Ursula Meißner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ursula Meißner (* 30. September 1923 in Berlin) ist eine deutsche Theaterschauspielerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines Rektors erhielt 1940/41 privaten Schauspielunterricht bei Agnes Straub. 1942 gab sie nach ihrem Abitur ihren Bühneneinstand mit der Rolle der Clara in George Bernard Shaws Pygmalion. Bis zur Schließung aller deutschen Bühnen im Spätsommer 1944 gehörte sie dem Ensemble der Preußischen Staatstheater unter der Leitung von Gustaf Gründgens an. In dieser Zeit war Ursula Meißner einer der wenigen deutschen Künstler, die halfen, Juden vor der Gestapo zu verstecken[1], darunter auch den Musiker Konrad Latte.[2]

Nach dem Krieg setzte sie 1946 ihre Bühnenlaufbahn am von Fritz Wisten geleiteten Theater am Schiffbauerdamm fort. Zu dieser Zeit erhielt Ursula Meißner auch ihre einzige Filmrolle, die Annette Kolldewey, in Falk Harnacks Filmdebüt Das Beil von Wandsbek. 1954 wechselte sie an die Volksbühne. In ihren frühen Jahren spielte die Künstlerin vor allem in Shakespeare-Stücken. So war sie beispielsweise die Beatrice in Viel Lärm um nichts, die Rosalinde in Wie es euch gefällt und die Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung. Man sah Ursula Meißner aber auch als Turandot in dem gleichnamigen Schiller-Stück, als Adelheid in Goethes Götz von Berlichingen und 1955 als Madame Belilotte in der Uraufführung von Arnold Zweigs Bonaparte in Jaffa.

Ursula Meißner, die trotz ihrer Engagements in Ostberlin im Westen der Stadt (Grunewald) lebte, war seit 1944 mit dem Schauspieler-Kollegen Franz Nicklisch verheiratet und hat aus dieser Ehe einen Sohn, den Journalisten und leitenden UNO-Beamten, Andreas Nicklisch. Nach ihrer zweiten Ehe, 1956, mit dem späteren griechischen Botschafter Pierre Calogeras, beendete sie ihre Karriere und tauschte die Theater- mit der diplomatischen Bühne. Seit 1981 lebt sie in Genf.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 21.
  2. Internetseite des Landes Berlin, Bezirkslexikon Charlottenburg-Wilmersdorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kürschners Biographisches Theater-Handbuch, S. 480. Berlin 1956.
  • Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, Zweiter Band, S. 1112, Bad Münder 1961.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]