Tycho Mommsen

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Grab von Tycho Mommsen auf dem Hauptfriedhof (Frankfurt am Main)

Carl Johannes Tycho Mommsen (* 23. Mai 1819 in Garding, Schleswig-Holstein; † 30. November 1900 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Altphilologe und Gymnasialdirektor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tycho Mommsen, Sohn des Pastors Jens Mommsen und der Sophie Elisabeth Krumbhaar, war der jüngere Bruder des Historikers und Literaturnobelpreisträgers Theodor Mommsen. Die Familie übersiedelte 1821 nach Oldesloe. Ab 1834 besuchten die Brüder das Christianeum in Altona.

Von hier ging er an die Universität Kiel, um Philologie zu studieren. Hier lernte er 1839 den Dichter Theodor Storm kennen und veröffentlichte zusammen mit ihm und seinem Bruder Theodor 1843 das Liederbuch dreier Freunde.

Nach seiner Heirat mit der Advokatentochter Franziska de Boor (1824–1902) im April 1849 wurde er Lehrer am Gymnasium in Husum. 1850 musste er Husum aus politischen Gründen verlassen und ging nach Altona. Ostern 1851 wurde er Lehrer am Realgymnasium in Eisenach.

Nach einer Zeit als Rektor der Bürgerschule in Oldenburg war er von 1864 bis 1886 Direktor des städtischen Gymnasiums in Frankfurt am Main. Er starb am 3. Dezember 1900 in Frankfurt. Sein Grab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof (Gewann F 1608)[1].

Mommsens Ehefrau war die Tochter des Advokaten Carl Friedrich de Boor (1776–1848). Das Paar hatte acht Kinder. Ihr Sohn Jens Mommsen (1852–1922) war Arzt, ihre Tochter Emma Kathinka (1857–1943) heiratete den Archivar Claus Albert de Boor (1852–1945).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • [Kommentierte Übersetzung] Pindaros, Kiel 1845 (Leipzig 1846, mit Anmerkungen Berlin 1864)
  • Der Perkins-Shakespeare, Berlin 1854
  • Die Kunst des Übersetzens aus neueren Sprachen, Oldenburg 1858
  • [Kritische Ausgabe] Shakespeare, Romeo und Julia, Oldenburg 1859
  • Bemerkungen über Kritik, Exegese und Versabtheilung bei Pindar, Oldenburg 1863 [39 S.]
  • Bemerkungen zum ersten Buche der Satiren des Horaz, Frankfurt 1871 [30 S.]
  • Beiträge zu der Lehre von den griechischen Präpositionen, Berlin 1895 [X, 846 S.]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Zweiter Band. M–Z (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. Band XIX, Nr. 2). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7829-0459-1.
  • Michael Hiltscher, Shakespeares Text in Deutschland: Textkritik und Kanonfrage von den Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, Frankfurt/Main: Peter Lang, 1993, ISBN 3-631-46363-4
  • Repertorium der Briefe aus dem Archiv Walter de Gruyter. Ausgewählt von Otto Neuendorff. Bearbeitet von Anne-Katrin Ziesak. Berlin/New York 1999, S. 200
  • Manfred Jessen-Klingenberg: Tycho Mommsen. In: Zwischen Eider und Wiedau. Heimatkalender für Nordfriesland, 2007, ISSN 0514-8413, S. 47–52.
  • Kurt Telschow: Mommsen, Tycho Karl Johannes. In: Olaf Klose, Eva Rudolph (Hrsg.): Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon. Bd. 4. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1976, S. 159–162.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Persönlichkeiten auf Frankfurter Friedhöfen. Frankfurt am Main 1985, S. 28

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Tycho Mommsen – Quellen und Volltexte