Triebfahrzeug

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Französischer Triebzug vom Typ SNCF Z 5300 in Straßburg

Als Triebfahrzeug (Tfz) bezeichnet man ein angetriebenes Eisenbahnfahrzeug, das zur Zugförderung dient. Unerheblich ist, ob es dabei nur sich selbst oder auch andere Fahrzeuge befördert.

Umgangssprachlich wird ein Triebfahrzeug oft als Lokomotive bezeichnet. Die Lokomotive ist aber nur eine bestimmte Form eines Triebfahrzeugs. In der Regel werden Triebfahrzeuge in drei Kategorien unterteilt, die weitere Unterkategorien kennen:

  • Lokomotiven; das sind angetriebene Fahrzeuge, die weder Güter noch Passagiere aufnehmen können. Heutige Fahrzeuge werden zum allergrößten Teil entweder elektrisch mit externer Stromzuführung oder mittels eines Verbrennungsmotors (Verbrennungslokomotive, heute fast ausschließlich mit Diesel, früher auch Benzol und Benzin) angetrieben; Dampflokomotiven wurden früher und in geringen Teilen auch heute noch eingesetzt. Darüber hinaus existieren weitere Sonderformen, wie etwa Pressluftlokomotiven, Natronlokomotiven, Gasturbinenlokomotiven und eine Gyrolokomotive (Schwungradspeicherlok). Lokomotiven werden noch weiter unterteilt in
    • Streckenlokomotiven, die Züge über eine Strecke – also zwischen verschiedenen Bahnhöfen – befördern;
    • Rangierlokomotiven, die in der Regel nur für Fahrten innerhalb von Bahnhöfen verwendet werden und dementsprechend eine geringe Höchstgeschwindigkeit aufweisen und nicht mit Zugsicherung ausgerüstet sein müssen. Mit der Restrukturierung der Güterzustellung hat sich allerdings die Grenze zwischen Rangier- und Streckenlokomotive mehr und mehr verwischt.
  • Triebkopf; im Grunde ist der Triebkopf eine Sonderform der Lokomotive, die nur an der Spitze und am Ende eines Triebzuges eingesetzt werden kann. Der Triebkopf wird mit Mittelwagen kurzgekuppelt.
  • Triebwagen; dies sind angetriebene Fahrzeuge, die selbst Reisende, Reisegepäck und Güter aufnehmen können. Der Antrieb kann dabei analog zu den Lokomotiven verschiedener Art sein. Eine betrieblich fest gekuppelte oder gelenkig verbundene Einheit aus mehreren Fahrzeugen oder Kastenelementen bezeichnet man als Triebzug. Ein Triebzug kann sowohl aus Kombinationen von Triebköpfen (siehe oben) und nicht angetriebenen Zwischenwagen (z. B. ICE 1) wie auch Zügen mit verteilten Antrieben (z. B. ICE 3) bestehen. Er kann nur in einer Werkstatt getrennt werden. Werden mehrere Triebwagen oder Triebzüge miteinander verbunden, so entsteht ein Triebwagenzug (z. B. zwei ICE-3-Garnituren in Doppeltraktion). Dieser kann betrieblich getrennt werden.
  • Selbstfahrende Spezialfahrzeuge für bahnbetriebliche Aufgaben können unter die Kategorie Triebfahrzeug fallen, müssen aber nicht. Dies hängt stark von der Bauart und Verwendungszweck sowie von der Bahnverwaltung ab. In Deutschland zählen diese allerdings nicht als Triebfahrzeuge, sondern als Nebenfahrzeuge mit Kraftantrieb. In der Schweiz werden sie als selbstfahrende Dienstwagen und Baumaschinen bezeichnet.[1] Dazu gehören Baufahrzeuge, wie Draisinen, Kraftrottenwagen, Gleisbaumaschinen, Turmtriebwagen für Oberleitungsarbeiten, Gleis- und Tunnelmessfahrzeuge sowie selbstfahrende Zweiwegefahrzeuge.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Triebfahrzeug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Janicki, Horst Reinhard, Michael Rüffer: Schienenfahrzeugtechnik. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bahn-Fachverlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-943214-07-9, S. 23.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laut Ziffer 3.2 «Erklärung der Begriffe» der Schweizerischen Fahrdienstvorschriften, R 300.1 gehören auch «selbstfahrende Fahrzeuge wie Gleisbaumaschine, Fahrzeug Schiene/Strasse» zu den Triebfahrzeugen. Siehe Schweizerische Fahrdienstvorschriften (FDV) A2016 Bundesamt für Verkehr (BAV), 1. Juli 2016 (PDF; 3 MB)