Uthmöden

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Lange Straße in Uthmöden
Dorfkirche Uthmöden

Uthmöden ist ein Ortsteil der Stadt Haldensleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt abgelegen von größeren Verkehrswegen nordwestlich der Stadt und ist in Form eines Straßendorfs erbaut. Im Süden grenzt das ebenfalls zu Haldensleben gehörende Dorf Satuelle an. Westlich des Dorfes verlaufen Ohre und Mittellandkanal, etwas weiter östlich erstrecken sich die ausgedehnten Waldgebiete der Colbitz-Letzlinger Heide. Uthmöden hat 542 Einwohner. Die Gemarkung umfasst 15,59 km². Die Dorfstellen der wüst gewordenen Dörfer Lindern und Dolzin liegen östlich von Uthmöden. Im Norden liegt Calvörde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uthmöden wurde erstmals 1343 als Uhtmode urkundlich erwähnt (1347 Otmude, 1443 Utmode, 1539 Uthmoede).[1]

Uthmöden gehörte mit einigen anderen, zum Teil heute wüsten Dörfern, im Mittelalter und der frühen Neuzeit zum sogenannten Halbgericht, eines zwischen dem Erzstift Magdeburg und dem Haus Braunschweig umstrittenen Gebiets, das 1587 von Johannes Krabbe kartographisch erfasst wurde. Aufgrund dieser Situation kam es auch wiederholt zu Auseinandersetzungen. Im Jahre 1571 wurde von Herzog Julius von Braunschweig das Halbgericht, dazu gehörten auch Zobbenitz, Dorst, Born und Uthmöden, mit Calvörde zum Amt Calvörde vereinigt, welches bis 1945 als braunschweigische Enklave im preußischen Gebiet lag. Die Kirche gehört auch heute noch zur braunschweigischen Landeskirche.

Am 16. Januar 1586 weilte der Calvörder Amtmann Johann Schoppe zu einer Hochzeit in Uthmöden. Als Rache für vorhergehende Auseinandersetzungen ließ der erzstiftische Hauptmann zu Wolmirstedt, Georg von Lange das Haus von 450 Bewaffneten umstellen und den Amtmann verhaften. Dabei wurden auch Uthmöder Bauern verletzt, Gebäude beschädigt und Flachs und Esswaren sowie zwei Pferde und zwei Büchsen geraubt.[2] Hofstellenbestand des Dorfes im 18. Jahrhundert: 19 Ackerleute, 2 Halbspänner, 12 Kotsassen und 2 Brinksitzer.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war bis 16. Juli 1992 eine eigenständige Gemeinde und wurde dann nach Haldensleben eingemeindet. In Uthmöden existiert ein Ortschaftsrat und die Ortsbürgermeisterin ist Roswitha Schulz.

Mitglieder des Ortschaftsrates :

  • Frank Schulze
  • Oliver Schoppmann
  • Christopher Appel
  • Johannes Kusian
  • Beate Rieke
  • Marie Ohrdorf

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Gebäude im Ort stehen unter Denkmalschutz. Zu nennen ist hier die 1750 entstandene Dorfkirche Uthmöden mit dem auf dem Kirchhof befindlichen Kriegerdenkmal. Große Teile der Straßenzüge Lange Straße und Kurze Straße stehen gleichfalls unter Denkmalschutz. Hervorzuheben ist der große Bauernhof Kurze Straße 24 sowie das Bauernhaus mit Taubenturm in der Langen Straße 52.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Komponist und Pädagoge Johann Joachim Wachsmann (1787–1853) wurde in Uthmöden als Sohn des örtlichen Küsters geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Meibeyer: Calvörde mit seinen Dörfern und Wüstungen, Aufsatz in: Jahresschrift der Museen des Ohrekreises, Band 9 (42) Haldensleben - Wolmirstedt 2002, Seite 10
  2. Bock, Heimatkunde des Kreises Neuhaldensleben, Kommissionsverlag E. Zabel Neuhaldensleben 1920, Seite 182

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 21′ 4″ N, 11° 21′ 18″ O