Tutuala

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Dorf und Suco Tutuala. Für das Verwaltungsamt siehe Tutuala (Verwaltungsamt).
Tutuala
Der Ort Tutuala.
Der Suco Tutuala liegt im Osten des Verwaltungsamts Tutuala.
Daten
Fläche 92,10 km²[1]
Einwohnerzahl 1,252 (2015)[1]
Chefe de Suco António da Fonseca
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Ioro 396
Pitileti 309
Tchailoro 6
Vero 541
Tutuala (Osttimor)
Tutuala
Tutuala
Koordinaten: 8° 24′ S, 127° 15′ O

Tutuala ist ein Dorf und Suco im osttimoresischen Verwaltungsamt Tutuala (Gemeinde Lautém), an der Ostspitze der Insel Timor. 1936 wurde Tutuala von den Portugiesen in Nova Sagres umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tutuala
Orte Position[4] Höhe
Ioro 8° 24′ S, 127° 15′ O 303 m
Pitileti 8° 24′ S, 127° 16′ O  ?
Tchailoro 8° 24′ S, 127° 15′ O 303 m
Tutuala 8° 24′ S, 127° 15′ O 71 m
Vero 8° 24′ S, 127° 15′ O 303 m

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Tutuala eine Fläche von 119,69 km².[5] Nun sind es 92,10 km².[1] Der Suco liegt im äußersten Osten der Insel Timor. Im Westen liegt der Suco Mehara, im Norden die Bandasee mit der Straße von Wetar und im Süden die Timorsee. Bei der zum Suco gehörenden Insel Jaco, an der Ostspitze Timors, treffen die Meere aufeinander. Der Fluss Vero mündet am Südufer des Sucos in die Timorsee, ebenso etwas weiter westlich der Veroruhu. Nordwestlich vom Ort Tutuala liegt der kleine Lagoa Zeleha, ein See, der durch einen Fluss gespeist wird und durch seinen Abfluss mit der Straße von Wetar verbunden ist.

Das Dorf Tutuala ist der Hauptort des gleichnamigen Verwaltungsamts. Der Ort liegt etwa 190 km in Luftlinie östlich von der Landeshauptstadt Dili, auf einer Meereshöhe von 71 m, im Norden des Sucos. Zur Gemeindehauptstadt Lospalos sind es 32 km. Tutuala ist von Lospalos aus mit einem Minibus (Mikrolét) über eine schlecht ausgebaute Straße zu erreichen. Nah dem Dorf liegt das Kap Cutcha (Cabo Cutcha), am östlichsten Ende der Insel Timor. Zum Kap und dem Strand von Valu, gegenüber der Insel Jaco, führt vom Ort eine nicht asphaltierte Straße, steil herab durch den Wald.

Die meisten Häuser sind einfache Hütten. Am östlichen Ende des Dorfes gibt es eine Villa aus der Kolonialzeit, die eine Pension (Pousada) beherbergt. Früher residierte hier der koloniale Administrator Tutualas. Regionale Bedeutung hat die Grundschule (Escola Primaria Tutuala)[6] und die Polizeistation. Daneben verfügt das Siedlungszentrum auch über eine medizinische Station.[7] Die Kirche Nossa Senhora de Fátima wurde 1972/73 vom Salesianer Pater Bernardo João Soares errichtet, der von Kap Verde stammte. Der Liurai Joaquim Fonseca de Tutuala stellte das Land zur Verfügung. Die Kirche ist der Nossa Senhora de Fátima geweiht.

In Nachbarschaft vom Ort Tutuala liegen südwestlich die Orte Ioro (Loro), Tchailoro (Chailoro) und Vero und südöstlich das Dorf Pitileti (Piti Leti, Petileti).[8] Westlich von Vero liegt an der Straße nach Mehara die Quelle von Came Ira.[9]

Im Suco befinden sich die vier Aldeias Ioro, Pitileti, Tchailoro und Vero.[10]

