Tunsel

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Tunsel
Wappen von Tunsel
Koordinaten: 47° 54′ 12″ N, 7° 40′ 12″ O
Höhe: 223 m ü. NHN
Fläche: 9,21 km²
Einwohner: 1960 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1974
Postleitzahl: 79189
Vorwahl: 07633

Tunsel ist ein Dorf mit rund 2000 Einwohnern im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Die bis 1974 selbständige Gemeinde Tunsel mit den Ortsteilen Burghöfe und Schmidhofen gehört heute als Ortsteil zur Stadt Bad Krozingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tunsel liegt im Breisgau, etwa 18 Kilometer südwestlich von Freiburg. Das flachwellige, waldlose Gebiet um Tunsel fällt allmählich in Richtung Nordwesten zum Rhein ab. Die Böden der 9,21 km² umfassenden Gemarkung werden landwirtschaftlich intensiv genutzt, sie werden teilweise von Gräben entwässert (Seltenbach, Neugraben, Bruckgraben).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tunsel wird im Jahr 860 erstmals als villa Tonsol urkundlich erwähnt, als drei Freileute ihren gesamten Grundbesitz dem Benediktinerkloster St. Trudpert im Münstertal schenkten. Die Zugehörigkeit von Tunsel und dem Weiler Schmidhofen zum Kloster hielt bis zur Säkularisation im Jahr 1803 an. Tunsel belieferte die Mönche mit landwirtschaftlichen Produkten (Weizen, Nutztiere) und vor allem mit Wein, der im Pfarrhauskeller gelagert wurde.

1256 erwarb das Kloster auch die Burg Tunsel. Ab 1479 gehörten alle Einwohner des Dorfes als St. Trudpertsche Untertanen zur Abtei. Das Kloster baute von 1714 bis 1724 eine Barockkirche in Tunsel, an ihrer Stelle steht heute die 1855 errichtete Kirche in neogotischem Stil.

Im Dreißigjährigen Krieg flüchteten die Bewohner Tunsels vor den Schweden in die Schweiz. Sie kamen nach Ende des Krieges mit neuen Siedlern zurück, was heute noch an aus dem Schweizer Raum stammenden Familiennamen erkennbar ist. Der Spanische Erbfolgekrieg brachte Elend und Zerstörung über die Einwohner. So musste unter anderem die Kirchglocke verkauft werden; sie hängt noch heute im Türmchen des Rathauses Staufen.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorn in Silber auf grünem Boden ein grüner Laubbaum mit schwarzem Stamm, hinten in Blau zwei schräggekreuzte dürre goldene Äste.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Michael
  • Kirche St. Michael in neogotischem Stil aus dem Jahr 1857 mit Ausmalung von Carl Philipp Schilling, Hochaltar aus der Werkstatt von Franz Joseph Simmler und barocken Seitenaltären aus Vorgängerkirche[3]
  • Maria-Hilf-Kapelle
  • Pfarrhaus und Gasthaus zur Linde
  • ehemalige Fron- und Widumhöfe

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den wenigen verbliebenen Landwirtschaftsbetrieben gibt es in Tunsel kaum Arbeitsmöglichkeiten. Die Wohngemeinde besteht heute fast ausschließlich aus Pendlern in die Gewerbegebiete der umliegenden Städte und Gemeinden. Seit der Erschließung von Baugebieten für Eigenheime in den 1970er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl von Tunsel von ca. 750 bis 850 auf etwa 1.680. Tunsel ist Kindergarten- und Grundschulstandort.[4]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tunsel gibt es vier Vereine: den Musikverein Tunsel [5], den SV Tunsel 1946[6], den Männergesangverein “Kolping” Tunsel e. V.[7] und die Narrenzunft Seltenbachhexen Tunsel e. V.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Violand (1750–1811), Benediktinermönch, Kirchenmusiker und Komponist, war zeitweise Pfarrer in Tunsel und starb dort

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen auf Stadtporträt Bad Krozingen. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  2. Zur Geschichte von Tunsel. bkz-tunsel.land-in-sicht.com, archiviert vom Original am 1. März 2014; abgerufen am 16. November 2016.}
  3. Tunsel. kath-bk-ha.de, abgerufen am 11. Juli 2016.
  4. Grundschule Tunsel. Abgerufen am 31. Oktober 2011.
  5. Musikverein Tunsel e. V. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  6. SV Tunsel 1946 e. V. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  7. Chronik des MGV „Kolping“ Tunsel e. V. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  8. Narrenzunft Seltenbach-Hexen Tunsel e. V. Abgerufen am 15. Oktober 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]