umverkehR

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umverkehR (französisch actif-trafiC, italienisch Straffico) ist eine parteipolitisch unabhängige, verkehrspolitische Umweltschutzorganisation in der Schweiz.

Verkehrshalbierungs-Initiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Hintergrund des wachsenden motorisierten Individualverkehrs (ungefähr eine Versechsfachung zwischen 1950 und 2000) entstand die Idee, eine Halbierung dieses Verkehrs in der Bundesverfassung zu verankern. Zu diesem Zweck wurde 1992 der Verein umverkehR gegründet. 1994 wurde die Eidgenössische Volksinitiative «für die Halbierung des motorisierten Strassenverkehrs zur Erhaltung und Verbesserung von Lebensräumen (Verkehrshalbierungs-Initiative)» lanciert und 20. März 1996 mit 108’857 gültigen Unterschriften eingereicht. Der Initiativtext verlangte eine Halbierung des motorisierten Strassenverkehrs innerhalb von zehn Jahren ab der Annahme der Initiative. Über die zur Erreichung dieses Ziels einzusetzenden Mittel machte die Initiative keine Vorgaben.[1]

Die Initiative wurde hauptsächlich von linksgrünen Kreisen, aber auch von einzelnen Freisinnigen wie Christa Markwalder unterstützt. Bundesrat und Parlament lehnten die Initiative ab. Bei der Volksabstimmung am 12. März 2000 wurde sie mit 415’605 zu 1’532’518 Stimmen (Ja-Stimmen-Anteil 21.3 %) und in allen Ständen abgelehnt.[2]

Weitere Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volksabstimmung engagierte sich der Verein in verschiedenen Kampagnen und Projekten für eine «ökologische, sozialverträgliche und zukunftsweisende Mobilität», so etwa gegen die Avanti-Vorlage oder für eine Stadtbahn Luzern.

2008 wurden in den Städten Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich Initiativen lanciert und eingereicht, die eine Begrenzung der Strassenkapazität und die Förderung des öffentlichen Verkehrs zum Ziel haben.

Am 7. März 2010 wurde in der Stadt St. Gallen die Vorlage «Ja zur Städteinitiative» gegen den Willen der bürgerlichen Parteien mit 59 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Sie sieht vor, dass das künftige Verkehrswachstum in der Stadt mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder mit Fuss- und Fahrradverkehr abgedeckt werden muss – der Autoverkehr dagegen wird plafoniert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweizerische Bundeskanzlei: Die Initiative im Wortlaut. Abgerufen am 10. Mai 2009.
  2. Swissvotes. Abgerufen am 10. Mai 2009.