VEGA Grieshaber

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VEGA Grieshaber KG

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Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1959
Sitz Schiltach
Leitung Isabel Grieshaber
Günter Kech
Rainer Waltersbacher
Mitarbeiterzahl 1600 (Stand 2020)
Umsatz 453 Mio. EUR (2020)
Branche Mess- und Regeltechnik
Website www.vega.com
Stand: 2020

Die VEGA Grieshaber KG ist ein international tätiger Hersteller von Sensoren für die Messung von Füllstand, Grenzstand und Druck bei industriellen Herstellungsprozessen.

Das Unternehmen mit Sitz in Schiltach im Schwarzwald/Deutschland, gehört zusammen mit der Supfina Grieshaber GmbH & Co. KG und der Grieshaber GmbH & Co. KG zur Grieshaber Gruppe.

VEGA ist in über 80 Ländern mit Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern aktiv und beschäftigt weltweit mehr als 1.600 Mitarbeiter, 772 davon am Hauptsitz in Schiltach. Hier entstehen seit mehr als 60 Jahren Lösungen für anspruchsvolle Messaufgaben in der Prozessautomatisierung. Der Umsatz liegt bei rund 453 Millionen EUR jährlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEGA wurde im Jahr 1959 von Bruno Grieshaber (* 16. September 1919 in Triberg im Schwarzwald, † 7. Oktober 2005 in Kinzigtal[1][2]) in Wolfach gegründet. Im Jahr 1964 wurde ein Patent für die „Stromorientierte Messung“ angemeldet. 1967 folgte die Patentanmeldung für die „Kapazitive Messelektrode“. Bereits 1973 wurden die ersten Druckmessumformer zur kontinuierlichen Füllstandmessung gefertigt. Im Jahr 1975 erfolgte dann der Umzug mit 100 Mitarbeitern nach Schiltach. 1994 übernahm Jürgen Grieshaber die Unternehmensleitung von seinem Vater.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entwickelt Sensoren für die kontinuierliche Füllstandmessung, die Grenzstanderfassung und die Prozess- und Differenzdruckmessung sowie Geräte und Software zur Einbindung in Prozessleitsysteme. Im Jahr 2003 wurde die Geräteplattform plics® eingeführt. Das modulare Baukastensystem bietet eine einheitliche Gehäuse- und Elektronikplattform und ein geräteübergreifendes Bedienkonzept über neun physikalische Messprinzipien für Füllstand- und Druckmessgeräte hinweg. Das Unternehmen und seine Produkte verfügen über alle notwendigen Zertifikate und Zulassungen für den weltweiten Einsatz. Das gilt für den Bereich der technischen Sicherheit genauso, wie für die Qualität der Produkte und Dienstleistungen.

Typische Einsatzorte für die Sensoren sind Prozesstanks, Lagertanks, Silos oder mobile Behälter in den Prozessindustrien, beispielsweise in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, in der Umwelttechnik, im Wasser- und Abwasserbereich, in der Energieerzeugung, der Mineralölindustrie, der Metallgewinnung, im Bergbau, auf Schiffen und in Flugzeugen.

Füllstandmesstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der kontinuierlichen Füllstandmessung wird die Füllhöhe eines Mediums in einem Tank oder Silo erfasst und in ein elektronisches Signal umgewandelt. Das Füllstandsignal wird entweder direkt vor Ort angezeigt oder in eine Prozesssteuerung bzw. ein Leitsystem eingebunden. Als Messverfahren zur kontinuierlichen Füllstandmessung kommt Radar, Geführtes Radar, Ultraschall, Kapazitiv, Hydrostatik und Radiometrie zum Einsatz.

Grenzstanderfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Grenzstanderfassung wird mithilfe eines Grenzschalters das Erreichen einer vordefinierten Füllhöhe erfasst. Ein Schaltbefehl startet oder stoppt Befülleinrichtungen, wie z. B. Förderbänder oder Pumpen. Umgewandelt in ein binäres Signal, können Grenzschalter in eine Prozesssteuerung eingebunden werden. Zum Einsatz kommen Vibrationsgrenzschalter, kapazitive, konduktive und radiometrische Grenzschalter.

Druckmesstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEGA ist einer der wenigen Messtechnikhersteller, welcher einen Großteil seiner Druckmesszellen nicht nur selbst entwickelt, sondern diese als Kerntechnologie auch selbst produziert. Für hochpräzise Messergebnisse sorgen zwei Eigenentwicklungen: Die metallische METEC®-Messzelle als weltweit erste metallische Messzelle mit selbstkompensierendem Temperaturverhalten und die keramisch-kapazitive CERTEC®-Messzelle mit Temperaturschockkompensation. Die Messzellen werden in einer staubfreien Atmosphäre unter den Bedingungen der „Reinraumklasse 100“ gefertigt.

Dichte- und Durchflussmessung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hilfe der Dichtemessung wird der Feststoffanteil in einer Flüssigkeit erfasst. Bei der Durchflussmessung wird die Stoffmenge gemessen, die pro Zeiteinheit einen Leitungsquerschnitt durchfließt. Die Menge wird als Masse oder Volumen ausgegeben. VEGA nutzt zur Dichte- und Durchflussmessung die physikalischen Messverfahren Differenzdruck und Radiometrie.

Radarmesstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit mehr als 25 Jahren setzt VEGA immer wieder Meilensteine in der Füllstandmessung mit Radar. Im Jahr 1991 stellte VEGA das erste serienreife Radarfüllstandmessgerät vor. 1997 folgte eric®, der weltweit erste Zweileiter-Radarsensor. Zahlreiche Anwendungen, in denen der Einsatz von Radar bis dato technisch schwierig oder zu teuer gewesen war, wurden mit dem Radarmessgerät ausgestattet. Im Jahr 2004 gelang es VEGA, die Empfindlichkeit der Radarsensoren um das Tausendfache zu erhöhen. Die Signalverarbeitung wurde an die typischen Gegebenheiten in Schüttgutbehältern angepasst. Damit waren die Radarsensoren für die schwierigsten Prozessbedingungen in der Schüttgutindustrie gewappnet. 2014 wurde der VEGAPULS 69, ein Radarsensor zur kontinuierlichen Messung von Schüttgütern, eingeführt. Dieser misst mit einer Frequenz von 80 GHz, statt mit den bis dahin weit verbreiteten 26 GHz und ermöglicht damit eine deutlich bessere Fokussierung des Sendesignals. 2016 folgte dann ein weiterer Meilenstein, der VEGAPULS 64. Das Äquivalent zum VEGAPULS 69 misst ebenfalls mit der hohen Frequenz von 80 GHz, ist jedoch für die Füllstandmessung von Flüssigkeiten ausgelegt. Die kleinen Prozessanschlüsse ermöglichen den Einsatz in Anwendungen, in denen bisher aus Platzgründen auf die Radarfüllstandmesstechnik verzichtet werden musste.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Margarete Dieterle: Abschied von Bruno Grieshaber. In: baden online. 13. Oktober 2005, abgerufen am 9. Dezember 2019.
  2. Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. Begründet von Walter Habel. Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 407.