Ulrich Dehn

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Ulrich Dehn (* 1954 in Düsseldorf) ist ein deutscher Theologe und Religionswissenschaftler. Seit 2006 wirkt er als Professor am Institut für „Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaften“ im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg.[1]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dehn studierte Evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Georg-August-Universität Göttingen sowie in Bangalore in Indien. Nach Ablegen der theologischen Examina wurde er in der Evangelischen Kirche im Rheinland zum Geistlichen ordiniert. Er war von 1978 bis 1981 Vikar der Missionsakademie an der Universität Hamburg und in einer Gemeinde der rheinischen Kirche. Dehn absolvierte 1981 und 1982 Forschungsaufenthalte in Sri Lanka und Indien. Von 1983 bis 1985 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ökumenischen Seminar der Hamburger Universität tätig, wo er 1985 aufgrund einer Arbeit über Indische Christen in der gesellschaftlichen Verantwortung zum Doktor der Theologie promoviert wurde.[2]

In den Jahren 1986 bis 1994 war Dehn Studienleiter am Tomisaka Christian Center in Tokyo. Die Habilitation in „Religionsgeschichte und Missionswissenschaft“ erfolgte 1992 an der Heidelberger Universität mit einer Studie über den japanischen Buddhismus.[3] Von 1995 bis 2006 arbeitete Dehn als wissenschaftlicher Referent für nichtchristliche Religionen an der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, bis er die Professur in Hamburg antrat.

Dehn befasst sich besonders mit Themen des weltweiten Christentums, der ökumenischen Bewegung, Buddhismus, neureligiösen Bewegungen insbesondere Japans, dem interreligiösen Dialog und der Theorie sowie Theologie der Religionen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Dehn ist u. a. Vorsitzender des Vorstands der Missionsakademie, Vorsitzender der Theologischen Kommission des Evangelischen Missionswerks in Deutschland und Hauptschriftleiter der Zeitschrift Interkulturelle Theologie.

Seit etwa 2005 macht Dehn Gebrauch von semiotischem und konstruktivistischem Denken und versucht, diese Denkschulen für eine Hermeneutik im religionswissenschaftlichen Bereich und zu Themen des außereuropäischen Christentums fruchtbar zu machen. Hierzu stützt er sich insbesondere auf die Philosophie John Deweys und das Konzept des interaktionistischen Konstruktivismus des Kölner Pädagogen Kersten Reich. Leitend ist der Gedanke, dass zum Erkennen und Verstehen Multiperspektivität erforderlich ist, die erst im Konzert einer Verständigungsgemeinschaft zu für diese Gemeinschaft brauchbaren und hilfreichen, "viablen" Einsichten kommen kann. Anders, so Dehn, kann ein Erkennender der Erkenntniswelt im Allgemeinen und der Fremdheit der Erkenntniswelt von Religionswissenschaft und Ökumene nicht gerecht werden.[4]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tanaka Shôzô – ein Vorkämpfer für Menschenrechte und Umweltschutz. OAG Tokyo 1995
  • Das Klatschen der einen Hand. Was fasziniert uns am Buddhismus (Reihe „Mensch – Natur – Technik“ zur Expo 2000, Band Nr. 12), Lutherisches Verlagshaus, Hannover 1999
  • Den Buddhismus verstehen – Versuche eines Christen. Verlag Otto Lembeck, Frankfurt/Main 2004
  • Religionen in Ostasien und christliche Begegnungen. Verlag Otto Lembeck, Frankfurt/Main 2006
  • (Hg.) Handbuch Dialog der Religionen. Verlag Otto Lembeck, Frankfurt/Main 2008
  • Japanische Angelegenheiten. Verlag Otto Lembeck, Frankfurt/Main 2009, ISBN 978-3-87476-599-2
  • Weltweites Christentum und ökumenische Bewegung. EB-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86893-135-8.
  • Annäherungen an Religion. Religionswissenschaftliche Erwägungen und interreligiöser Dialog. EB-Verlag, Berlin 2014
  • (Hg. gemeinsam mit Ulrike Caspar-Seeger und Freya Bernstorff) Handbuch Theologie der Religionen, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2017, ISBN 978-3-451-37695-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die biografischen Angaben folgen den entsprechenden Angaben im Internetauftritt der Universität Hamburg.
  2. Indische Christen in der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine theologische und religionssoziologische Untersuchung zu politischer Theologie im gegenwärtigen Indien. Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main-Bern-New York (=Studien zur interkulturellen Geschichte des Christentums Bd. 38) ISBN 3-8204-8476-0.
  3. Die geschichtliche Perspektive des japanischen Buddhismus – Das Beispiel Uehara Senroku. Verlag an der Lottbek, Ammersbek bei Hamburg 1995 (=Perspektiven der Weltmission Bd. 18).
  4. Vgl. Weltweites Christentum und ökumenische Bewegung, s. 20-30.