True-Wal

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True-Wal
Breaching True´s beaked whales.jpg

True-Wal (Mesoplodon mirus)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Familie: Schnabelwale (Ziphiidae)
Gattung: Zweizahnwale (Mesoplodon)
Art: True-Wal
Wissenschaftlicher Name
Mesoplodon mirus
True, 1913

Der True-Wal (Mesoplodon mirus), auch als True-Zweizahnwal bezeichnet, ist eine Walart, die zur Gattung der Zweizahnwale (Mesoplodon) innerhalb der Familie der Schnabelwale (Ziphiidae) gehört. Seinen Namen hat er von seinem Erstbeschreiber, dem amerikanischen Zoologen Frederick William True.

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des True-Wals

True-Wale haben ein zweigeteiltes Verbreitungsgebiet, sie finden sich im nördlichen Atlantik und im südlichen Indischen Ozean. Die Population im Nordatlantik kommt im Westen zwischen den Halbinseln Labrador und Florida vor, im Osten sind die Britischen Inseln und die Kanarischen Inseln die Grenzen des Verbreitungsgebietes. Die Population im Indischen Ozean wurde erst 1959 entdeckt, Strandungen sind von Südafrika und Australien bekannt. Möglicherweise kommt diese Walart in weiteren Regionen der Erde vor, wo sie noch nicht entdeckt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größenverhältnis
True-Wal/menschlicher Taucher

Mit einer Höchstlänge von 5,3 Metern und einem Gewicht von bis zu 1,5 Tonnen zählt der True-Wal zu den größeren Vertretern der Zweizahnwale. Männchen werden etwas größer als die Weibchen. Der True-Wal ist schlank und gräulich gefärbt, die Unterseite ist heller, Exemplare des Indischen Ozeans sind durch eine marmorierte Unterseite gekennzeichnet. Auffallend bei allen Tieren ist ein dunkler Ring um die Augen. Sie haben eine lange Schnauze, aus der bei männlichen Tieren die zwei Zähne des Unterkiefers hervorragen, und eine leicht gewölbte Stirn mit einer flachen Melone. Die Flipper sind klein, rundlich und sitzen weit unten am Körper, die Fluke ist breit und in der Mitte nicht eingekerbt. Narben am Rücken und auf den Flanken deuten auf Rivalenkämpfe zwischen den Männchen hin.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

True-Wale bewohnen vorwiegend das offene Meer und kommen nur selten in den Bereich der Küsten. Erst 1993 wurden erstmals eindeutig identifizierte Exemplare auf offener See, östlich von North Carolina, beobachtet. Diese Schule bestand aus drei Tieren und hielt sich in einer rund 1000 Meter tiefen Meeresregion auf. Wie alle Schnabelwale dürften True-Wale lange und tiefe Tauchgänge unternehmen, und dabei Tintenfische, ihre bevorzugte Nahrung, aufnehmen. Über Sozialverhalten und Fortpflanzung ist nichts bekannt.

Beobachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurden vor der Azoren-Insel Pico von einem internationales Forscherteam erstmals True-Wale unter Wasser gefilmt, die Foto- und Film-Unterwasseraufnahmen wurden Anfang 2017 präsentiert, darunter auch die Aufnahme eines Jungtiers.[1][2][3]

Bedrohung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

True-Wale wurden nie kommerziell gejagt, allerdings verfangen sie sich immer wieder in Fischernetzen und ertrinken (-> „Geisternetze“). Aufgrund der seltenen Sichtungen und Strandungen nimmt man an, dass sie nicht besonders häufig sind, genaue Daten sind jedoch nicht verfügbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Wandrey: Die Wale und Robben der Welt. Franckh-Kosmos Verlags GmbH, Stuttgart 1997, ISBN 3-440-07047-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mesoplodon mirus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Natacha Aguilar de Soto​, Vidal Martín, Monica Silva, Roland Edler, Cristel Reyes, Manuel Carrillo, Agustina Schiavi, Talia Morales, Belen García-Ovide, Anna Sanchez-Mora, Nerea Garcia-Tavero, Lisa Steiner, Michael Scheer, Roland Gockel, Dylan Walker, Enrico Villa, Petra Szlama, Ida K. Eriksson, Marisa Tejedor, Monica Perez-Gil, João Quaresma, Wojtek Bachara, Emma Carroll: True’s beaked whale (Mesoplodon mirus) in Macaronesia. PeerJ März 2017, DOI: 10.7717/peerj.3059 (wissenschaftlicher Artikel mit Zeichnungen, Fotos und Videoaufnahmen von True-Walen)
  2. badische-zeitung.de, Panorama, 8. März 2017: Phantome der Tiefsee (13. März 2017)
  3. Erstmals gefilmt: der True-Wal orf.at, 7. März 2017, abgerufen 8. März 2017.