Ulrich Scheske

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Hans Ulrich Scheske (* 21. März 1915 in Berlin;[1]3. Oktober 1994[2] in Dornbirn/Österreich) war ein deutscher Diplomat, der zwischen 1967 und 1971 Botschafter in Thailand sowie von 1973 bis 1979 Botschafter in Pakistan war.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheske begann nach dem Abitur am Reformrealgymnasium Tempelhof 1933[3] ein Studium und trat 1933 auch der Schutzstaffel unter der Mitgliedsnummer 216977 bei. Nach Abschluss des Studiums und der Doktor war er Regierungsreferendar.[4]

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland trat Scheske in den höheren auswärtigen Dienst ein und fand Verwendungen in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Bonn sowie an verschiedenen Auslandsvertretungen. 1963 war er als Vortragender Legationsrat Erster Klasse Leiter des Referats NATO, WEU (Militärische Angelegenheiten) und Verteidigung in der Politischen Abteilung West 2 im Auswärtigen Amt.[5]

Am 6. April 1967 wurde Scheske als Nachfolger von Hans-Ulrich von Schweinitz zum Botschafter in Thailand ernannt und trat diese Position am 31. Juli 1967 an.[6][7] In dieser Funktion wurde er im Juni 1968, nachdem am 5. Mai 1968 der Leiter der Botschaft in Saigon, Freiherr Hasso Rüdt von Collenberg, auf offener Straße von Angehörigen des Vietcong erschossen worden war, während des Vietnamkrieges vorübergehend auch kommissarischer Leiter der Deutschen Botschaft in Süd-Vietnam[3] und geriet dabei in Lebensgefahr, wurde aber durch Ulrich Brinkhoff gerettet, dem dafür die Bundesverdienstmedaille verliehen wurde. Den Posten des Botschafters in Thailand bekleidete er bis 1971.

Nach einer neuerlichen Verwendung im Auswärtigen Amt wurde Scheske 1973 Nachfolger von Norbert Berger als Botschafter in Pakistan.[8] Gemeinsam mit seinem Militärattaché versuchte er während der Geiselnahme von Teheran unter Lebensgefahr die Demonstranten vor der US-Botschaft zu besänftigen.[9] Er übte dieses Botschafteramt bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1980 aus und wurde im Anschluss durch Klaus Terfloth abgelöst.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Brinkhoff: Alpträume am Saigon-Fluss, Südvietnam 1965-1968. agenda Verlag, Münster 2014, ISBN 978-3-89688-516-6, 243 Seiten mit 120 Abbildungen. (mit Vorwort von Walter Scheel)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Deutscher Bundes-Verlag, 1967, S. 684 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Askanische Blätter : Mitteilungen d. Askanischen Schule, Dezember 1994 (PDF)
  3. a b Askanische Blätter, Dezember 1968, S. 6 f.
  4. Nazis in der BRD 18, in: Nazis Braunbuch, Onlineversion, S. 357
  5. Horst Möller, Gregor Schöllgen, Andreas Wirsching: Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1966, 1997, S. 1770, ISBN 3-48671-821-5
  6. Besetzung deutscher Auslandsvertretungen (Kabinettsprotokoll vom 12. April 1967 im Bundesarchiv)
  7. Rainer Achim Blasius: Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland, 1968, 1999, S. 1700, ISBN 3-48656-411-0
  8. Horst Möller, Gregor Schöllgen, Andreas Wirsching: Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1976, 2007, S. 1772, ISBN 3-48671-811-8
  9. Lässt Bonn Amerika im Stich?. In: Die Zeit vom 7. Dezember 1979