Bereich Bingen im Weinrecht.

Andere Industrien, die sich früher aufgrund des Hafens in Bingen angesiedelt hatten, sind im Laufe der Jahre abgewandert. Die heutigen Dienstleistungsgewerbe befinden sich hauptsächlich im Industriegebiet (Autobahnabfahrt Bingen-Ost/Kempten/Industriegebiet) und im Gewerbepark Scharlachberg.

Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Bingen am Rhein liegen mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte.

Die Station Bingen (Rhein) Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Bingerbrück und trug früher auch die Bezeichnung Bingerbrück. An diesem Bahnhof endet die Strecke der Nahetalbahn; die linke Rheinstrecke führt durch den Bahnhof. Alle Züge des Nahverkehrs auf diesen beiden Strecken halten im Hauptbahnhof, außerdem ist der Hauptbahnhof auch Halt einzelner IC- und EC-Züge.

Der Bahnhof Bingen-Stadt - ehemals Bahnhof Bingen (Rhein) - liegt zwei Kilometer weiter östlich der Nahe, direkt gegenüber dem historischen Hafenkran. Hier hält nur noch der Schienenpersonennahverkehr, er hat jedoch einen besseren Anschluss an den öffentlichen Busverkehr der Stadt.

Die Entstehung zweier Bahnhöfe ist historisch bedingt, da der heutige Hauptbahnhof Bingen früher ein preußischer Grenzbahnhof war, während der Stadtbahnhof zur Hessischen Ludwigsbahn gehörte.

Darüber hinaus gibt es noch einen Haltepunkt in Bingen-Gaulsheim.

Die Haltepunkte Drususbrücke an der Strecke Bingen Hbf–Bad Kreuznach sowie die Haltepunkte Bingen-Kempten und Büdesheim-Dromersheim an der Strecke Alzey–Bingen Stadt werden nicht mehr bedient.

Ab 1906 gab es einen teils als Kleinbahn, teils als Straßenbahn konzessionierten Betrieb, der als AG Binger Nebenbahnen bezeichnet wurde. Die Strecken verbanden den Bahnhof der Stadt, den Bahnhof Bingerbrück und Büdesheim. Ein Jahr später wurde die Strecke von Büdesheim bis Dietersheim verlängert. Die Verbindung nach Bingerbrück wurde 1922 aufgegeben, der Restbetrieb am 22. Oktober 1955 eingestellt.[17]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bingen liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen 60 und 61, die durch die Bundesstraße 9 angeschlossen werden.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bingen fahren Stadtbusse auf sieben Linien. Außerdem gibt es vier besondere Schulbuslinien und eine Anruflinie. Betreiber der Buslinien sind die Stadtwerke Bingen am Rhein.

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binger Loch

Von Bedeutung ist nur noch der Personenverkehr. Der Güterhafen ist aufgegeben. Der ehemalige Winterhafen ist heute Yachthafen.

Es gibt Anleger der Touristiklinien Köln-Düsseldorfer, Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt und der Rösslerlinie. Eine Personen- und eine Autofähre verbinden Bingen mit Rüdesheim (siehe Liste der Rheinfähren).

Bis zum Ende der 1970er Jahre war Bingen Lotsenstation.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wird Bingen von diversen Rad- und Wanderwegen angebunden. So treffen sich der Rhein- und Nahe-Radweg im Rhein-Nahe-Dreieck bei Bingen; ebenso führt die Hiwwel-Route von hier aus durch das Rheinhessische Hügelland nach Worms.

Auch im rheinland-pfälzischen Wanderwege-Netz bildet Bingen einen Knotenpunkt. Sowohl der Soonwaldsteig wie auch der RheinBurgenWeg als linksrheinisches Pendant zum Rheinsteig haben hier ihre Start- bzw. Endpunkte.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kran als Kunstobjekt auf der Landesgartenschau 2008

Kulturufer Bingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesgartenschau Bingen 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kulturufer Bingen, rechts: der Rhein, im März 2011

Für die Landesgartenschau Rheinland Pfalz vom 18. April bis 19. Oktober 2008 wurde das Rheinufer zwischen dem Autofähranleger und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbrück zwischen dem Hauptbahnhof (Früher Bahnhof Bingerbrück) und dem Rheinufer komplett neu gestaltet.

Die Veranstaltung wurde entlang dem Rheinufer auf 2,8 km Länge und 24 Hektar Ausstellungsfläche durchgeführt. Mit 1,3 Millionen Besuchern wurde die erwartete Zahl von mindestens 600.000 Personen deutlich übertroffen. Die drei Teilbereiche sind zwar weiterhin umzäunt, aber kostenfrei zugänglich.

Nachnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Gelände der Landesgartenschau Bingen 2008 wird seit Anfang 2010 als Kulturufer Bingen vermarktet. Ziel des Kulturufers Bingen ist es, den Ort mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen als Ziel für Kulturreisende zu etablieren. Das Kulturufer Bingen besteht aus den Geländeteilen Hafenpark / Gartenstadt, Hindenburganlage, Rhein-Nahe-Eck und Park am Mäuseturm.