Der Suco ist Teil des Nationalpark Nino Konis Santana.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Suco Tutuala leben 1.252 (2015), davon sind 615 Männer und 637 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 13,6 Einwohner/km². Im Suco gibt es 258 Haushalte.[1] Über 99 % der Einwohner geben Fataluku als ihre Muttersprache an. Eine Minderheit spricht Tetum Prasa.[12] Neben Liedern auf Fataluku, werden bei Feiern auch solche in der „Handelssprache“ gesungen. Dabei handelt es sich um Leti, der Sprache der indonesischen Leti-Inseln, die man segelnd innerhalb eines Tages erreichen kann. Traditionell gab es einen regen Handel zwischen Tutuala und den Leti-Inseln, unter anderem mit Batik-Sarongs. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 ist der Handel über die nationalen Grenzen zurückgegangen.[13]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner an der Ostküste Tutualas um 1900
Ein Graffiti im Ort Tutuala mit dem Wort für „Mörder“ klagt die Verbrechen von 1999 an

Im Verwaltungsamt Tutuala gibt es über 30 Höhlen und Felsüberhänge, in denen Tausende von Bildern an die Wände gemalt wurden.[14] So zum Beispiel Ile Kére Kére (Ili-kere-kere) und Lene Hara, in der Nähe vom Strand von Valu. In der Kalksteinhöhle Jerimalai, nah dem Ort Tutuala wurden 42.000 Jahre alte Relikte von Archäologen entdeckt.[15]

Wie viele der Ethnien Timors hat auch jeder Clan der Fataluku (ratu) einen eigenen Gründungsmythos, der von der Einwanderung der Vorfahren nach Timor erzählt. Eine Besonderheit bilden der Kati ratu und der Tutuala ratu. Deren Sagen erzählen, dass sie von ihrer jetzigen Heimat stammen, was darauf hinweist, dass sie möglicherweise länger auf Timor sind, als andere Fataluku und von ihnen kulturell assimiliert wurden. Die Ältesten des Tutuala ratu werden traditionell „Herrn des Landes“ (mua ocawa) genannt. Ihnen fallen daher besondere Rechte und Pflichten bei Zeremonien zu.[16][17]

1999 kam es auch in Tutuala zu Gewalt im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Osttimor 1999. Noch Jahre später konnte man im Ort die Ruinen zerstörter Gebäude sehen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde António da Fonseca zum Chefe de Suco gewählt[18] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[19]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tutuala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tutuala – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Boletim Oficial, XXXVII Ano - Numero 21, Govêrno Colonial, Diploma Legislativo N°85, 27. Mai 1936.
  3. João Soares: Novo Atlas Escolar Português, 5. aktualisierte Auflage, Lisboa 1954
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  6. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  7. UNMIT-Karte vom August 2008 (PDF; 389 kB)
  8. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Helen K. Larson, Duncan Buckle, Jessica Lynas, Andrew Storey, Chris Humphrey: Additional records of freshwater fishes from Timor-Leste, with notes on the fish fauna of the unique closed Irasiquero River system, The Beagle, Records of the Museums and Art Galleries of the Northern Territory, 2007 23: 131–135.
  10. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  11. Tutuala Weather, Indonesia Weather Averages. Worldweather online. Abgerufen am 12. August 2013.
  12. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tutuala (tetum; PDF; 8,6 MB)
  13. Lisa Palmer, Demetrio do Amaral de Carvalho: Nation building and resource management: The politics of ‘nature’in Timor Leste (PDF; 343 kB), abgerufen am 28. Dezember 2012
  14. Sapo.tl: Timor-Leste tem mais de 30 grutas e abrigos com arte rupestre, 11. Februar 2014, abgerufen am 9. September 2014.
  15. Sue O’Connor, Matthew Spriggs, Peter Veth: Excavation at Lene Hara Cave establishes occupation in East Timor at least 30,000-35,000 years ago, in: Antiquity März 2002, 76, 291, S. 45 (PDF; 1,2 MB)
  16. Andrew McWilliam: Austronesians in linguistic disguise: Fataluku cultural fusion in East Timor (PDF; 171 kB)
  17. John Norman Miksic, Geok Yian Goh, Sue O Connor: Rethinking Cultural Resource Management in Southeast Asia: Preservation, Development, and Neglect. 2011, ISBN 978-0-85728-389-4.
  18. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  19. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

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