Umstand

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Umstand ist ein Ortsteil von Kettwig, der mit Kettwig 1975 zur Stadt Essen eingemeindet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Umstand rührt daher, als dass es sich ursprünglich um die im Halbkreis um Kettwig herum befindlichen, umständigen Höfe Berchem, Hattig, Herkendell, Hinninghofen, Lehberg und Schmachtenberg handelte.

Zwischen etwa 1757 und 1893 gab es in Umstand mit der Zeche Erbenbank ein Steinkohlenbergwerk.

Umstand gehörte bis 1803 zur Reichsabtei Werden, als dieses Gebiet auf dem Reichsdeputationshauptschluss dem Königreich Preußen zugesprochen wurde. König Friedrich Wilhelm III. verzichtete nach dem Friedensvertrag von Tilsit (1807), so dass Umstand an das Großherzogtum Berg fiel. Nach Neuordnung der Verwaltung im Jahr 1808 kam Umstand an den Kanton Werden und nach dem Wiener Kongress (1815) wieder zu Preußen und gehörte zunächst zwischen 1816 und 1823 zum Kreis Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Nach Zusammenlegung der Landkreise Essen und Dinslaken zählte Umstand zum Kreis Duisburg. Ab 1859 gehörte Umstand zusammen mit Heisingen und Vierhonnschaften zum wieder errichteten Kreis Essen. Nachdem die Stadt Essen als eigener Stadtkreis 1873 aus dem Kreis Essen ausschied, wurde er Landkreis Essen genannt. 1875 wurde der stadtnahe Teil Umstands zur Stadtgemeinde Kettwig eingemeindet. Der andere Teil Umstands bildete zusammen mit Ickten und Roßkothen die neue Landgemeinde Dreihonnschaften, die zur Bürgermeisterei Kettwig-Land gehörte.[1]

Ab 1927 wurden die Bürgermeistereien in der Rheinprovinz zu Ämtern. Das Amt Kettwig-Land bestand aus der Gemeinde Dreihonnschaften, zu der eben Umstand gehörte.

Nachdem der Landkreis Essen durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets 1929 aufgelöst worden war, wurde die Gemeinde Dreihonnschaften auf die Städte Kettwig und Mülheim an der Ruhr aufgeteilt, wobei Umstand an Kettwig fiel.[2] So war Umstand innerhalb Kettwigs vom 1. August 1929 bis zum 31. Dezember 1974 dem Kreis Düsseldorf-Mettmann angegliedert.

Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurde Umstand mit Kettwig am 1. Januar 1975 durch das Ruhrgebiet-Gesetz nach Essen eingemeindet.

Aus heutiger Sicht liegt Umstand nördlich des Kettwiger Zentrums und östlich der Meisenburgstraße. Die Straße Im Teelbruch bildet die zentrale Nord-Süd-Achse.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1875, S. 190
  2. territorial.de: Amt Kettwig-Land

Koordinaten: 51° 22′ 43,8″ N, 6° 56′ 18″ O