Im Bereich Hafenpark / Gartenstadt sind u. a. die Partnerschaftsgärten, der Industriekran und der japanische Zierkirschenhain zu finden. Der Alte Rheinkran von 1487 steht am Übergang zur Hindenburganlage.

Die Hindenburganlage ist eine denkmalgeschützte Parkanlage mit altem Baumbestand. Dort befindet sich das ehemalige Zollamt, der Englische Rosengarten, der Spielplatz „Rheinkahn“, die Vinothek, die Dichterkabinette und die Schiffsanleger.

Im Abschnitt Rhein-Nahe-Eck liegt das Rheintal-Kongress-Zentrum, das Museum am Strom mit den Abteilungen „Hildegard von Bingen“, „Römisches Ärztebesteck“, „Rheinromantik“ und „Stadtgeschichte“, sowie der Hildegarten.

Der Park am Mäuseturm bietet große Wiesenflächen, Sportfelder, eine Skaterbahn, den Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, das Stellwerk Mensch|Natur|Technik sowie verschiedene Veranstaltungsflächen.

Die kulturellen Veranstaltungen finden in jedem Jahr von Ostern bis Ende September statt. Höhepunkt ist das Kulturuferfest am ersten Sonntag im Juli.[19]

Park am Mäuseturm zwischen Hauptbahnhof, Rheinradweg und Rhein. Vorne der Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, hinter dem Stadtzentrum die Burg Klopp

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Klopp mit moderner Brunnenanlage
  • Winzerfest – mit einer Dauer von elf Tagen das längste Weinfest am Rhein
  • Binger Sektfest auf dem Bgm.-Neff-Platz
  • Bingen swingt – Internationales Jazz-Festival
  • Binger Open Air Festival – Alternative-Festival
  • Breakpoint (2003–2010) – eine der größten Veranstaltungen der Demoszene weltweit
  • Nacht der Verführung – Weinfest in den Reben
  • Rhein in Flammen Bingen – sieben Feuerwerke zwischen Trechtingshausen und Bingen am Rhein
  • Kulturuferfest
  • Rochusfest – Rochusoktav, kirchliches Fest mit volkstümlichen Charakter, Wallfahrt des Bistums Mainz
  • Hildegard-Herbst
  • Recharge im Park am Mäuseturm – Veranstaltung mit elektronischer Musik, seit 2015; (drei- bis viermal im Jahr)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzestatue Stefan George in der Fußgängerzone
Denkmal Ludwig IV., Großherzog von Hessen und bei Rhein

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Joseph Schnaubert (* 30. November 1750; † 10. Juli 1825 in Jena), Rechtswissenschaftler
  • Joseph Albrecht von Ittner (* 2. März 1754; † 9. März 1825 in Konstanz), Schriftsteller, Jurist und Diplomat
  • Siegmund Geisenheimer (* 12. Dezember 1775; † 20. April 1828 in Frankfurt am Main), Kaufmann und sozial engagierter Prokurist des Frankfurter Bankhauses M. A. Rothschild & Söhne
  • Hubert Auer (* 1. Mai 1780; † 17. Februar 1836 in Trier), Fürstbischöflicher Delegat für Brandenburg und Pommern, Propst der St.-Hedwigs-Kirche in Berlin, Domherr zu Breslau sowie Dompropst zu Trier
  • Philipp von Foltz (* 11. Mai 1805; † 5. August 18777 in München), Maler
  • Eberhard Soherr (* 6. September 1812; † 25. März 1887 in Darmstadt),[21] hessischer Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Bingen
  • Ferdinand Allmann (* 1. August 1828; † 11. Mai 1912 in Bingen), Bürgermeister von Bingen und Abgeordneter der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Heinrich Brück (* 25. Oktober 1831; † 5. November 1903 in Mainz), Bischof von Mainz
  • Johann Baptist Hilsdorf (* 6. Mai 1835; † 11. Juli 1918), Fotograf und Vater von Theodor und Jacob Hilsdorf
  • Karl Johann Brilmayer (* 29. März 1843; † 16. November 1905 in Mainz), katholischer Priester, Autor und rheinhessischer Heimatkundler
  • Joseph Jonas (* 16. Juli 1845; † August 1921); Stahlfabrikant und Lord Mayor von Sheffield
  • Heinrich Wendelin Soherr (* 30. November 1863; † 10. März 1929 in Bingen), hessischer Landtagsabgeordneter und Vizelandtagspräsident
  • Alice Bensheimer (* 6. Mai 1864; † 20. März 1935 in Mannheim), Politikerin und Frauenrechtlerin
  • Theodor Hilsdorf (* 18. Juni 1868; † 1944), Fotograf
  • Stefan George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim; † 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno), Dichter
  • Jacob Hilsdorf (* 10. Juni 1872; † 11. Januar 1916 in Frankfurt am Main), Fotograf
  • Carl Friedberg (* 18. September 1872; † 9. September 1955 in Triest), Pianist und Musikpädagoge
  • Pankraz Blank (* 30. April 1882 in Gaulsheim; † 5. Juli 1961 ebenda), Landtagsabgeordneter
  • Saladin Schmitt (* 18. September 1883; † 14. März 1951 in Bochum), Theaterwissenschaftler, Regisseur und Intendant
  • Sepp Christmann (* 22. September 1895; † 11. April 1977 in Wetzlar), Sportlehrer und Trainer
  • Max Richter (* 8. März 1900; † 1983 in West-Berlin) Geologe und Paläontologe, Professor an der FU Berlin
  • Otto Kraemer (* 25. Juli 1900 in Bingen; † 25. Februar 1986 in Karlsruhe), Maschinenbauingenieur und Ordinarius an der Technischen Hochschule Karlsruhe
  • August Weimer (* 27. Juni 1908; † 20. Januar 1980 in Wiesbaden), Gewerkschafter und christdemokratischer Politiker, MdB
  • Josef Augstein (* 25. August 1909; † 23. Oktober 1984 in Hannover), Jurist
  • Adolf Geßner (* 31. Dezember 1909; † 13. März 1988 in Wiesbaden), Kunsthistoriker und Unternehmer
  • Anton Philipp Brück (* 16. April 1913; † 15. Dezember 1984), Priester, Professor, Prälat und Autor; Ehrenbürger der Stadt Bingen
  • Jakob Schadt (* 17. Dezember 1921; † 14. Dezember 1995 in Mainz), Politiker (SPD), MdL und Ehrenbürger der Stadt Bingen
  • Günter Duffrer (* 13. Juli 1922; † 20. Oktober 2011 in Mainz), Dozent für Pastoralliturgie am Bischöflichen Seminar, Diözesanpräses der Kirchenchöre im Bistum Mainz
  • Claire Marienfeld (* 21. April 1940), christdemokratische Politikerin, ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages
  • Bernd Jochen Hilberath (* 29. Juni 1948), Theologe und Hochschullehrer
  • Mary Roos (* 9. Januar 1949), Schlagersängerin und Schauspielerin
  • Monika Böss (* 17. September 1950 in Büdesheim), Schriftstellerin
  • Tina York (* 29. April 1952), Schlagersängerin
  • Rüdiger Heins (* 15. Januar 1957), Autor
  • Thomas Kling (* 5. Juni 1957; † 1. April 2005 in Dormagen), Lyriker
  • Peter Frey (* 4. August 1957), Journalist
  • Matthias Bork (* 12. Januar 1962), deutsch-kanadischer Künstler
  • Frank Schröder (* 2. Juni 1964), Sänger und Schauspieler
  • Dajan Šimac (* 4. Januar 1982), Fußballspieler
  • Suat Serdar (* 11. April 1997), deutsch-türkischer Fußballspieler
  • Tobias Krick (* 22. Oktober 1998), Volleyballspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bingen am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bingen am Rhein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. [1] Aktuelle Einwohnerzahlen der Stadt Bingen
  3. Niederschlagsverteilung. In: lfu.rlp.de. Landesamt für Umwelt, Rheinland-Pfalz, abgerufen am 31. August 2016.
  4. Hans Ulrich Instinsky: Die Grabinschrift des Presbyters Aetherius von Bingen. In: Jahrbuch für das Bistum Mainz, Jg. 5 (1950), S. 305–309.
  5. Ernst Marx: Die Schweizerzunft in Waldlaubersheim, Versuch einer Deutung des Namens (Memento vom 9. März 2016 im Internet Archive), S. 3 (PDF; 68 kB).
  6. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 224.
  7. Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. 2. Auflage. Propyläen, Berlin 2002, ISBN 3-549-07165-5.
  8. Bericht auf swr.de
  9. Landesverordnung über die Erklärung der Städte Andernach, Bingen und Lahnstein zur großen kreisangehörigen Stadt vom 9. Dezember 1969.
  10. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 171 und 203 (PDF; 2,5 MB).
  11. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  13. Vertragsunterzeichnung – In Bingen steht Schwarz-grüne Koalition. 17. Juli 2014, archiviert vom Original am 29. Juli 2014, abgerufen am 23. Juli 2014.
  14. Wahl zum Oberbürgermeister. In: bingen.de. Abgerufen am 7. September 2016.
  15. Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main: Route der Industriekultur
  16. Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschiffahrt
  17. M. Kochems, D. Höltge: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 12 Rheinland-Pfalz/Saarland, EK-Verlag, Freiburg 2011, S. 20–33, ISBN 978-3-88255-393-2.
  18. Technische Hochschule Bingen: Aus der FH wird die Technische Hochschule Bingen. Abgerufen am 26. Juli 2016.
  19. Seite Kulturufer Bingen.
  20. Hildegard von Bingen im Heiligenkalender, ORDEN online, 11. Mai 2012.
  21. Grabinschrift laut Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Mainz-Bingen (2014).